Fußball

Holstein Kiel in der Relegation 1. FC Nürnberg steigt in die Bundesliga auf

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Jubel in Sandhausen: Nürnberg steigt auf.

(Foto: imago/Jan Huebner)

Der 1. FC Nürnberg steigt mit Fortuna Düsseldorf in die Fußball-Bundesliga auf. Nach dem Sieg in Sandhausen am vorletzten Spieltag ist den Clubberern die Rückkehr ins Oberhaus nicht mehr zu nehmen. Relegationsrang drei sichert sich Holstein Kiel.

SV Sandhausen - 1. FC Nürnberg 0:2 (0:1)

Die Sektkorken knallten, das Bier floss in Strömen, und die freudetrunkenen Club-Anhänger stürmten überglücklich den Platz: Als Kapitän und Torschütze Hanno Behrens, Trainer Michael Köllner und der Rest der Truppe ausgelassen mit ihren 8000 mitgereisten Fans am Hardtwald überschwänglich in ihren schwarz-roten Aufstiegs-Shirts ("OOOHH, der 1. FC Nürnberg steigt wieder auf") die Rückkehr des 1. FC Nürnberg in die Bundesliga feierten, brachen auch 220 Kilometer weiter östlich in der Frankenmetropole alle Dämme.

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Tor für Nürngerg: Kapitän Hanno Behrens.

(Foto: imago/Eibner)

Punkt 17.21 Uhr hatte der neunmalige deutsche Meister am Sonntagnachmittag nach vierjähriger Abstinenz durch ein 2:0 (1:0) beim SV Sandhausen vorzeitig sein Comeback im Oberhaus perfekt gemacht. Der achte Aufstieg seiner Vereinsgeschichte ist dem Club, der sich nun Rekordaufsteiger auf seine Visitenkarte schreiben kann, beim Saisonfinale am kommenden Sonntag nicht mehr zu nehmen. Behrens (38.) mit seinem 14. Saisontreffer und Tim Leibold (76.) machten 50 Jahre nach der neunten und bislang letzten deutschen Meisterschaft der Nürnberger den Aufstieg für die Franken perfekt gemacht. Am kommenden Sonntag steht dann im heimischen Max-Morlock-Stadion die Aufstiegsparty gegen Mitaufsteiger Fortuna Düsseldorf auf dem Programm, in der es dann noch um Zweitliga-Meisterschaft geht.

"Wir wussten, dass die Mannschaft in guter Verfassung ist. Deshalb waren wir ganz ruhig. Das ist der Verdienst des ganzen Vereins. Jetzt wollen wir auch Meister werden. Das haben wir jetzt in eigener Hand und wollen unseren Fans den Titel schenken", sagte eine klatschnasser Erfolgscoach Köllner, nachdem er die obligatorische Bierdusche überstanden hatte. Mit Köllner verewigte sich ausgerechnet ein Oberpfälzer in der Nürnberger-Aufstiegsgalerie neben berühmten Trainerkollegen wie Felix Magath, Klaus Augenthaler oder Robert "Zapf" Gebhardt verewigte. Köllner erinnerte sich auch noch einmal an das Szenario vor exakt einem Jahr, als der Club am selben Ort mit einem 1:0-Sieg die letzten latenten Zweifel am Klassenerhalt beseitigt hatte. Aus den Fehlern der Vorsaison habe man aber die richtigen Schlüsse gezogen, sagte der 48-Jährige bereits vor dem Anpfiff in Sandhausen: "Man sieht, dass wir ganz viele Dinge richtig gemacht haben."

Die grandiose Saison feierten die Aufstiegshelden zunächst mal im Mannschaftsbus bei der zweistündigen Heimfahrt auf der A6, ehe in der zweitgrößten Stadt Bayerns eine zünftige Sause folgt. "Das wird eine lange Nacht, denn Aufstiege sind durch nichts zu ersetzen", sagte Tobias Werner mit Blick auf die rauschende Fete auf dem Club-Gelände am Valznerweiher. Währenddessen kündigte Sportvorstand Andreas Bornemann recht nüchtern an, dass man den "Kern der Mannschaft" halten wolle, um kommende Saison den Klassenerhalt zu schaffen.

