Fußball

Coach gibt Kontra wegen Boateng Angesäuerter Flick kontert Uli Hoeneß scharf

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Nicht immer einer Meinung: Hansi Flick (links) und Uli Hoeneß.

(Foto: imago images / ActionPictures)

Neuer Ärger beim FC Bayern? Hansi Flick schlägt gegen Uli Hoeneß zurück, weil dieser Jérôme Boateng nicht mehr in der Nationalelf sehen will. Der Bayern-Trainer ist angesäuert, weil er es eigentlich von seinem Verein kenne, "dass man seine Spieler immer unterstützt."

Uli Hoeneß hatte am Rande der Blamage der DFB-Elf gegen Nordmazedonien seine ganz eigene Meinung zur Kaderplanung von Joachim Löw. Der Bundestrainer solle gefälligst Mats Hummels von Borussia Dortmund und Thomas Müller vom FC Bayern nominieren. Soweit war das nicht überraschend, schließlich fordern das mindestens 75 Millionen der 80 Millionen Bundestrainer in Deutschland. Aber, und da scherte Hoeneß aus, Jérôme Boateng würde der Ehrenpräsident der Münchner zur EM "nicht mitnehmen". Schließlich "haben wir ja genug gute Abwehrspieler", sagte der RTL-Experte.

Was der 2019 (wie Müller und Hummels) aussortierte Boateng über diese Ansicht seines Ehrenpräsidenten denkt, ist nicht bekannt. Gewundert haben wird er sich vielleicht nicht. Denn Hoeneß gilt schon länger nicht als ausgemachter Boateng-Fan. Kurz nach dessen DFB-Aus legte er im selben Jahr dem Verteidiger auch seinen Abschied vom FC Bayern nahe. Vor allem die Art und Weise war ziemlich unwürdig, denn Hoeneß unterbrach damals einen Journalisten und keifte wild drauflos: "Dem würde ich empfehlen, den Verein zu verlassen. Ich glaube, er braucht eine neue Herausforderung. Im Moment wirkt er wie ein Fremdkörper." Nun, Boateng gab die Antwort auf dem Platz. Er rehabilitierte sich nach einer kurzen Schwächephase, wurde wieder eine äußerst wichtige Stütze im Spiel der Bayern und holte mit dem Team das Triple.

"Das ist seine Meinung"

Gewundert haben Hoeneß' Worte aber Hansi Flick. Der Bayern-Cheftrainer sagte nun bei einer Pressekonferenz, er sehe die Dinge anders und gab seinem Ehrenpräsidenten kontra. "Er hat aus einer schwierigen Situation - die er ohne Frage hatte - eine wahnsinnige Steigerung gemacht", urteilte Flick über Boateng. "Er hat hart an sich gearbeitet, um wieder auf dieses Niveau zu kommen. Jérôme ist wieder in Topform und hat die letzten Spiele herausragend gespielt." Vielleicht in Anspielung auf Hoeneß' Aussagen von 2019 stellte der Trainer auch noch mal fest, dass Boateng "einer der Garanten war, dass wir das Triple geholt haben".

Für Hoeneß hatte Flick auch ein paar direkte Worte übrig. "Das ist seine Meinung", sagte der Coach mit ernster Miene, die bedeutete, dass er sich über diese Betrachtungsweise so gar nicht freute. Dann teilte der angesäuerte Bayern-Trainer noch mal aus: "Ich kenne das von Bayern München, dass man seine Spieler immer unterstützt." Das wiederum dürfte Ur-Bayer Hoeneß so gar nicht geschmeckt haben. Braut sich nun für den Triple-Coach nach dem gerade erst beigelegten Zwist mit Hasan Salihamidzic neuer Ärger zusammen?

Aber als Trainer schützt Flick natürlich zuerst seine Spieler. Das ist eine wichtige Aufgabe des Coachings. Kritik an seiner Mannschaft muss er kontern. Und ob Boateng nun eine schlechtere Saison als Mats Hummels spielt, darf auch diskutiert werden. Nun, am Ende wird Jogi Löw entscheiden. Flick riet seinem ehemaligen Chef aber noch mal ausdrücklich bezüglich Boateng: "Er ist ein Spieler, der jeder Mannschaft guttun kann." Das dürfte auch Hoeneß nicht verneinen können.

Quelle: ntv.de

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