Fußball

Viertligist im Viertelfinale Bayerns Sieg im Pokal alarmiert Flick

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Thomas Müller erzwang erst den schnellen Ausgleich, die Führung erzielte der ehemalige Nationalspieler selbst.

(Foto: imago images/Sven Simon)

Der FC Bayern gerät im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen die TSG Hoffenheim schnell in Rückstand, noch vor der Pause dreht der Rekord-Pokalsieger die Partie. In einer turbulenten Schlussphase geraten die Münchener jedoch überraschend noch einmal arg ins Schwimmen.

FC Bayern München - TSG Hoffenheim 4:3 (3:1)

Bayern München ist auch im DFB-Pokal nicht zu bremsen und trotz einiger Wackler in der Schlussphase für den Bundesliga-Kracher gegen RB Leipzig gerüstet. Der Titelverteidiger setzte seinen beeindruckenden Siegeszug unter Hansi Flick auch beim turbulenten 4:3 (3:1) im Achtelfinale gegen die TSG Hoffenheim fort und hält damit Kurs auf Berlin. Dabei erlebten die 71.500 Zuschauer in der Allianz Arena zunächst Fußball verkehrt: Bayern-Routinier Jerome Boateng (8.) und Hoffenheims Kapitän Benjamin Hübner (13.) trafen ins eigene Tor. Thomas Müller (20.) und Robert Lewandowski (36.) stellten die Weichen gegen lange Zeit erschreckend körperlose Kraichgauer noch vor der Pause auf den achten Pflichtspielsieg in Folge.

FC Bayern München - TSG Hoffenheim 4:3 (3:1)

München: Neuer - Pavard, Jerome Boateng (83. Odriozola), Alaba, Davies - Tolisso, Kimmich - Gnabry, Thomas Müller (81. Cuisance), Coutinho - Lewandowski (81. Zirkzee). - Trainer: Flick
Hoffenheim: Pentke - Kaderabek, Akpoguma, Benjamin Hübner, Zuber - Grillitsch (71. Ribeiro) - Rudy, Nordtveit - Bebou (61. Dabbur), Bruun Larsen (71. Baumgartner) - Kramaric. - Trainer: Schreuder
Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)
Tore: 0:1 Jerome Boateng (8., Eigentor), 1:1 Hübner (13., Eigentor), 2:1 Thomas Müller (20.), 3:1 Lewandowski (36.), 4:1 Lewandowski (80.), 4:2 Dabbur (82.), 4:3 Dabbur (90.+2)
Zuschauer: 71.500
Gelbe Karten: Tolisso, Pavard, Alaba - Nordtveit

Nach Lewandowskis zweitem Treffer zum 4:1 (80.) leisteten sich die Bayern aber Nachlässigkeiten in der Abwehr und kassierten durch Munas Dabbur (82./90.+2) noch zwei Treffer. "Wenn man drei Tore in München schießt und verliert, ist das sehr bitter. Wir haben uns tapfer geschlagen. Leider waren wir in der ersten Halbzeit klar die schlechtere Mannschaft", sagte Hoffenheims Mittelfeldspieler Steven Zuber bei Sky. Danach schonte der Tabellenführer der Bundesliga Kräfte für das Topspiel am Sonntag (18 Uhr im Liveticker auf ntv.de) gegen Verfolger RB. Das hätte sich rächen können, doch Hoffenheim konnte seine erste Achtelfinal-Niederlage im neunten Spiel trotz guter Chancen nach dem Wechsel nicht verhindern.

Die Bayern waren nach dem 1:2 in der Liga gewarnt. Allerdings fehlte den Gästen diesmal ihr damaliger Held Sargis Adamyan (Sprunggelenk), der im Oktober beide Tore erzielt hatte. Stattdessen gab Winterzugang Jacob Bruun Larsen sein Debüt, kam aber kaum zur Geltung. Beim 0:1, dem ein Ballverlust von Philippe Coutinho vorausging, lenkte Boateng unglücklich einen Schuss von Ihlas Bebou ins eigene Tor. Danach übernahmen die Bayern das Kommando. Beim Ausgleich bedrängte Müller Gegenspieler Hübner, der den Ball mit dem Knie ins eigene Netz drückte. Beim 2:1 war es erneut Hübner, der gegen Müller nach einer Flanke von David Alaba zu spät kam. TSG-Torwart Philipp Pentke machte mit starken Paraden gegen Lewandowski (23.) und Serge Gnabry (24., 25.) weitere Chancen zunichte, patzte aber vor dem 1:3 mit einer verunglückten Faustabwehr.

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Munas Dabbour traf doppelt, am Ende fehlte Hoffenheim ein Tor zur Verlängerung.

