Fußball

Ermittlungen gegen Umfeld Betrieb Maradona Menschenhandel?

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(Foto: imago images/ZUMA Wire)

2001 lässt der damals 41-jährige Diego Maradona seine minderjährige Freundin Mavys Álvarez nach Argentinien ausfliegen. Die Kubanerin sagt nun vor Gericht gegen Vertrauensleute des verstorbenen Fußballstars aus, sie wäre eingesperrt und zum Drogenkonsum gezwungen worden.

Wenige Tage vor dem ersten Todestag der argentinischen Fußballlegende Diego Maradona nehmen die Ermittlungen gegen ehemalige Vertrauensleute des Weltstars wegen Menschenhandels Fahrt auf. Das mutmaßliche Opfer Mavys Álvarez machte vor einem Gericht in Buenos Aires seine Aussage, wie lokale Medien berichteten.

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Mavys Álvarez sagte heute vor Gericht aus.

(Foto: REUTERS)

Maradona hatte Álvarez als Minderjährige in Kuba kennengelernt und eine Affäre mit ihr angefangen. 2001 brachten Männer aus dem Umfeld des Fußballstars die damals 16-jährige Kubanerin für mehrere Wochen nach Argentinien. Sie habe damals nur in Begleitung von Vertrauten von Maradona ihr Hotelzimmer verlassen dürfen, ließ sie durch ihre Anwälte mitteilen. Außerdem sei sie zu einer Brustvergrößerung und zum Drogenkonsum gedrängt worden.

Maradona war am 25. November vergangenen Jahres in einer privaten Wohnanlage nördlich von Buenos Aires an einem Herzinfarkt gestorben. Zwei Wochen zuvor war er aus dem Krankenhaus entlassen worden, wo er sich einer Gehirnoperation unterzogen hatte. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft wurden bei der Pflege des einstigen Weltstars schwere Fehler gemacht. Gegen seinen Leibarzt, seine Psychiaterin und mehrere Pflegekräfte wird wegen Totschlags ermittelt. Zudem überziehen sich Maradonas Töchter, ehemalige Wegbegleiter und sein früherer Anwalt gegenseitig immer wieder mit schweren Vorwürfen. Zeit seines Lebens war der Fußballstar immer wieder drogenabhängig gewesen.

Etwa ein Jahr nach dem Tod von Maradona ist die kultische Verehrung des ehemaligen Fußballers ungebrochen und die argentinische Regierung erklärte das Geburtshaus des Fußballstars zur nationalen Gedenkstätte. Das entsprechende Dekret wurde im Amtsblatt veröffentlicht. Das einfache Haus liegt in dem Armenviertel Villa Fiorito südlich von Buenos Aires. Maradona verbrachte dort die ersten Jahre seines Lebens. Heute schmückt ein Wandbild mit dem Konterfei von Maradona die Fassade des Hauses.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

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