Formel1

Red Bull legt Protest ein Vettel setzt erstes Zeichen im Ferrari-Duell

Am ersten Trainingstag der Formel-1-Saison dominiert Lewis Hamilton im Mercedes, Sebastian Vettel fährt hinterher. Und dürfte trotzdem nicht unzufrieden sein: Denn nach dem Streit mit Ferrari lässt er Teamkollege Charles Leclerc vor dem Großen Preis von Österreich klar hinter sich.

Mercedes bleibt die Nummer eins, Ferrari muss auch 2020 kämpfen: Sebastian Vettel ist im ersten Freitagstraining der neuen Formel-1-Saison der Spitze ein gutes Stück hinterhergefahren. Der Heppenheimer kam an seinem 33. Geburtstag auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg im Ferrari nicht über Rang vier hinaus - entschied das teaminterne Duell mit Charles Leclerc allerdings klar für sich. Der Rückstand des Hessen auf Weltmeister Lewis Hamilton (1:04,304 Minuten) im neuerdings schwarz lackierten Mercedes betrug 0,657 Sekunden.

Dem Briten, der seine siebte Weltmeisterschaft und damit die Egalisierung des Rekords von Michael Schumacher anpeilt, konnte am ehesten noch sein finnischer Teamkollege Valtteri Bottas (+0,197) folgen. Auf Rang drei reihte sich überraschend der Mexikaner Sergio Perez (+0,641) im Racing Point an, das Team hatte über den Winter eine Art Kopie des Weltmeister-Mercedes von 2019 gebaut. Red-Bull-Star Max Verstappen, Spielberg-Sieger 2018 und 2019, belegte nur den achten Rang mit 0,911 Sekunden Rückstand. Vettels Teamkollege Leclerc schwächelte und wurde Neunter (+0,994).

Mercedes setzte das ebenso revolutionäre wie umstrittene DAS-System ein, mit dem der Pilot durch Ziehen am Lenkrad auf der Geraden die Spur verstellen kann. Kontrahent Red Bull hatte sich im Vorfeld des Großen Preises von Österreich (Sonntag, 15.10 Uhr/RTL, Sky und im Liveticker bei ntv.de) einen Protest offengehalten gegen das System, das zur kommenden Saison bereits verboten ist - und legte diesen nun ein.

Verblüffendes System sorgt für Ärger

Bereits bei den Wintertests in Barcelona hatte Mercedes die Konkurrenz mit dem DAS-System verblüfft. Der Fahrer zieht auf einer Geraden das Lenkrad an sich und drückt es kurz vor der Kurve wieder von sich weg. Dabei neigen sich die Vorderräder zunächst leicht nach innen, ehe sie wieder in ihre Ausgangsstellung zurückkehren. Diese Vorspurverstellung dient der Temperaturregulierung der Reifen. Üblicherweise kühlen die Pneus auf einer Geraden aus. Dank des DAS-Systems werden die Vorderräder aber leicht verstellt, was den Rollwiderstand erhöht. Zusätzliche Reibung erzeugt Hitze, und aufgewärmte Reifen bieten mehr Halt in einer Kurve. Bei den ersten Übungsrunden in Österreich, wo die Formel 1 mit vier Monaten Verspätung ihr WM-Jahr beginnt, waren Hamilton und Bottas deutlich schneller als die Rivalen. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte bereits betont, von der Fia Klarheit über die Legalität des Systems im Rahmen des aktuellen Regelwerks fordern zu wollen.

In Spielberg, wo die Saison wegen der Corona-Pandemie mit fast viermonatiger Verspätung anrollt, zeigt sich die Formel 1 in ungewohntem Gewand. Die Ränge bleiben zum ersten Mal in der 71-jährigen Geschichte der Serie leer, die Teammitglieder müssen sich an Abstandsregeln halten, Mundschutz tragen, regelmäßig Coronatests absolvieren und dürfen ihre vom Automobil-Weltverband FIA zugewiesene "Blase" nicht verlassen.

Quelle: ntv.de, tsi/sid/dpa