Fußball

Saisonprognose von n-tv BVB überflügelt den FC Bayern - oder nicht

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Sie schon wieder? Könnte gut sein, dass der FC Bayern zum achten Mal hintereinander die deutsche Fußballmeisterschaft gewinnt.

(Foto: imago images / MIS)

Wie es ausgeht? Das wissen wir auch nicht. Aber wir haben so eine Ahnung, was in dieser 57. Saison der Fußball-Bundesliga passieren könnte, und geben unaufgefordert die Antworten auf fünf Fragen, die wir uns bei n-tv, ob beim Fernsehen oder bei den Onlinern, selbst gestellt haben. Fest steht, dass der FC Bayern München als Meister an diesem Freitag (ab 20.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) mit der Partie gegen die Berliner Hertha die Spielzeit eröffnet. Die Dortmunder Borussia spielt am Samstagnachmittag gegen den FC Augsburg, und zum Abschluss tritt RB Leipzig am Sonntag ab 18 Uhr beim Aufsteiger 1. FC Union Berlin in Köpenick an. Alles andere steht in den Sternen, aber bitte:

1. Der FC Bayern, der BVB - oder doch Leipzig?

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Meistermacher? Lucien Favre.

(Foto: imago images / Kirchner-Media)

Anja Rau: In dieser Saison beweist Lucien Favre, dass er die Meisterflatter überwinden kann - Borussia Dortmund macht's und holt die Schale.

Timo Latsch: Keiner von den Dreien. Leverkusen wird deutscher Fußballmeister! Trainer Peter Bosz passt perfekt zu Bayer 04, mit Kerem Demirbay hat der Klub einen Königstransfer gelandet.

Nico Holter: Stopp! Das V in Leverkusen steht auch in Zukunft für Vize. Die Bayern enttäuschen als Dritter. Mats Hummels feiert mit Borussia Dortmund seine dritte deutsche Meisterschaft und fährt nach der Saison sogar noch mit der DFB-Elf mit zur EM.

Rolf Niebuhr: Diese Saison ist wie gemalt für den BVB: Trainer Favre legt seine Scheu ab, der Kader ist der Beste seit Jahren und die Aktie schießt durch die Decke. Freue mich schon auf die Bierdusche am Dortmunder Borsigplatz für den Kollegen Latsch.

Till Erdenberger: Der BVB steht vor einer Mammutaufgabe, er muss permanent am Optimum operieren, Marco Reus muss fit bleiben. Das ist beides für sich genommen schon kompliziert genug. Schafft der BVB beides, kann er den FC Bayern unter Druck setzen. Ansonsten läuft's wie stets: Die Münchener lösen ihre Pflichtaufgaben und lassen eben keine Punkte in Augsburg liegen.

Marc Gabel: Ich nehme mir für den 17. Mai 2020 mal lieber nichts vor, denn da wird wieder die Meisterfeier auf dem Münchner Marienplatz stattfinden. Der FC Bayern gewinnt Titel Nummer acht in Serie - allen Widrigkeiten zum Trotz.

Stefan Giannakoulis: Leipzig? Vielleicht. Der BVB? Könnte gut sein. Am Ende stehen aber wieder die Münchner ganz vorne, weil die Mannschaft dann doch besser ist, als es nach dem Transferhickhack in der Sommerpause den Anschein hat.

2. Wer schafft es nach Europa, wer steigt ab?

Rau: Die Nachfolger der Schalker Eurofighter haben jedenfalls mit keiner der Gruppen etwas zu tun, sie mäandern durchs Mittelfeld. In Europa mischen die üblichen Verdächtigen mit - und der SV Werder Bremen. Abwärts muss das Fahrstuhlteam aus Paderborn, gemeinsam mit Düsseldorf - der 1. FC Union rettet sich in der Relegation.

Latsch: Bayern, Dortmund und Leipzig hinter Leverkusen. Dahinter kommen, in dieser Reihenfolge, Bremen, Mönchengladbach und Schalke ins Ziel.

