Fußball-EM

Nur knappe Führung zur Pause Spanier lassen Iren laufen

35ck5943.jpg9102961412286405455.jpg

(Foto: dpa)

Kurz können Giovanni Trapattonis Iren den Ball im Mittelfeld halten, dann ziehen die Spanier ihr Kurzpassspiel auf. Als ein Verteidiger zu langsam auf die Beine kommt, klaut ihm Fernando Torres die Kugel und ballert sie ins Netz. Danach scheitert der Titelverteidiger in der ersten Halbzeit immer wieder, auch an sich selbst. Irland kontert mit dem Mute der Verzweiflung.

Ausgerechnet Fernando Torres weist Spanien den Weg Richtung EM-Viertelfinale. Der Angreifer vom Champions-League-Sieger FC Chelsea, im Auftaktspiel des Titelverteidigers gegen Italien Opfer der Null-Tore-Taktik von Trainer Vicente del Bosque, erzielte bereits nach 3:49 Minuten das 1:0 gegen Irland. Es war das schnellste Tor der spanischen EM-Geschichte. Obwohl danach vor allem Torres weitere Chancen besaß, blieb es dabei bis zur Pause. Längst müssten die zu verspielten Spanier höher führen. Die Iren müssen sich etwas einfallen lassen - verlieren sie, können ist das Viertelfinale nicht mehr erreichen.

Del Bosque hatte sich nach den hitzigen Diskussionen um seine Taktik gegen Italien also tatsächlich dazu entschlossen, Mittelfeldspieler Cesc Fàbregas, Torschütze im EM-Auftaktspiel, auf die Bank zu setzen. Aus welchen Gründen auch immer: Es durfte ein waschechter Angreifer aufs Spielfeld - Torres, Matchwinner des EM-Finals 2008 gegen Deutschland (1:0). Eine Entscheidung, die del Bosque, den Weltmeistertrainer, als weisen Mann erscheinen ließ. Und Torres, losgelassen wie ein Rennpferd, das endlich aus der Box darf, machte in der Tat gleich das, was einen Torjäger auszeichnet.

Torres mit Nachholbedarf

Die Iren fingen einen genialen Pass von Andrés Iniesta ab, trödelten dann jedoch herum, Torres ging energisch dazwischen, umkurvte den tölpelhaft wirkenden Stephan Ward und schoss den Ball mit brachialer Gewalt ins Tor. Ende der Diskussion. Beim Torjubel zeigte der Schütze mit dem Zeigefinger auf sein Ohr. Und Torres hatte offensichtlich Nachholbedarf. Während hinter ihm die Passmaschine des Welt- und Europameisters wie geschmiert lief, rannte der Angreifer vorne kreuz und quer, riss Lücken, bot sich an. Der Einsatz wäre schon in der 8. Minute beinahe ein zweites Mal belohnt worden. Xavi passte auf Sergio Busquets, der ließ geschickt prallen, Torres zog ab - knapp daneben.

Die Iren von Giovanni Trapattoni? Sie standen auf dem Platz - und hatten damit den besten Blick auf das spanische "Tiki-Taka". An den Ball, den ihre Gegenspieler bei strömendem Regen mit der gewohnten Geschwindigkeit über den nassen Rasen passten, kamen sie nur selten. Ihre Versuche, sich dem Tor von Iker Casillas zu nähern, wirkten zaghaft und wenig durchdacht. Zumeist waren sie damit beschäftigt, ihr Tor zu verbarrikadieren.

Quelle: ntv.de, sid