Fußball

Fifa-Präsident attackiert Platini Blatter enthüllt geheime WM-Absprachen

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Joseph Blatter hat der russischen Nachrichtenagentur Tass ein Exklusiv-Interview gegeben.

(Foto: imago/ITAR-TASS)

Die Ethikkommission des Weltfußballverbandes Fifa hat Joseph Blatter gesperrt. Das hindert ihn aber nicht daran, munter über den Skandal in der Fifa zu plaudern. Ziel der Attacke ist Michel Platini - laut Blatter soll er die Weltmeisterschaft nach Katar geholt haben.

Fifa-Präsident Joseph Blatter hat von einer Absprache über Stimmen vor den Vergaben der Fußball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 berichtet. Es habe 2010 eine Einigung gegeben, "dass wir nach Russland gehen, weil wir noch nie in Russland, Osteuropa waren und für 2022, dass wir in die USA gehen", sagte der derzeit gesperrte Weltverbandspräsident der russischen Staatsagentur Tass. "So hätten wir die WM in den Ländern mit der größten politischen Macht gehabt".

Danach sei es allerdings zu einem - bereits bekannten - Treffen von Frankreichs damaligen Staatschef Nicolas Sarkozy mit dem Kronprinzen von Katar gekommen. Nach dem anschließenden Essen habe Uefa-Präsident Michel Platini gesagt, es wäre gut nach Katar zu gehen. "Dies hat alles geändert. Bei einer geheimen Abstimmung gingen vier Stimmen aus Europa von den USA an Katar", sagte Blatter. Katar setzte sich mit 14:8-Stimmen gegen die USA durch.

Blatter will Platini-Wahl verhindern

Blatters vielleicht letztes Ziel in seiner am 26. Februar zu Ende gehenden Präsidentschaft ist offensichtlich, Platini als seinen Nachfolger zu verhindern. Das Verhältnis der beiden wichtigsten Fußball-Funktionäre basiert nur noch auf tiefer Abneigung. Der Franzose habe den Fifa-Skandal provoziert, behauptete Blatter. "Von Anfang an war ich das Ziel der Attacken. Und arrangiert hat das alles Michel Platini. Es ist etwas Persönliches." Er selbst sei beurlaubt worden, weil die Presse und "diejenigen, die meinen Platz einnehmen wollen", Druck ausgeübt hätten, sagte Blatter mit Blick auf Platini.

Zur umstrittenen Fifa-Zahlung von zwei Millionen Schweizer Franken an Platini betonte Blatter erneut, der Franzose habe das Geld für seine Arbeit für den Weltverband zwischen 1999 und 2002 erhalten. Die von Platini geforderte Summe von einer Million Franken pro Jahr sei aber damals für die Fifa "unerschwinglich" gewesen. Deshalb habe man sich darauf geeinigt, das Geld zu zahlen, sobald die Fifa über die Mittel verfüge.

Quelle: n-tv.de, jgu/sid/dpa

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