Fortuna Düsseldorf - Holstein Kiel 1:1 (0:0)

Holstein Kiel hat den direkten Aufstieg zwar verpasst, konnte sich nun aber vorzeitig den dritten Tabellenplatz und damit die Teilnahme an den Relegationsspielen sichern. Die Norddeutschen erreichten ein 1:1 (0:0) beim bereits feststehenden Aufsteiger Fortuna Düsseldorf und sind von Rang drei nicht mehr zu verdrängen. Vor 50.000 Zuschauern in der Esprit-Arena erzielte der eingewechselte Benito Raman (75. Minute) den Führungstreffer für die Fortuna, ehe Torjäger Marvin Ducksch (77.) mit seinem 18. Saisontreffer das 1:1 erzielte. Die auf Rang zwei zurückgefallenen Düsseldorfer feierten mit ihren Fans den seit einer Woche feststehenden Aufstieg. Im letzten Saisonspiel am kommenden Sonntag bei Mitaufsteiger 1. FC Nürnberg geht es für die beiden Teams um die Zweitliga-Meisterschaft.

1. FC Union Berlin - VfL Bochum 3:1 (1:0)

Der 1. FC Union Berlin hat den Klassenerhalt perfekt gemacht. Durch einen 2:1 (1:0)-Sieg gegen den VfL Bochum sicherten sich die Köpenicker nach einer höchst durchwachsenen Saison den Ligaverbleib. Mit 44 Punkten kann Union nicht mehr auf Relegationsrang 16 fallen. Bochum verpasste derweil seine Chance, doch noch einmal im Aufstiegsrennen mitzumischen. Kenny Redondo (45.) und ein hanebüchenes Kopfball-Eigentor von Bochums Danilo Soares (47.) sorgten für den Erfolg der Berliner, Lukas Hinterseer (87.) traf vor 22.012 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei für Bochum.

FC St. Pauli  - Arminia Bielefeld 1:0 (1:0)

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Hurra: Yi-Young Park.

(Foto: dpa)

Der FC St. Pauli hat den Klassenerhalt geschafft und die Aufstiegshoffnungen der Arminia zerplatzen lassen. Die Hamburger setzten sich vor 29.546 Zuschauern am ausverkauften Millerntor mit 1:0 (1:0) durch. Yi-Young Park brachte die Gastgeber in einer temporeichen Partie in Führung (39.). Der Südkoreaner belohnte St. Pauli für eine engagierte erste Hälfte gegen die Arminia, die zu wenig aus ihrem Ballbesitz machte. Leidenschaft und Emotionen hatte St. Paulis Trainer Markus Kauczinski gefordert - und die Braun-Weißen folgten ihm. In der zweiten Hälfte zogen sich die Hausherren aber weit zurück und die Arminia erhöhte den Druck. Bielefeld hatte dann ein wenig Pech, dass der Schiedsrichter ein Handspiel des Hamburgers Jan-Philipp Kalla (59.) nicht mit einem Elfmeter bestrafte.

Eintracht Braunschweig - FC Ingolstadt 04 0:2

Braunschweig schwebt weiter in höchster Abstiegsgefahr. Das Team von Trainer Torsten Lieberknecht verlor mit 0:2 (0:0) gegen den FC Ingolstadt und droht nach sieben Jahren wieder in die dritte Liga abzurutschen. Der FCI machte den Klassenverbleib perfekt. Ein kapitaler Fehler von Eintracht-Torhüter Jasmin Fejzic bescherte den Gästen vor 21.400 Zuschauern die Führung. Robert Leipertz bedankte sich und schob den Ball nach der völlig verunglückten Abwehraktion in das leere Tor (56.). Stefan Kutschke erhöhte per Rechtsschuss auf 2:0 (67.). Lieberknecht hatte angekündigt, dass seine Mannschaft "Herz zeigen" werde. Doch zu Beginn war vor allem die Nervosität beherrschend, die beide Teams befiel. Braunschweig erkämpfte sich Spielvorteile, agierte aber zu überhastet vor dem Tor. Bezeichnend war eine Szene aus der 37. Minute, als Domi Kumbela freistehend vor FCI-Torhüter Örjan Nyland den Ball vertändelte.

