Fußball

"Sind eigentlich pleite" Barça für Hoeneß Fall für Insolvenzrichter

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Uli Hoeneß mit Oliver Kahn, dem neuen Bayern-Boss.

(Foto: picture alliance / sampics / Stefan Matzke)

Den FC Barcelona plagen etliche Sorgen. Fast alle hängen mit dem immensen Schuldenstand von 1,3 Milliarden Euro zusammen. Die neue Champion-League-Saison beginnt der Verein ohne Messi und Griezmann. Die mussten verschenkt werden. "Ein Fall für den Insolvenzrichter", findet Uli Hoeneß.

Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß hat den ersten Champions-League-Gegner FC Barcelona für dessen wirtschaftliches Gebaren in den vergangenen Jahren kritisiert. In einem Interview des Bayerischen Rundfunks sagte Hoeneß, der Club sei kein Vorbild mehr. "Barcelona ist eigentlich pleite. Wenn Barcelona in Deutschland wäre, wäre das ein Fall für den Insolvenzrichter", sagte der 69-Jährige. Die Katalanen sind am Abend (21 Uhr/Amazon Prime Video) auswärts erster Gruppenkontrahent des deutschen Fußball-Rekordmeisters.

Als der inzwischen zu Real Madrid gewechselte David Alaba einmal gesagt habe, es sei sein Traum, in Barcelona zu spielen, habe er ihn gefragt, ob er mit dem Präsidenten oder mit dem Insolvenzverwalter verhandeln wolle. Hoeneß betonte, auch er sei dafür, an die Grenzen zu gehen. "Aber in dem Moment, wo das Ganze nicht mehr vernünftig refinanzierbar ist, muss man halt auch mal Nein sagen und dann auch mal sagen 'Dann gewinn' ich halt mal die Champions League nicht'."

Das Ende einer Ära

Mit Blick auf die einst lange in Spanien aktiven Altstars Lionel Messi, Cristiano Ronaldo und Sergio Ramos sprach Hoeneß von der Endphase einer Ära. "Das sind Spieler, die es wahrscheinlich in der Form nie mehr oder lange Zeit nicht geben wird. Und danach wird der Fußball neu aufgerollt, und da muss der FC Bayern stark sein", sagte Hoeneß. In den kommenden ein, zwei Jahren heiße es "Augen zu und trotzdem die versuchen zu schlagen". Das sei möglich, betonte Hoeneß. "Aber zu glauben, die müssen wir links und rechts durch wirtschaftliche oder finanzielle Zugaben an die Spieler überholen, das wird nicht gehen."

Messi spielt nach seinem auch finanziellen Umständen geschuldeten Abschied aus Barcelona nun ebenso bei Paris Saint-Germain wie Real Madrids langjähriger Kapitän Ramos. Dessen Ex-Teamkollege Ronaldo war jüngst von Juventus Turin zu Manchester United zurückgekehrt.

Hoeneß warnte jedoch auch eindringlich vor den finanziellen Folgen der weiterhin andauernden Corona-Krise. "Der FC Bayern war bis zur Pandemie ein Vorzeigeklub auf der Welt. Den großen Erfolg ohne wirtschaftliche Erfolge, das hat fast keiner verstanden", sagte der ehemalige Präsident: "Ohne Zuschauer haben wir jährlich 80 bis 100 Millionen Euro verloren. Die haben dazu geführt, dass unser Festgeldkonto, das mal richtig dick war, abgeschmolzen ist. Es ist noch da – aber wenn das noch lange so geht, wird es irgendwann schwierig." Beim letzten Heimspiel der Bayern, einem 6:0 gegen Hertha BSC, waren in der Allianz Arena 25.000 Zuschauer zugelassen. Das entspricht einem Drittel der Gesamtkapazität.

Quelle: ntv.de, sue/dpa

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