Fußball

20 Teams pro Liga, nie montags 1. FC Union provoziert mit seinen Thesen

imago36270974h.jpg

Dirk Zingler, der Präsident des 1. FC Union Berlin, fordert einen "Kurswechsel".

(Foto: imago/Matthias Koch)

Die Liga strebt eine Strukturreform des deutschen Fußballs an. Passend dazu veröffentlicht Zweitligist 1. FC Union Berlin eigene Thesen, fordert einen "Kurswechsel" und zum Beispiel die Begrenzung der Gehälter. Das passt nicht allen Managern.

Beim 1. FC Union Berlin haben sie darüber nachgedacht, was sich im deutschen Profifußball ändern sollte und einen Kurswechsel gefordert. Das Präsidium des  Zweitligisten plädiert in einem sechs Seiten langen Positionspapier unter anderem für die Organisation und Vermarktung aller drei Profiligen unter dem Dach der Deutschen Fußball Liga (DFL), die Aufstockung auf jeweils 20 Mannschaften, den direkten Aufstieg aller Meister bis hinunter in die Regionalliga, die Abschaffung von Montagsspielen und den Erhalt der 50+1-Regel.

Die Berliner sehen "krisenhafte Symptome" wie die fehlende Konkurrenz im Kampf um die Meisterschaft in der Bundesliga und das frühzeitige Scheitern der Klubs in den europäischen Wettbewerben. "Wir halten einen Kurswechsel, der den stufenlosen Wettbewerb der Vereine in Deutschland fördert und die unterschiedlichen Positionen der verschiedenen Interessengruppen im Fußball wertschätzt und berücksichtigt, für dringend notwendig", sagte Unions Präsident Dirk Zingler. Weitere Vorschläge sind die Durchlässigkeit zwischen den Ligen über Play-off-Spiele zu gewährleisten, die Begrenzung der Gehaltetats, eine drastische Erhöhung der Ausbildungsentschädigungen und die Professionalisierung des Schiedsrichterwesens.

"Lieber zusammen Gedanken machen"

Wie der Klub berichtet, habe die DFL allen 36 Profivereinen einen Vorschlag für eine Strukturreform zugeschickt, über den am 13. Dezember bei einer Mitgliederversammlung abgestimmt werden soll. Die Unioner sehen "jetzt die Chance, den deutschen Profifußball nicht nur organisatorisch neu aufzustellen, sondern auch inhaltlich neu auszurichten".

Der 1. FC Union stößt mit seinen Vorschlägen nicht überall auf Zustimmung. Borussia Mönchengladbachs Manager Max Eberl kritisierte: "Es ist eher kontraproduktiv, wenn alle Vereine einzelne Positionspapiere rausschicken. Ich denke, dass wir uns viel lieber zusammen Gedanken machen sollten." Dafür gebe es ausreichend Anlässe. "Ich bin spontan auch kein Freund von der Idee, die Liga aufzustocken."

Für ihn stehe im Vordergrund, wie sich die Bundesliga gesamtheitlich gegenüber anderen Ligen positionieren könne: "Da bin ich der Meinung, dass wir die Identität der Bundesliga ruhig auf einen hohen Sockel stellen sollen." Dies müsse allerdings plausibel und mit guten Gründen geschehen. Auch Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc zeigte sich nicht von allen Vorschlägen begeistert. "Grundsätzlich finde ich die Strukturen, wie sie momentan sind, erhaltenswert."

Quelle: n-tv.de, ara/dpa/sid

Mehr zum Thema