(Foto: imago images/Jan Huebner)

Dass Flick mit Gnabry, Philippe Coutinho und Corentin Tolisso drei frische Kräfte gebracht hatte, machte sich nicht negativ bemerkbar - im Gegenteil. Die Bayern strahlten vor allem in der ersten Hälfte wie zuletzt gewohnt eine unerschütterliche Ruhe und Dominanz aus. Allerdings spielte die TSG da auch unverständlich passiv und fiel immer wieder auf dieselben Münchner Spielzüge herein. Dennoch änderte Trainer Alfred Schreuder nach dem Seitenwechsel zunächst nichts an Personal und Ausrichtung. Müller (52.) hätte dies beinahe bestraft, danach verloren die Bayern jedoch Tempo und Faden. Bebou (56.), Steven Zuber (71.), der am stark reagierenden Manuel Neuer scheiterte, und Christoph Baumgartner (74.) vergaben gute Gelegenheiten zum Anschlusstreffer.

In der Schlussphase wurde es dank Toren auf beiden Seiten und dem Debüt von Bayerns Winterzugang Alvaro Odriozola aber nicht langweilig, zumal Dabbur doppelt traf. Bayern-Trainer Hansi Flick sieht entsprechend Gesprächsbedarf: "Kompliment an Hoffenheim. Am Ende zählt aber, dass man weiterkommt - deswegen bin ich glücklich und zufrieden. Dass wir in der zweiten Halbzeit noch mal so ins Schwimmen kommen, darüber müssen reden und das werden wir analysieren. Das ist ein Weckruf für uns."

1. FC Saarbrücken - Karlsruher SC 5:3 (0:0) i.E.

1. FC Saarbrücken - Karlsruher SC 5:3 (n.E.) (0:0)

Saarbrücken: Batz - Barylla, Schorch, Uaferro, Müller - Zeitz, Perdedaj (105. Miotke) - Mendler (90.+3 Golley), Jänicke (115. Froese) - Zellner, Eisele (75. Jurcher). - Trainer: Kwasniok
Karlsruhe: Gersbeck - Stiefler, Gordon, Pisot, Roßbach - Gondorf - Camoglu (73. Kother, 97. Grozurek), Wanitzek, Lorenz - Hofmann, Fink (84. Djuricin). - Trainer: Eichner
Schiedsrichter: Sören Storks (Velen)
Tore: Fehlanzeige
Zuschauer: 6800 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Mendler, Müller - Stiefler (2), Roßbach, Kother, Grozurek
Elfmeterschießen: 1:0 Zellner, 1:1 Hofmann, 2:1 Golley, 2:2 Djuricin, 3:2 Zeitz, Batz (Saarbrücken) hält gegen Pisot, 4:2 Miotke, 4:3 Wanitzek, 5:3 Schorch

Der 1. FC Saarbrücken schreibt weiter an seinem Pokalmärchen. Der Regionalligist bezwang den kriselnden Fußball-Zweitligisten Karlsruher SC im Elfmeterschießen nach torlosen 120 Minuten mit 5:3. Der krasse Außenseiter Saarbrücken erreichte erstmals seit 35 Jahren das Viertelfinale des DFB-Pokals. Zum Matchwinner wurde Saarbrückens Torhüter Daniel Batz, der den Schuss von David Pisot hielt. Anschließend machte Christopher Schorch alles klar.

Damit ist der FCS, der um den Aufstieg in die 3. Liga kämpft, zwischen sieben Bundesligisten der große Underdog des Viertelfinals, das am Sonntagabend (18 Uhr in der ARD) ausgelost wird. Der zweimalige Pokalsieger KSC verpasste beim Debüt von Christian Eichner, der am Montag den entlassenen Alois Schwartz auf der Trainerbank beerbt hatte, den ersten Viertelfinaleinzug seit 23 Jahren und muss sich nun auf den Abstiegskampf in Liga zwei konzentrieren.

Das Flutlichtspiel wurde wegen des Umbaus des Ludwigsparks im Völklinger Hermann-Neuberger-Stadion ausgetragen. Dort übernahmen vor 6800 Zuschauern vornehmlich die Gäste das Kommando, der frühere KSC-Coach Lukas Kwasniok hatte bei seinem ersten Spiel als Trainer der Saarländer zunächst wenig Grund zur Freude. Auch im weiteren Spielverlauf blieb das Niveau überschaubar, Zweikämpfe unterbrachen häufig den Spielfluss. Der Favorit fand gegen kompakte Gastgeber keine Lösungen, das Elfmeterschießen musste entscheiden.

Quelle: ntv.de, ter/sid