Holter: Schalke schlägt zurück und schafft es hinter Mönchengladbach und Bremen in die Europaliga. RB Leipzig zieht als souveräner Vierter in die Champions League ein.

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Designierter Zweitligageißbock? Hennes IX.

(Foto: imago images / Future Image)

Niebuhr: Europa kann nur ein Klub, die Eintracht aus Frankfurt. Der Rest wurschtelt so vor sich hin. Leider gibt es wieder ein Schneckenrennen um die Europa-League-Plätze. In die Champions League gehört das Trio BVB, Bayern und Leverkusen. Leipzig und Trainer Julian Nagelsmann finden zueinander und belegen den vierten Platz. Absteiger Nummer eins ist der 1. FC Köln, wer sonst! Hennes IX. kann in den Niederungen viel besser grasen und sich die Hörner abstoßen.

Erdenberger: Der neue Trainer Marco Rose führt Gladbach mit attraktivem Fußball mit den Bayern, dem BVB und Leipzig in die Champions League. Leverkusen und Wolfsburg dürfen sich 2020 auf den Weg nach Plowdiw und Co. machen. Paderborn und Union steigen ab. Maximal unromantisch, aber niemand hat behauptet, dass Profifußball was fürs Herz sei. Dazu wird der Rammelfußball von Martin Schmidt erst dem Trainer den Job, dann dem FC Augsburg den direkten Klassenerhalt kosten.

Gabel: Hinter den Bayern kommen die Dortmunder, die Leipziger und die Frankfurter in die Champions League, in der Europaliga spielen Leverkusen, Gladbach und Wolfsburg. Meine Absteiger sind Paderborn, Augsburg und leider Köln.

Giannakoulis: Hinter den Bayern, den Dortmundern und Leipzigern ziehen die Leverkusener in die Champions League ein. Europaliga? Mönchengladbach und Wolfsburg. Absteiger: Köln und Köpenick.

3. Für die Überraschung der Saison sorgt

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Mit dem SV Werder nach Europa? Claudio Pizarro.

(Foto: imago images / Nordphoto)

Rau: … Claudio Pizarro, der in seiner wirklich allerletzten Saison die Bremer nach Europa schießt. Wobei das ja eigentlich keine Überraschung wäre.

Latsch: … der FC Schalke 04. Er schafft es mit dem neuen Trainer David Wagner auf Platz sieben und damit nach Europa, Frankfurt und Hoffenheim rutschen hingegen in der Tabelle ab.

Holter: … das Aufsteigerduo. Der 1. FC Union Berlin und der SC Paderborn halten beide die Liga. Die Ostwestfalen aber zittern zwei Spiele länger und retten sich erst in der Relegation.

Niebuhr: … der SC Paderborn 07. Die Ostwestfalen werden alle überraschen und doppelt so viele Tore schießen wie sie Punkte holen. Eine Mannschaft ohne Kohle, ohne Stars und mit der Devise: Angriff ist die beste Verteidigung. Sollen die Laptop-Trainer mal sehen.

Erdenberger: … Hertha BSC, nur ganz anders, als erhofft. Mit den Investor-Millionen ging man bisher seriös und zurückhaltend um, das spricht für die Verantwortlichen. Allerdings wird der nächste Angriff auf europäische Gefilde für den "Big City Club" (als den sich Investor Lars Windhorst die "Alte Dame" vorstellt) noch ein bisschen auf sich warten lassen. In der kommenden Saison wird man sich erstmal im unteren Drittel einsortieren.

Gabel: … der 1. FC Union Berlin, der Aufsteiger bleibt im Oberhaus und begeistert mit seinen Fans die ganze Liga.

Giannakoulis: Ein wenig traurig ist es schon, aber die Frankfurter Eintracht wird nach Jahren der Euphorie in dieser Saison überraschend nicht für Furore sorgen.

