Fußball

"Wir sind geschockt" Andreas Biermann ist tot

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Biermann litt seit Jahren unter Depressionen.

(Foto: dpa)

Kurz nach dem Selbstmord von Nationaltorwart Robert Enke begab sich auch der Fußball-Profi Andreas Biermann in stationäre Behandlung. Wenig später schrieb er die Biografie "Rote Karte Depression". Nun ist er gestorben.

Fußball-Zweitligist Union Berlin trauert um Andreas Biermann. "Er hat sich lange und mutig gegen seine Krankheit gestemmt, aber er konnte den Kampf nicht gewinnen. Wir sind geschockt und traurig. Unsere Anteilnahme und unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen von Andreas Biermann", teilte Union-Präsident Dirk Zingler auf der Homepage des Vereins mit.

"Es ist schrecklich. Mir fehlen die Worte", sagte der Präsident des Berliner Fußball-Verbandes, Bernd Schultz. In der Regionalliga-Saison 2006/2007 absolvierte Biermann unter Union-Trainer Christian Schreier 29 von 36 Punktspielen und kam dreimal im Landespokal zum Einsatz.

"Für meine Familie dramatisch"

Am Freitag war Biermann im Alter von 33 Jahren gestorben. Nach Angaben seines Vereins FSV Spandauer Kickers 1975 e.V. nahm sich der ehemalige Profi das Leben. Biermann litt seit zehn Jahren an Depressionen und hatte nach dem Suizid des früheren Nationaltorwarts Robert Enke seine Krankheit im November 2009 öffentlich gemacht und 2011 die Autobiografie "Rote Karte Depression" veröffentlicht.

Den Schritt, seine Krankheit öffentlich zu machen, bereute Biermann später. "Menschlich war es damals der einzig richtige Schritt - das sehe ich auch heute noch so. Beruflich hingegen bereue ich mein Bekenntnis", sagte er im September 2011: "Ich habe dadurch meinen Job verloren. Für meine Familie war das dramatisch. Die Verantwortlichen in den Vereinen haben mir zunächst viele Versprechungen gemacht, die sie später dann nicht eingehalten haben."

Quelle: n-tv.de, ghö/dpa/sid