Fußball

Wann ist Hand eigentlich Hand? Bayerns Lewandowski lässt Schalke leiden

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Drei Tore - noch Fragen?

(Foto: REUTERS)

Erster Sieg in der neuen Saison: Dank drei Toren von Robert Lewandowski gewinnt der FC Bayern am 2. Spieltag der Fußball-Bundesliga souverän beim FC Schalke 04. Die Gastgeber hadern aber mit dem Schiedsrichter, der bei zwei Handspielen der Münchner nicht auf Strafstoß entscheidet.

Mit einem Dreierpack hat Robert Lewandowski Bayern München zum ersten Saisonsieg geführt und einen Fehlstart des Rekordmeisters verhindert. Der Torjäger bescherte dem Titelverteidiger im Alleingang ein 3:0 (1:0) bei Schalke 04. Nach dem enttäuschenden 2:2 zum Auftakt gegen Hertha BSC setzten die Münchner mit dem 15. Sieg im 18. Duell eine eindrucksvolle Erfolgsserie fort: Seit 2010 haben sie nicht mehr gegen die Königsblauen verloren. Schalke wartet dagegen auch unter dem neuen Trainer David Wagner seit mehr als sieben Monaten auf einen Heimsieg: Seit dem 2:1 am 20. Januar gegen den VfL Wolfsburg haben die Gelsenkirchener kein Bundesligaspiel mehr in der heimischen Arena gewonnen.

Lewandowski, der schon gegen Berlin beide Tore erzielt hatte, entschied die Partie: Erst verwandelte der 31-Jährige einen Foulelfmeter (20.), dann zirkelte er einen Freistoß aus 20 Metern spektakulär in den Winkel (50.). Schließlich verwertete er noch eine Vorlage von Kingsley Coman (75.). Er schraubte sein Trefferkonto nach zwei Spielen auf fünf und zeichnete so für alle Bayern-Treffer 2019/20 verantwortlich. "Ich kann immer besser spielen, ich habe noch Potenzial, noch besser zu werden. Du kannst allein ein Spiel gewinnen, aber mit der Mannschaft Titel", sagte Lewandowski bei Sky. Schalke-Torwart Alexander Nübel, der erstmals gegen seinen möglichen neuen Arbeitgeber spielte, war bei allen Treffern machtlos. In der 82. Minute hatte Schalkes Guido Burgstaller mit einem Pfostenschuss Pech. Er stand aber ohnehin ganz knapp im Abseits.

Schalke 04 - Bayern München 0:3 (0:1)

Tore: 0:1 Lewandowski (20., Foulelfmeter), 0:2 Lewandwoski (50.), 0:3 Lewandowski (75.)
Schalke:
Nübel - Kenny, Stambouli,  Nastasic, Oczipka - McKennie, Mascarell (59. Salif Sane) -  Caligiuri, Harit (85. Mercan), Raman (51. Kutucu) - Burgstaller. - Trainer: Wagner.
München: Neuer - Pavard, Süle, Hernandez (77. Martinez) -  Kimmich, Alaba - Gnabry (57. Perisic), Thomas Müller (57. Coutinho),  Tolisso, Coman. Lewandowski. - Trainer: Kovac.
Schiedsrichter: Fritz (Korb)
Zuschauer: 62.271 (ausverkauft)

Bayerns neuer Star Philippe Coutinho, der erst am Dienstag zum ersten Mal in München trainiert hatte, saß wie angekündigt zunächst auf der Bank. In der 57. Minute wechselte Trainer Niko Kovac den Brasilianer ein - ebenso wie Bundesliga-Rückkehrer Ivan Perisic. Schon mit dem Anpfiff gab der französische Weltmeister Lucas Hernandez sein Debüt in der Dreier-Abwehrkette - neben Niklas Süle und seinem Landsmann Benjamin Pavard.

Schalke attackiert früh, hat aber keine Idee

Wagner setzte bei seinem Heimdebüt als Schalke-Trainer auf dieselbe Startelf wie beim 0:0 zum Auftakt bei Borussia Mönchengladbach. "Rotzfrech" hatte der Uefa-Cup-Sieger von 1997 sein Team gegen den Rekordmeister sehen wollen. Die Schalker attackierten früh, eroberten auch immer wieder den Ball schon in der Münchner Hälfte, wussten aber nichts damit anzufangen.

So brauchten die Bayern eine Standardsituation, um zur ersten Torchance zu kommen: Lewandowski scheiterte mit einem Kopfball am stark reagierenden Nübel. Zwei Minuten später der Keeper gegen den Polen allerdings machtlos, als Lewandowski den Elfmeter nach Jonjoe Kennys Foul gegen Coman souverän verwandelte. Mit der Führung im Rücken kombinierten die Bayern viel sicherer und übernahmen dann auch die Spielkontrolle. Kovac zog David Alaba zurück und bildete eine Vierer-Abwehrkette.

Die Schalker Attacken wurden auch zaghafter. Außer einer Chance für Corentin Tolisso (43.) brachte die Münchner Überlegenheit vor der Pause aber wenig. Erst nach dem 0:2 wurden die Gastgeber wieder aggressiver und kamen zu nennenswerten Chancen. Zweimal forderten die Schalker vehement Elfmeter - als Pavard (56.) und Perisic (63.) den Ball an die Hand bekamen. Doch Schiedsrichter Marco Fritz ließ weiterspielen. Durchaus überraschend.

Quelle: n-tv.de, tno/sid

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