Formel1

Neuer Ferrari-Vertrag als Signal Leclerc verlängert, Vettel vor dem Aus?

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Das Verhältnis der Ferrari-Piloten gilt als angespannt. Positiv ausgedrückt.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Ferrari bindet Formel-1-Hoffnung Charles Leclerc langfristig an sich. Der 22-Jährige gilt als künftiger WM-Kandidat. Für seinen Teamkollegen sind das schlechte Nachrichten. Die Zeit von Vierfach-Champion Sebastian Vettel beim italienischen Traditionsteam geht offenbar zu Ende.

Sebastian Vettel ist bei Ferrari wohl endgültig zum Auslaufmodell degradiert worden. Die Scuderia verlängerte am Tag vor Heiligabend den Vertrag seines aufstrebenden Teamkollegen Charles Leclerc vorzeitig um drei Jahre bis 2024. Der 22-jährige Monegasse erhält damit den ausdrücklichen Auftrag, den Erfolg zum schillerndsten aller Formel-1-Rennställe zurückzubringen. Die Zeit des viermaligen Weltmeisters Vettel hingegen dürfte mit Vertragsende 2020 abgelaufen sein.

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"Ich bin sehr glücklich, bei Ferrari zu bleiben", sagte Leclerc, der 2016 der Fahrer-Akademie der Roten beigetreten war - und keine vier Jahre später zum Gesicht der Scuderia erhoben wurde. "In der vergangenen Saison für das berühmteste Formel-1-Team zu fahren, war für mich bereits die Erfüllung eines Traums", führte Leclerc aus. Teamchef Mattia Binotto frohlockte: "Mit jedem Rennen in diesem Jahr wurde unser Wunsch, den Vertrag mit Charles zu verlängern, immer dringlicher. Die Entscheidung bedeutet, dass er jetzt für die nächsten fünf Jahre bei uns sein wird. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam viele neue Kapitel in der Geschichte des springenden Pferdes schreiben werden." Durch das langfristige Engagement von Leclerc, der neben dem gleichaltrigen Red-Bull-Star Max Verstappen (Niederlande) als größtes Versprechen für die Zukunft gilt, dürfte auch ein Wechsel von Weltmeister und Mercedes-Star Lewis Hamilton (34) zu Ferrari vom Tisch sein.

Leclerc war Anfang 2019 von Alfa Romeo zur Scuderia gewechselt. Obwohl der SF90H über die gesamte Saison nicht mit Branchenprimus Mercedes mithalten konnte, fuhr der Youngster siebenmal auf die Poleposition und feierte Siege in Spa und beim Ferrari-Heimspiel in Monza. Leclerc beendete die Saison als WM-Vierter und damit vor dem viermaligen Weltmeister Vettel (32), der auch im fünften Jahr bei der Scuderia den WM-Titel klar verfehlte. Sein Vertrag läuft am Ende der kommenden Saison aus. Über die Zeit danach schwiegen sich der Heppenheimer und das Team bislang aus. Zwischen Vettel und Leclerc krachte es immer wieder - zunächst verbal im Boxenfunk beim vorletzten Saisonrennen in Brasilien, dann auf der Strecke. Binotto musste immer wieder als Moderator die Wogen glätten, das Verhältnis der beiden Alphatiere hielt die Motorsport-Königsklasse in Atem.

Ferrari ist der erfolgreichste Rennstall der Formel-1-Geschichte, der letzte Fahrertitel der Scuderia datiert allerdings von 2007. Leclerc ist nun ziemlich offensichtlich der Mann, dem man zutraut, in die großen Fußstapfen von Michael Schumacher zu treten, der 2000 bis 2004 im Ferrari Weltmeister wurde. Die italienischen Fans und Medien lieben den smarten Sonnyboy längst. Leclerc spricht geschliffenes Italienisch, auf der Strecke ist er so eiskalt und resolut wie ein Champion.

Quelle: ntv.de, tsi/sid