Formel1

Keine Einigung in Motorenfrage Red Bull fühlt sich im Stich gelassen

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Zukunft unklar.

(Foto: HOCH ZWEI/Pool/Getty Images)

Red Bull Racing hängt beim Thema Motoren weiter in der Luft. Die Formel-1-Teams stimmten nicht wie von Red Bull erwartet darüber ab, das derzeitige Motoren-Reglement schon ab 2022 einzufrieren. Teamberater Helmut Marko wittert eine Verzögerungs-Taktik der Konkurrenz.

Eigentlich hätten die zehn Formel-1-Teams in dieser Woche darüber abstimmen sollen, ob die Entwicklung der V6-Hybrid-Motoren ab 2022 eingefroren wird - so, wie Red Bull es wünscht. Dazu kam es bei der Teamsitzung aber nicht. "Das Einvernehmen, das es am Freitag noch gab, war am Montag nicht mehr vorhanden", sagte Red-Bull-Berater Helmut Marko dem "Motorsport-Magazin".

Ende vergangener Woche war der Österreicher im RTL/ntv-Interview noch fest davon ausgegangen, "dass die Abstimmung positiv für uns ausgeht". Die Teams seien sich grundsätzlich einig, die Entwicklung der Motoren schon ab 2022 einzufrieren (und damit ein Jahr früher als ohnehin geplant).

Wann die Teams erneut über den sogenannten Motor-Freeze abstimmen, ist offen. Zwar ist für den heutigen Mittwoch eine Sitzung anberaumt, eine Abstimmung über die Motoren-Zukunft steht aber nicht auf der Agenda. Marko fürchtet, dass die Konkurrenz versucht, Red Bull hinzuhalten. "Das ist kein falscher Gedanke", sagte der Österreicher im "Motorsport-Magazin". Denn: Während die anderen Teams Gewissheit haben, ob sie kommendes Jahr ein Mercedes-, Ferrari- oder Renault-Triebwerk im Heck haben, muss Red Bull langsam aber sicher wissen, wohin die Reise geht.

Ferrari hat es nicht eilig

Aus Red-Bull-Sicht ist der Verzicht auf die Weiterentwicklung ab 2022 zwingend nötig, damit das Team nach dem Rückzug von Motorenpartner Honda Ende 2021 dessen Motoren in Eigenregie warten und einsetzen kann. Einigen sich die Teams nicht auf das vorzeitige Einfrieren, käme für Red Bull eigentlich nur eine Zusammenarbeit mit Renault infrage. Allerdings stellte Marko im Interview mit RTL/ntv klar, dass dies für Red Bull keine Option sei. Mit anderen Worten: Am Motor-Freeze hängt Red Bulls Formel-1-Zukunft.

Ein Selbstläufer wird die Abstimmung nicht, das ist erneut klar geworden. Neben den taktischen Spielchen der Hersteller lässt vor allem Ferrari die Muskeln spielen. Maranello knüpft eine Zustimmung zum Freeze laut Medienberichten daran, dass die neuen, günstigeren und weniger umweltschädlichen Motoren, die ab 2026 gefahren werden sollen, schon 2025 die Regel sind.

Würde das neue Regelwerk um ein Jahr vorgezogen, würde auch der Entwicklungsstopp der derzeitigen Motoren ein Jahr früher greifen - 2022 wie von Red Bull gefordert. Aber wie gesagt: Ferrari hat es (noch) nicht eilig - und will langfristig Klarheit haben.

Quelle: ntv.de, tsi/rtl.de