Formel1

Vettel: "Ich bin schockiert" Todesfall dämpft Freude auf Formel-1-Saison

imago39318373h(1).jpg

Sebastian Vettel geht der Tod des Rennleiters Charlie Whitning sichtich nah.

(Foto: imago images / HochZwei)

Kurz vor dem herbeigesehnten Saisonstart in der Königsklasse der Rennwagen überschattet ein Trauerfall die sonst von Euphorie geprägte Szenerie: Rennleiter Charlie Whiting verstarb an einer Lungenembolie. Für die Formel-1-Fahrer ist der Weg zurück zur Normalität schwer- aber es geht um Punkte für den WM-Titel.

Draußen über dem Albert Park strahlte die Sonne, Fans säumten zu Tausenden die Strecke, die Vorfreude auf den Saisonstart lag schon am Donnerstag in der Luft. Drinnen, im kalten Kunstlicht, saß Sebastian Vettel. Sein Mund ein Strich. Und er versuchte, eine Tragödie in Worte zu fassen. "Ich bin schockiert", sagte der Ferrari-Star mit belegter Stimme, "es ist schwer zu begreifen, wenn so jemand ganz plötzlich einfach nicht mehr da ist." Der unerwartete Tod des Renndirektors Charlie Whiting hat die Formel 1 in Melbourne aus ihrem Idyll gerissen.

Seit mehr als zwei Jahrzehnten war der Brite eine der wichtigsten Figuren im Fahrerlager, an der Seite von Bernie Ecclestone hatte er die moderne Königsklasse gestaltet, noch am Mittwoch bereitete er ganz gewöhnlich den Großen Preis von Australien vor. Am Donnerstagmorgen erlag Whiting einer Lungenembolie, er wurde 66 Jahre alt.

imago39297124h.jpg

Vettel und Whiting bei der Streckenbegehung am 13. März.

(Foto: imago images / Motorsport Images)

"Ich habe noch gestern mit ihm gesprochen", sagte Vettel, "wir sind die Strecke zusammen abgegangen, haben Witze gemacht, über die Familien gesprochen." Seit 1997 war der Mann mit dem trockenen Humor für den reibungslosen Ablauf eines jeden Grand Prix zuständig gewesen, für Sicherheitsfragen und die Umsetzung des Reglements. In Melbourne wird er nun kurzfristig durch den Australier Michael Masi ersetzt - es muss eben losgehen in der Formel 1, es muss weitergehen.

Zurück zur Normalität

Renault-Pilot Nico Hülkenberg berichtete zwar von "einer komischen, einer mulmigen Atmosphäre im Fahrerlager", doch schon am Donnerstag nahm der normale Grand-Prix-Betrieb wieder Fahrt auf. Die Piloten sprachen über den Auftakt am Sonntag (6.10 Uhr bei RTL und im n-tv.de Liveticker) - und Sebastian Vettel versuchte beharrlich, den ziemlich deutlichen Favoritenstatus für Ferrari zu relativieren. "Wir kommen alle als Jäger und als Gejagte hierher", sagte der 31-Jährige, "wir starten ja alle mit null Punkten. Aber wenn ich Melbourne verlasse, dann will ich der Gejagte sein."

imago38901642h.jpg

Heißt es auch 2019 wieder Scuderia gegen Silberpfeil?

(Foto: imago/ZUMA Press)

Die Scuderia hat in der Saisonvorbereitung beeindruckt und wirkte überlegen, im Qualifying-Modus ebenso wie in der Rennsimulation. Im fünften Jahr mit Ferrari will Vettel endlich seinen ersten Titel in Rot gewinnen. Immerhin als Vizeweltmeister geht der Deutsche ja in die Saison, doch das Ergebnis des vergangenen Jahres bot keinen Grund zur Zufriedenheit. "Ob man Zweiter, Dritter oder Vierter wird, ist egal", sagte Vettel, "mit all diesen Ergebnissen ist es am Ende ein Desaster. The Winner takes it all." Und die Aussichten, Weltmeister Lewis Hamilton und Mercedes 2019 tatsächlich vom Thron zu stoßen, scheinen auf den ersten Blick besser als in den vergangenen Jahren.

Dazu tragen auch die nicht optimalen Auftritte der Silberpfeile bei den Wintertests in Barcelona bei. "Wir müssen nicht drumherum reden", sagte Hamilton am Donnerstag: "Es gibt noch einiges für uns zu tun, das war nicht schwierig zu erkennen." Kein Zweifel, schon am Wochenende wird es in Melbourne um das richtige Setup, die Strategie und um die Duelle auf der Strecke gehen. Ihren langjährigen Renndirektor Charlie Whiting wird die Formel 1 darüber aber nie vergessen.

Quelle: n-tv.de, Thomas Weitekamp, sid

Mehr zum Thema