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Die Liga wird noch spannender BVB landet mit Hummels einen Coup

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Bester Innenverteidiger der Rückrunde: Mats Hummels.

(Foto: imago images / DeFodi)

Was ist da los in München? Der FC Bayern verkauft mit Mats Hummels einen Fußballspieler, der längst nicht über seinen Zenit hinaus ist. Und das nicht an irgendwen, sondern an den Klub, der ihnen den Meistertitel streitig machen will. Glückwunsch, BVB!

Das Geld haben sie sehr gut investiert. 38 Millionen Euro sind zwar viel, auch in Zeiten des Transferwahnsinns - zumal für einen 30 Jahre alten Fußballprofi. Aber die Dortmunder Borussia weiß, was oder besser: wen sie dafür bekommt. Nach drei Jahren beim FC Bayern kehrt Mats Hummels zu dem Klub zurück, bei dem er bereits achteinhalb Jahre erfolgreich gespielt hat. Das Signal ist klar: Der BVB will in der kommenden Saison der Bundesliga den Münchnern den Meistertitel streitig machen, den sie seit sieben Jahren abonniert haben.

Dennoch: So viel Geld für einen ausgebooteten Nationalspieler? Ist das eine gute Idee? Ja, das ist es. Zugegeben, das vergangene Jahr war nicht das beste in Hummels sportlicher Laufbahn. Erst scheidet der Innenverteidiger mit der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Russland bereits in der Vorrunde aus. Neun Monate später teilt Bundestrainer Joachim Löw ihm und den Kollegen Thomas Müller und Jérome Boateng mit, dass er nicht mehr mit ihnen plant. Hummels Ruf hat sehr gelitten, auch beim FC Bayern war er unter Trainer Niko Kovac nicht mehr unumstritten. Gesetzt im Herz der Abwehr war allein Niklas Süle. Und der Klub hat 115 Millionen Euro für die französischen Weltmeister Lucas Hernández und Benjamin Pavard ausgegeben. Beide verteidigen außen, können es aber auch in der Mitte.

"War immer stolz und bin es noch"

Da ist es wenig verwunderlich, dass es Hummels nun zurück nach Dortmund zieht. Kurz vor seinem Abschied vom BVB im Sommer 2016 hatte er gesagt: "Ich war immer stolz und bin es noch, das BVB-Trikot zu tragen und Teil dieser außergewöhnlichen Mannschaft zu sein." Er ging ohne Groll. Das macht ihm die Rückkehr leicht. Und er dürfte sich vorgenommen haben, es allen noch einmal zu zeigen. Denn so beschädigt seine Reputation auch ist, der Weltmeister gehört immer noch zu den Besten. Oft haben seine Kritiker ihn schlechter gesehen, als er es war.

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In der zweiten Saisonhälfte der Bundesliga erarbeitete sich Hummels mit 66,05 Prozent eine der stärksten Zweikampfquoten der Liga. Er kommt mit überdurchschnittlich wenigen Fouls aus und ist ungemein kopfballstark. Der "Kicker" kürte ihn zum besten Innenverteidiger der Rückrunde. Vor dem Hintergrund, dass die Dortmunder auch deshalb ihre Chance auf die Meisterschaft verspielten, weil sie so anfällig bei Standards waren, ist Hummels also genau der Mann, den Trainer Lucien Favre braucht. Beim BVB meinen sie es also ernst, haben jegliche Zurückhaltung abgelegt und bereits für den Belgier Thorgan Hazard sowie die deutschen Nationalspielern Nico Schulz und Julian Brandt 75 Millionen Euro ausgegeben. Hummels nun könnte zum entscheidenden Teil im Dortmunder Meisterpuzzle werden.

Bleibt die Frage, warum der FC Bayern sich auf dieses Geschäft eingelassen hat. Weil sie glauben, ihn entbehren zu können? Weil Hummels sich nicht mit Trainer Kovac versteht? Oder weil die Münchner schlicht Geld brauchen, um ihrerseits weiter aufrüsten zu können? Was auch immer der Grund sein mag: Ihn abzugeben war ein Fehler. Der BVB aber darf sich freuen - und mit ihm alle, die auf einen spannenden Kampf um den Titel hoffen.

Quelle: n-tv.de

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