Formel1

Fährt er bald in der Formel 1? Schumacher nährt Träume der Ferrari-Fans

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Mick Schumacher wird von den Ferrari-Fans hofiert.

(Foto: imago images / Gribaudi/ImagePhoto)

Italien ist Ferrari-Land, das beweisen die Formel-1-Fans in Mailand vor dem Grand Prix von Monza. Sie feiern Mick Schumacher wie einen Helden, obwohl er noch nicht einmal für den Rennstall an den Start geht. Das zeigt, wie viel Potenzial ein Engagement des 20-Jährigen für Ferrari hätte.

Mick Schumacher blickte ungläubig auf die rote Menge und hielt das unwirkliche Schauspiel zur Sicherheit mit dem Smartphone fest. "Schumi!", "Schumi!", "Schumi!", riefen Tausende Ferrari-Fans, als der Sohn von Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher bei einem Festakt auf dem Mailänder Domplatz am Mittwochabend allmählich die Bühne verließ. "Ich freue mich auf Monza und vor euch allen Rennen zu fahren", hatte der 20-Jährige den Tifosi zuvor zugerufen und dafür lautstarken Jubel und Applaus geerntet. Schumacher lächelte, die Sympathiebekundungen schmeichelten ihm augenscheinlich. "Mille grazie!", sagte er und schlug die Hand auf das Ferrari-Logo auf seinem Shirt.

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Beim Formel-1-Rennen zum Großen Preis von Italien am Sonntag (15.10 Uhr/RTL sowie im Liveticker bei n-tv.de) wird Schumacher selbst nur Zuschauer sein. Für das Prema-Team ist er am Wochenende wieder in der Formel 2 im Einsatz, der Nachwuchsserie, die nach dem tragischen Unfalltod von Anthoine Hubert in Belgien zur Normalität zurückfinden will. Auf Sicht soll die Formel 2 für Schumacher jedoch nur ein Zwischenschritt auf dem Weg in die Königsklasse sein. Er träumt von einem Cockpit in der Formel 1. "Das ist es, was ich machen möchte", hatte er zuletzt im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" gesagt.

Ersetzt Schumacher Vettel?

Die besondere Beziehung zu Ferrari dürfte dabei durchaus hilfreich sein. Vater Michael prägte mit den Roten eine Ära, Italien lag ihm zu Füßen, und Mick Schumacher verbrachte in diesem Umfeld seine frühe Kindheit. Die Verbundenheit zur Scuderia ist groß. Die Erinnerungen an Schumachers Großtaten sind auch bei den italienischen Fans noch immer lebendig. M. Schumacher - Ferrari.

Die Sehnsucht nach einer Neuauflage jener legendären Kombination war in Mailand deutlich spürbar. Schumacher stand am Mittwochabend gemeinsam mit anderen Fahrern der Ferrari Driver Academy, der Talentschmiede der Scuderia, auf der Bühne. Keiner erhielt annähernd so lauten Beifall wie Schumacher. Den Verantwortlichen wird das nicht entgangen sein. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto war anwesend, auch Formel-1-Geschäftsführer Chase Carey war vor Ort. Über die Vermarktungschancen einer Formel-1-Beförderung Schumachers dürfte Einigkeit herrschen.

Die Idee, Schumacher schon 2020 in den Ferrari zu setzen, wirkt illusorisch. Dennoch wird darüber bereits spekuliert. Der Monegasse Charles Leclerc gilt nicht erst seit seinem Sieg in Spa als künftiger Weltmeister und hat seinen Platz sicher. Sebastian Vettel hingegen rückt zunehmend ins zweite Glied. Ob der viermalige Weltmeister seinen Vertrag bis Ende 2020 unter den aktuellen Umständen wirklich erfüllen will, scheint fraglich. Binotto winkte allerdings schon ab: "Das ist doch alles Quatsch. Seb will immer noch mit uns Weltmeister werden." Erste Erfahrungen im Formel-1-Rennwagen hat Schumacher aber bereits gesammelt. Anfang April durfte er in Bahrain bei Testfahrten ins Cockpit des aktuellen SF90 steigen. Weitere Einsätze dürften folgen.

Quelle: n-tv.de, Emanuel Reinke, sid

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