Fußball-EM

"Ronaldo ist Gott" Kein Weltrekord ist vor diesem Mann sicher

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Das hier ist mein Revier - Cristiano Ronaldo ist jetzt der neue Tor-Weltrekordler.

(Foto: Pool via REUTERS)

Cristiano Ronaldo ist einfach nicht zu stoppen und stellt diesmal sogar Karim Benzema und dessen Tor-Comeback in den Schatten. Gegen Frankreich egalisiert Portugals Superstar Ali Daeis Tor-Weltrekord - der Iraner lobt den 36-Jährigen anschließend in den höchsten Tönen, denn CR7 sprengt Grenzen.

Cristiano Ronaldo lächelte und nahm Karim Benzema freundschaftlich in den Arm, bevor der Tor-Weltrekordler im Bauch der Puskas-Arena Kylian Mbappé wie einen kleinen Bruder aufzog. Beiden schenkte Portugals Superstar, dem alten Weggefährten Benzema bereits zur Halbzeit, sein legendäres Trikot mit der Nummer 7. Selbst die größten Namen des Fußballs mutierten an diesem historischen Tag zu Ronaldo-Fans, denn der 36-Jährige hatte wieder einmal Grenzen gesprengt.

"Ronaldo ist Gott", titelte die portugiesische Boulevard-Zeitung "Correio da Manha", nachdem dieser beim 2:2 (1:1) gegen Weltmeister Frankreich im entscheidenden EM-Gruppenspiel nicht nur per Doppelpack das Achtelfinal-Ticket gelöst hatte. "CR7 festigt die Legende und stellt den Weltrekord ein", schrieb der "Correio" weiter.

Mit seinen Länderspieltreffern 108 und 109 (31./60.), die er jeweils per Elfmeter erzielte, egalisierte Ronaldo die Bestmarke des Iraners Ali Daei, vormals Bayern München, Hertha BSC und Arminia Bielefeld. Kein Mann hat für sein Land häufiger getroffen. Daei gratulierte prompt. "Ich fühle mich geehrt, dass diese bemerkenswerte Leistung Ronaldo gehört", schrieb der 52-Jährige auf Instagram und würdigte Ronaldo als "großen Champion des Fußballs" sowie "fürsorglichen Humanisten, der Leben auf der ganzen Welt inspiriert und beeinflusst". Nur Kanadas Fußball-Ikone Christine Sinclair (bislang 186 Tore) ist wohl selbst für Ronaldo ewig unerreichbar, doch das wird er verschmerzen können.

"Jeder hat auf dieses Tor gewartet"

Ronaldo, dank dessen Toren der Titelverteidiger in der ersten K.o.-Runde am Sonntag (21.00 Uhr/ARD und MagentaTV) in Sevilla auf Belgien trifft, gab sich öffentlich bescheiden. "Gratulation an das Team! Danke an alle für die bedingungslose Unterstützung", postete der Stürmer von Juventus Turin auf Instagram. Er weiß schließlich, dass er ohne die Mannschaft nicht bereits auf fünf Turniertore gekommen wäre. Und er hätte im Alleingang auch kaum die Spitze der ewigen EM-Torjägerliste erklommen, die er nun mit 14 Tore bei fünf Teilnahmen anführt.

Am Ende stand dennoch Ronaldo im Rampenlicht. Er stellte gar Mbappé und Benzema in den Schatten, obwohl jene am Mittwoch in Budapest ebenfalls erstklassig aufgespielt hatten. Benzema, von 2009 bis 2018 Teamkollege Ronaldos bei Real Madrid und mit ihm gemeinsam viermaliger Champions-League-Sieger, traf gar doppelt (45.+2, Foulelfmeter/47., nach Videobeweis) und ließ die Kritiker verstummen, die nach seinem Comeback in der Équipe Tricolore endlich Tore gefordert hatten.

"Jeder hat auf dieses Tor gewartet nach sechs Jahren", sagte Benzema, "aber ich bin ein Spieler, der diesen Druck gewohnt ist." Erst kurz vor dem EM-Turnier war Benzema zurückgekehrt, nachdem er 2015 wegen einer angeblichen Verwicklung in einen Erpressungsskandal verbannt worden war. Nach zwei Test- und zwei EM-Spielen ohne Treffer lobte ihn die heimische Presse am Donnerstag: "Frankreich wird durch Benzema getragen", schrieb Liberation.

Für Benzema und die Franzosen geht es am Montag (21 Uhr) in Bukarest nun gegen die Schweiz, darüber sprach Benzema bei seinem Plausch mit Ronaldo aber noch nicht. "Es ist immer schön, ihn zu sehen, weil wir einen langen Weg gegangen sind", sagte Benzema: "Wir haben über normale Dinge geredet. Alles ist gut und wir wünschen uns viel Glück im Klub und mit dem Nationalteam." Und vielleicht sehen sie sich im Turnierverlauf ja sogar wieder.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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