Formel1

Ferrari abgeschlagen und ratlos Vettel durchlebt das nächste Quali-Debakel

Mit der Hoffnung auf Besserung reist Ferrari zum Großen Preis von Belgien, entgeht in der Qualifikation aber nur ganz knapp einem Debakel. Für die Top 10 reicht es deutlich nicht, vorne dominiert einmal mehr Mercedes. Dahinter aber gelingt Renault eine Überraschung.

Nach dem 20. und letzten Platz für Sebastian Vettel im dritten freien Training musste Ferrari das Schlimmste befürchten. Und vermied in der Qualifikation zum Großen Preis von Belgien nur ganz knapp eine Demütigung. Das einstige Formel-1-Erfolgsteam fährt in Spa so weit der Spitze hinterher, dass es nicht mehr um Siege und Pole Positions geht, sondern darum, nicht ganz ans Ende des Feldes durchgereicht zu werden. Nur mit etwas Glück überstanden der deutsche Vierfach-Weltmeister Vettel und Charles Leclerc den ersten Abschnitt der Qualifikation, im Kampf um die Top 10 waren die Scuderia-Piloten allerdings chancenlos. Leclerc startet von Platz 13 in das Rennen am morgigen Sonntag (15.10 Uhr/RTL und im Liveticker bei ntv.de), Vettel sogar nur von 14.

"Das ist natürlich kein Erfolg, aber alles, was wir heute tun konnten", sagte Vettel: "Das ist das wahre Bild. Das ist das, was das Auto hier heute leisten kann", sagte Vettel nach dem bislang schlechtesten Quali-Ergebnis in diesem Jahr. "Wir wissen, dass wir im Moment nicht sonderlich stark sind, wenn uns dann die Strecke nicht liegt, kommt so etwas dabei heraus." Auch Leclerc wusste nicht viel mehr Rat: "Ich habe keine Erklärung, warum wir so weit hinten sind", sagte der Monegasse: "Wir haben einen großen Rückschritt gemacht."

An der Spitze dominierte wie erwartet Mercedes das Geschehen, Lewis Hamilton und Valtteri Bottas fuhren in ihrer eigenen Liga. Im finalen Qualifying-Abschnitt setzte sich der WM-Führende Hamilton durch und sicherte sich in neuer Streckenrekordzeit von 1:41,252 Minuten zum 93. Mal die Pole Position, Bottas (+0,511 Sekunden) geht von Platz zwei ins Rennen. "Das ist für Chadwick", widmete Hamilton über den Boxenfunk seine Leistung dem im Alter von 43 verstorbenen Schauspieler Chadwick Boseman.

Dahinter bot sich auf der Traditionsstrecke in den Ardennen ein spannender Mehrkampf um die zweite Startreihe, den der Gesamtwertungs-Zweite Max Verstappen im Red Bull (+0,526) für sich entschied. Auf Platz vier fuhr Daniel Ricciardo im Renault (+0,809), Fünfter wurde Alexander Albon im zweiten Red Bull (+1,012).

Hamilton deklassierte mit seiner Pole-Zeit die Konkurrenz, beim siebten Lauf der Saison 2020 gewann er zum fünften Mal die Qualifikation. Selbst Teamkollege Bottas fehlte mehr als eine halbe Sekunde, die Ferrari von Leclerc (1:42,996 Minuten) und Vettel (1:43,261) lagen weit abgeschlagen dahinter und hatten große Sorgen, überhaupt das Q2 und damit die Top 15 zu erreichen. Die Scuderia verpasste damit zum ersten Mal seit mehr als sechs Jahren mit beiden Autos Q3.

Der Formel-1-Journalist Phillip Horton twitterte nach dem Ende der Qualifikation, dass Ferrari als einziges Team langsamer war als beim Belgien-GP im Vorjahr - damals fuhr Leclerc von der Pole zum Sieg. Auf seine Zeit aus 2019 fehlte dem Monegassen eine knappe halbe Sekunde, während sich Mercedes und Red Bull um rund zwei Sekunden verbesserten. Williams steigerte sich sogar um vier Sekunden. Während George Russell seinerzeit als 19. der Quali dem Rest des Feldes hinterherfuhr und knapp fünf Sekunden hinter Leclerc lag, war seine Zeit als 15. diesmal nur 0,462 Sekunden langsamer als die des Ferrari-Piloten.

Quelle: ntv.de, tsi

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