Fußball

"Zizou nie ein Strategie-Genie" Bittere Häme für Reals Sündenböcke

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Zinedine Zidane konnte sein Team nicht vor dem frühen Champions-League-Aus bewahren.

(Foto: imago images/PA Images)

Real Madrid scheitert früh in der Champions League - auch, weil ein Weltmeister zweimal schlimm patzt. Nach Ansicht spanischer Medien aber auch, weil eine Fußball-Legende seine eigene wundersame Serie torpediert. Spott und Häme sind das Ergebnis eines bitteren Abends.

Nach dem frühen Aus von Rekordsieger Real Madrid im Achtelfinale der Champions League stehen Raphaël Varane und Trainer Zinedine Zidane in der Kritik. Hart ins Gericht gingen die spanischen Medien vor allem mit dem 27 Jahre alten Innenverteidiger, der beim 1:2 (1:1) gegen Manchester City vor beiden Gegentoren eklatant gepatzt hatte. "Varane hob das Harakiri-Schwert", titelte die Zeitung "El Mundo". Real hatte vor der Corona-Zwangspause bereits das Hinspiel mit 1:2 verloren und verpasste damit das Viertelfinale.

Varane nahm die Schuld für die Niederlage auf sich und entschuldigte sich bei Fans und Teamkollegen. "Ich will die Verantwortung übernehmen, denn diese Niederlage ist meine, und ich muss sie hinnehmen", sagte der Weltmeister von 2018. "Fehler werden auf dieser Ebene teuer bezahlt, und ich habe keine Erklärung für diese Fehler." Vor dem ersten Gegentor verlor Varane im Spielaufbau den Ball im eigenen Strafraum an Gabriel Jesus, später verpatzte der Franzose eine Kopfballrückgabe an seinen Torwart - Gabriel Jesus staubte ab und traf zur Vorentscheidung.

"War ein bisschen mehr drin"

"Zwei Geschenke - und ab nach Hause!", titelte groß die Madrider Fachzeitung "Marca", während auf Seite eins des Konkurrenzblattes "AS" zu lesen war: "Versunken". In Katalonien, der Heimat von Reals Erzrivale FC Barcelona, genoß die Sportzeitung "Mundo Deportivo" die Pleite der Hauptstädter mit der Schlagzeile: "Reales K.o."

Nationalspieler Toni Kroos hat seinen Teamkollegen Raphaël Varane dagegen in Schutz genommen. "Rapha hat eine überragende Saison gespielt. Da gibt es keine Vorwürfe. Danach wird es aber natürlich schwer das Spiel zu drehen", sagte Kroos nach dem 1:2 (1:1) bei Manchester City im TV-Sender Sky. "Wir haben keine gute erste Halbzeit gespielt und haben bei den Toren mitgeholfen", sagte Kroos. "Man muss ehrlich sein, über 180 Minuten ist City verdient weitergekommen. Aber ich hatte das Gefühl, dass ein bisschen mehr drin war", ergänzte der Fußball-Weltmeister von 2014.

Auch Trainer Zidane wurde von den spanischen Medien scharf kritisiert. "Zizou" sei nie ein Strategie-Genie gewesen, das wisse man, hieß es in einer TV-Talkrunde nach der Pleite. Dass er aber in Manchester von der Bank aus praktisch nichts getan habe, um eine Wende herbeizuführen, sei "unverzeihlich". Zidane bot neben dem zentralen Stürmer Benzema den rechtzeitig fit gewordenen Eden Hazard auf, viele Beobachter hatten stattdessen den Brasilianer Vinicius Junior in der Startelf erwartet. "Jeder hat eine Meinung", antwortete Zidane auf die Frage nach dem Teenager. "Ich bin der Trainer."

Für Zidane endete im fast menschenleeren Etihad-Stadion von Manchester eine beeindruckende Serie. Als Real-Trainer hatte der Franzose zuvor die Champions League bei drei Siegen (2016 bis 2018) nie nicht gewonnen, wenn er die Chance dazu hatte.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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