4. Für diese Trainer wird es eng

Rau: David Wagner hat auf Schalke einfach einen undankbaren Job übernommen.

Latsch: Am Anfang der Saison für Ante Covic bei der Berliner Hertha, am Ende für Niko Kovac beim FC Bayern.

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Enge Sache? Niko Kovac.

(Foto: dpa)

Holter: Eng ist und bleibt es für Kovac in München. Aber die erste Trainerentlassung gibt es zum Ende der Hinrunde beim FC Augsburg - Martin Schmidt muss gehen.

Niebuhr: Bei so vielen neuen Gesichtern kann keiner den Überblick behalten. Wie gut, dass die Bayern an Kovac festgehalten haben - und ihn schon wieder öffentlich schwächen. Bei einem Fehlstart der Münchner werden Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge keine Gnade kennen.

Erdenberger: Wer sich einen Investor ins Haus holt und ihn mit mehr als einem Drittel an der GmbH & Co. KGaA ausstattet, steht unter Druck. Dieser Druck, das ist, nun ja, gute Bundesligatradition, wird immer über den Trainer abgeleitet. Oder er fliegt eben. So wie Ante Covic in Berlin. Die Halbwertzeit von Martin Schmidt war auch in Mainz und Wolfsburg überschaubar. Gut möglich, dass sich der so sympathische Trainer auch in Augsburg vorzeitig abnutzt.

Gabel: Martin Schmidt vom FC Augsburg.

Giannakoulis: Dass Christian Streich im Herbst den SC Freiburg verlässt, scheint ausgemachte Sache. Weil: Erst lässt sich Klubchef Fritz Keller zum Präsidenten des DFB wählen, dann holt er den Trainer nach. Und Joachim Löw? Übernimmt den Sport-Club.

5. Diese Pressekonferenz eskaliert

Rau: Der Ton wird rauer in Leipzig. Nach seinem "Maulkorb" für die Spieler direkt nach den Partien fällt Trainer Julian Nagelsmann bestimmt noch etwas Neues ein.

Latsch: Wieso etwas eskaliert, weiß ich nicht. Aber es wird an der Säbener Straße eskalieren und der Begriff "Trio infernale" fällt dieses Mal nicht.

Holter: Kein Kommentar.

Niebuhr: Uli und Kalle werden in München wieder Realsatire bieten und die Ahnungslosen diesmal mit Klarnamen und Mailanschrift anklagen. Herrlich, wenn Hasan Salihamidzic auch mitmischen darf.

Erdenberger: Nach vier Gelben Karten werden ja künftig Trainer für ein Spiel gesperrt. Die reagieren eher mäßig begeistert. Düsseldorfs Friedhelm Funkel spricht von "Schwachsinn", weil die Arbeit "unnötig beschnitten" werde. Und Leipzigs Julian Nagelsmann sagt, man müsse "da an die Menschlichkeit appellieren und nicht alles mit Strafen regulieren". DFB-Lehrwart Lutz Wagner erklärt: Der Schiedsrichter schreite nur ein, wenn sich ein Trainer unsportlich verhalte. Spannend wird, wenn Nagelsmann, Funkel oder ein Kollege nach einer Sperre gefragt wird: Wieso gehören wiederholte Unsportlichkeiten zu Ihren üblichen Strategien bei der Ausübung Ihres Berufes?

Gabel: Jede Pressekonferenz mit Uli Hoeneß hat Eskalationspotenzial, sein Abschied im Spätherbst wird sicher sehr emotional für alle Bayern-Verantwortlichen.

Giannakoulis: Wer mit dem "Trio infernale" in einer Redaktion arbeiten darf, der weiß, dass er sich auf seine Kollegen verlassen kann. Irgendetwas wird ihnen schon einfallen.

*Datenschutz

Quelle: n-tv.de, Anja Rau, Timo Latsch, Nico Holter, Rolf Niebuhr, Till Erdenberger, Marc Gabel, Stefan Giannakoulis

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