Greuther Fürth - MSV Duisburg 2:2 (1:0)

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Torschützen unter sich: Marco Caligiuri und Cauly Oliveira Souza.

(Foto: imago/Zink)

Fürth droht nach mehr als zwei Jahrzehnten der direkte Abstieg. Die Franken kamen anicht über ein 2:2 (1:0) gegen den MSV Duisburg hinaus und rutschten auf den vorletzten Tabellenplatz ab. Der Spitzenreiter der "ewigen" Tabelle der zweiten Liha, der zuletzt 1997 drittklassig und 2012/2013 sogar in der Bundesliga spielte, hat damit beim Konkurrenten in Heidenheim ein Endspiel. In einem ausgeglichenen Spiel brachte Marco Caligiuri (45.) die Fürther nicht unverdient in Führung. Der MSV schlug in der zweiten Halbzeit binnen 180 Sekunden doppelt: Boris Taschtschy (62.) glich aus aus, Cauly Oliveira-Souza (64.) drehte das Spiel. Sebastian Ernst (75.) ließ Fürth wieder hoffen.

1. FC Kaiserslautern - 1. FC Heidenheim 1:0 (0:0)

Der 1. FC Heidenheim hat einen empfindlichen Rückschlag im Abstiegskampf einstecken müssen und den vorzeitigen Klassenerhalt verpasst. Das Team von Trainer Frank Schmidt verlor beim bereits abgestiegenen 1. FC Kaiserslautern 0:1 (0:0) und rutschte damit auf Platz zwölf ab. Am letzten Spieltag empfängt der FCH den direkten Konkurrenten SpVgg Greuther Fürth. Heidenheim startete vor 25.000 Zuschauern im Fritz-Walter-Stadion deutlich besser in die Begegnung, die Gäste konnten aber in der ersten Spielhälfte eine Vielzahl an Chancen nicht in einen Treffer ummünzen. In seinem vorerst letzten Zweitliga-Heimspiel präsentierte sich der FCK zunächst erschreckend harmlos. Die Pfälzer kamen aber wie ausgewechselt aus den Kabinen. Osayamen Osawe hatte kurz nach Seitenwechsel die Führung am Fuß, er scheiterte aber an FCH-Torhüter Kevin Müller. Wenig später machte es Sebastian Andersson (68.) besser und vollendete cool mit einem platzierten Schuss ins rechte Eck.

Erzgebirge Aue - Dynamo Dresden 0:0

Dresden und Aue müssen nach einem Sachsen-Derby ohne Höhepunkte weiterhin den Absturz fürchten. Während Dynamo mit 41 Punkten im Dunstkreis der Abstiegsränge liegt, steht Aue mit einem Zähler weniger noch etwas mehr unter Druck. Am letzten Spieltag bekommt es Dresden im eigenen Stadion mit den Unionern aus Berlin zu tun, die Auer reisen zum direkten Abstiegskonkurrenten Darmstadt 98.

Jahn Regensburg - Darmstadt 98 0:3 (0:1)

Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98 kann den Fall in die Drittklassigkeit wieder aus eigener Kraft verhindern. Die Lilien gewannen in Regensburg 3:0 (1:0) und stehen erstmals in der Rückrunde auf einem Nichtabstiegsplatz. Joevin Jones (29.), Dong-Won Ji (68.) und Tobias Kempe (73.) trafen für die zum zehnten Mal in Folge ungeschlagenen Darmstädter, die bei einem Heimsieg gegen Aue den direkten Klassenerhalt und bei einem Remis zumindest die Relegation sicher hätten. Für Aufsteiger Regensburg zerschlug sich hingegen die letzte kleine Hoffnung auf den Sprung auf Relegationsplatz drei. Jones, Nationalspieler von Trinidad und Tobago, sorgte in einer bis dahin unspektakulären Partie mit einem direkt verwandelten Freistoß für die Führung der Gäste.

Quelle: n-tv.de, sgi/sid

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