Fußball-EM

"Unfassbar langweilig" Favre empfindet EM-Niveau als "Horror"

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Die EM-Spiele von Joachim Löws Weltmeistern meinte Lucien Favre mit seiner Niveau-Kritik sicher nicht, vom Spiel gegen Polen mal abgesehen.

(Foto: dpa)

Fifa-Boss Infantino findet das Niveau der Mammut-EM "ausgezeichnet" - und hat das exklusiv. In den großen Chor der Kritiker reiht sich nun auch Ex-Gladbach-Coach Lucien Favre ein, er findet: "Dem Spiel schadet es." Die Uefa widerspricht und lobt sich selbst.

Ex-Bundesligatrainer Lucien Favre hat heftige Kritik am Niveau der Fußball-Europameisterschaft geübt. "Vor allem die Gruppenphase war unfassbar langweilig, ein Horror", sagte der Schweizer im " Spiegel". Ihn habe die Flut der Spiele gestört, in denen kaum einmal Begeisterung und Spannung erzeugt worden sei. "Die Qualität war einfach zu schlecht", stellte der frühere Coach von Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC fest.

Die Schuld daran trägt nach Ansicht von Favre die Europäische Fußball-Union (Uefa), die das Teilnehmerfeld um acht Teams aufgestockt hatte. "Wenn die Uefa eine EM mit 24 Mannschaften spielen lässt, hat das bestimmt wirtschaftliche Vorteile. Aber dem Spiel schadet es", erklärte Favre. "Die Spieler sind an ihrem Limit. Vor allem mental."

An eine Abkehr vom neuen Turniermodus glaubt der Schweizer nicht. "Es geht ja seit Jahren nicht mehr um das Spiel, sondern nur noch um Business, Business, Business!", sagte Favre, der in der kommenden Saison den französischen Erstligisten OGC Nizza betreut.

Uefa lobt sich selbst

Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union Uefa sieht sich in der Ausweitung der EM auf 24 Teams hingegen bestätigt. Das Gremium lobte das Format nach einer Sitzung für seine "Wettbewerbsfähigkeit", wie die Uefa einen Tag vor dem Finale zwischen Frankreich und Portugal in einer kurzen Mitteilung schrieb. Erstmals für dieses Turnier in Frankreich hatte die Uefa das Feld um acht Teilnehmer aufgestockt.

Tags zuvor hatte allerdings Turnierdirektor Giorgio Marchetti Verbesserungspotenzial an dem umstrittenen Modus eingeräumt, bei dem vier von sechs Gruppendritten die K.o.-Runde erreichen. "Das Problem dieses Formats ist, dass zwischen Gruppenphase und Achtelfinale eine Phase entsteht, in der man die drittplatzierten Teams einfügen muss", sagte Marchetti. "Aber man weiß vorher nicht, wer diese drittplatzierten Teams sind."

Quelle: ntv.de, cwo/sid

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