Fußball

Nächste Insolvenz in Liga 3 Auch Chemnitzer FC ist pleite

66153751.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Nur wenige Wochen nach Konkurrent Erfurt geht auch Drittligist Chemnitz finanziell die Luft aus. Die Himmelblauen stellen einen Insolvenzantrag. Die Spielergehälter kommen nun von der Arbeitsagentur. Doch der Club schaut nach vorn.

Nach Rot-Weiß Erfurt hat ein zweiter Ost-Traditionsklub in der 3. Fußball-Liga Insolvenz angemeldet: Der Vorstand und der Aufsichtsrat des finanziell angeschlagenen Chemnitzer FC beschlossen jeweils einstimmig, den Antrag auf die Eröffnung eines Insolvenzantrages einzureichen. "Der Verein hat Verbindlichkeiten aufgebaut, die vom Vereinsvermögen nicht gedeckt sind", teilte der CFC mit. Zugleich appellierte der Club "an alle Mitglieder, Fans und Unterstützer, den Verein nicht fallen zu lassen, sondern gemeinsam für einen erfolgreichen Neustart zu kämpfen".

Aufsichtsratschef Uwe Bauch sagte: "Dieser Schritt tut allen himmelblauen Fans weh. Er ist auch für die Stadt Chemnitz sehr traurig." Man habe nach gutem Gewissen entschieden. Vorstand Thomas Uhlig sprach von mehr als 2,5 Millionen Euro Verbindlichkeiten. Hinzu kämen noch 1,5 Millionen aus einem alten Kredit. Präsident Andreas Georgi ergänzte: "Wir rechnen mit einer Zahlungsunfähigkeit." Die Antragsstellung sei auch eine Zäsur. Thomas Georgi, der in den vergangenen Wochen auch die Funktion des Geschäftsführers ausübte, berichtete von vielen ergebnislosen Gesprächen mit den Gläubigern.

7c4ea97e65a04b501021cba0c8317221.jpg

Wertloser Sieg: Chemnitz deklassierte die Erfurter. Doch beide müssen nun sicher in die Regionalliga.

(Foto: imago/Karina Hessland)

Die Drittliga-Mannschaft sei über die drohende Insolvenz informiert worden, sagte Georgi. Es werde nun ein Insolvenzverwalter bestellt. Wie es dann weitergeht, werde man sehen. Die Gehälter bis März seien geflossen, die für den Monat April seien noch nicht gezahlt worden. "Das übernimmt nun das Arbeitsamt", äußerte Uwe Bauch. Ob es auch Auswirkungen auf den Nachwuchsbereich geben wird, sei derzeit noch nicht abzusehen, ergänzt Sportvorstand Steffen Ziffert.

Ligakonkurrent Erfurt war nach dem Insolvenzantrag vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) mit einem Abzug von neun Punkten bestraft worden und steht seitdem als erster Absteiger in die Regionalliga des Nordostdeutschen Fußballverband (NOFV) fest. Auch Chemnitz, das sieben Punkte Rückstand auf einen Nicht-Abstiegsplatz hat, droht dieses Szenario. Erst Am Wochenende hatten die Chemnitzer auswärts die Thüringer mit 5:0 besiegt. Erfurt ist Gründungsmitglied der 3. Liga und seitdem ununterbrochen dabei

Der DFB wird nun eine schriftliche Stellungnahme des Chemnitzer FC anfordern, anschließend wird der DFB-Spielausschuss über die  Folgen für die laufende Saison befinden. Paragraf 6 der DFB-Spielordnung sieht bei einem Insolvenzantrag den Abzug von neun Punkten vor. Nur in besonderen Ausnahmefällen kann von dieser Strafe abgesehen werden, beispielsweise wenn gegen den Hauptsponsor zuvor ein Insolvenzverfahren eröffnet worden ist.

Quelle: ntv.de, jwu/sid