Fußball-EM

EM-Viertelfinale Polen vs. Portugal CR7 gegen RL9 - das Duell der Superstars

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Ronaldo gegen Lewandowski: Nur einer kann gewinnen.

(Foto: dpa (2)/Montage: Günther)

Vor dem Viertelfinale Portugal gegen Polen stehen Real-Stürmer Cristiano Ronaldo und Bayern-Torjäger Robert Lewandowski gewaltig unter Druck. Für den einen könnte es die letzte Chance auf den EM-Titel sein, der andere hat bislang nicht getroffen.

Portugal und Polen wollen nach Paris - und ihre Superstars sollen sie dorthin führen. Doch für Cristiano Ronaldo oder Robert Lewandowski wird der Traum vom EM-Endspiel schon im direkten Viertelfinal-Duell (ab 21 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) in Marseille vorbei sein.

Den Vergleich CR7 vs. RL9 gewinnt der zweifache Torschütze Ronaldo bislang klar gegen Null-Tore-Stürmer Lewandowski. Polens Trainer Adam Nawalka bereitet das aber offenbar keine Sorgen. "Robert Lewandowski ist einer der besten Stürmer der Welt, für mich die beste Nummer 9 der Welt", sagte Nawalka: "Robert wird hier doppelt oder dreifach gedeckt. Aber er ist körperlich gut vorbereitet."

Als Stürmer will Lewandowski aber nicht nur arbeiten, sondern auch treffen. "Vielleicht werde ich noch der Held und bekomme alles zurückgezahlt", sagte "Lewy" der polnischen Zeitung "Super Express": "Ich muss geduldig sein. Das Wichtigste ist, dass es gut für die Mannschaft läuft."

Lewandowski wählte Ronaldo

Dass es bei Polen gut läuft, dafür sind vor allem die starke Abwehr (erst ein Gegentor) und Jakub Blaszczykowski verantwortlich. Der 30-Jährige, dessen Zukunft bei Borussia Dortmund fraglich ist, trumpft nicht nur wegen seiner zwei Tore in Frankreich groß auf. Sein Mannschaftskollege Lewandowski steht derzeit im Schatten von Blaszczykowski.

Mit einem Sieg gegen Portugal und im privaten Torjäger-Duell gegen Ronaldo könnte sich das Blatt aber für Lewandowski wenden. Für den Torschützenkönig der Bundesliga und der EM-Qualifikation ist Ronaldo der beste Spieler der Welt, deswegen hatte er sich auch schon mal Ärger mit den Bayern-Bossen eingefangen. Als Kapitän der Polen gab er bei der Wahl zum Weltfußballer 2015 nicht einem Münchner Klubkollegen, sondern CR7 die meisten Punkte.

"Jeder spricht über ihn"

Auch der Portugiese steht enorm unter Druck. Der Rücktritt seines Rivalen Lionel Messi aus der argentinischen Nationalmannschaft nach dem verlorenen Copa-América-Finale dürfte Ronaldo ins Grübeln gebracht haben. Die Euro in Frankreich ist sein siebtes großes Turnier und seine vielleicht letzte Chance, im Nationaltrikot einen Titel zu gewinnen. Was aber, wenn Portugal auf dramatische Weise ausscheidet? Vielleicht sogar durch einen verschossenen Elfmeter von Ronaldo? Dass der Ausnahmekönner ähnlich wie sein Rivale spontan seine Nationalmannschafts-Karriere beenden könnte, ist zumindest nicht ganz ausgeschlossen. Zumal Ronaldo (31) zwei Jahre älter ist als Messi (29).

Nationaltrainer Fernando Santos kann Spekulationen wie diese verstehen: "Jeder spricht über ihn - und das hat einen Grund: Weil er ein fantastischer Spieler ist." Mittelfeldmann Adrien Silva wollte über eine Zukunft ohne Ronaldo nicht spekulieren: "Er ist hier, er ist in Form und er hilft dem Team." Beim unansehnlichen Achtelfinalsieg gegen Kroatien (1:0) verzichtete Ronaldo zugunsten der Teamtaktik auf Einzelaktionen.

Im Spiel gegen Polen, das vom deutschen Schiedsrichter Felix Brych geleitet wird, setzt er womöglich wieder offensive Akzente. Schließlich fehlt ihm nur noch ein Treffer zum EM-Torschützenrekord von Michel Platini, der neun Treffer in einem Turnier erzielte. Der Mann mit den meisten EM-Einsätzen (18) ist Ronaldo schon jetzt. Auch hat außer ihm noch kein Spieler bei vier Endrunden ein Tor erzielt. Aber all das spielt nur eine Nebenrolle - denn es geht um den Titel.

Quelle: ntv.de, Jörg Soldwisch, sid