Formel1

Rückzug von Lieferant Honda Red Bull plant ungewöhnliche Motor-Lösung

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Noch haben die Red-Bull-Boliden einen Honda-Motor im Heck.

(Foto: imago images/Motorsport Images)

Motoren weiterzuentwickeln, traut sich Red Bull Racing nicht zu. Wohl aber, die Aggregate zu warten und zu reparieren. Deshalb plant das Formel-1-Team, das Equipment von Partner Honda zu kaufen, der aus der Rennserie aussteigt. Allerdings nur unter einer Bedingung.

Laut Helmut Marko will Red Bull sein Motorproblem nach dem Formel-1-Ausstieg des bisherigen Partners Honda zum Ende der Saison 2021 selbst lösen. "Sofern die Gespräche mit Honda positiv verlaufen, würden wir gerne die IP-Rechte und alles, was notwendig ist, übernehmen und dann in Milton Keynes alles selbst vorbereiten und einsetzen", sagte der Red-Bull-Motorsportberater bei Sport1. Voraussetzung sei allerdings, "dass spätestens im ersten Rennen 2022 die Motoren eingefroren werden. Denn eine Weiterentwicklung der Motoren können wir uns technisch und auch finanziell nicht leisten", erklärte der Österreicher.

Honda, Power-Unit-Lieferant von Red Bull und AlphaTauri, hatte am 2. Oktober überraschend seinen Ausstieg zum Ende der nächsten Saison angekündigt. Zwar gibt es in der Formel 1 in Mercedes, Ferrari und Renault drei weitere Hersteller, doch jede dieser Optionen stellt sich als schwierig dar. Red Bull ist in diesem Jahr der größte Rivale des Mercedes-Werksteams, zudem wird McLaren 2021 Kunde des Weltmeister-Rennstalls, der dann vier von zehn Teams ausrüstet, neben den genannten außerdem Racing Point und Williams.

Ferrari besitzt derzeit den schwächsten Antrieb und ist deswegen wenig attraktiv, die Kundenteams Haas und Alfa Romeo fahren meist deutlich hinterher. Zudem dürfte die Scuderia ähnlich wie Mercedes kein Interesse daran haben, einen direkten Gegner zu beliefern. Von Renault hatte sich Red Bull erst Ende 2018 im Unfrieden getrennt.

Eine Rückkehr gilt zwar als möglich, aber keine der beiden Seiten dürfte sich darauf wirklich freuen. Allerdings müsste Renault den F1-Regularien nach Red Bull seine Motoren anbieten. Zuletzt hatte Marko deswegen auch einen Ausstieg der beiden Teams des Brauseimperiums nicht ausgeschlossen. Neue Hersteller sind nicht in Sicht, zumal für 2026 ein neues Motorenreglement erwartet wird.

Quelle: ntv.de, tsi/sid