Fußball

Schalke-Boss Tönnies legt nach "Boateng hat die Mannschaft runtergezogen"

Für zehn Millionen Euro kommt Kevin-Prince Boateng vom AC Mailand zu Schalke 04. Er soll eine Führungsrolle im Team übernehmen. Das gelingt nur selten. Nun machen ihn die Schalke-Verantwortlichen zum Sündenbock der jüngsten Pleite-Serie.

Schalke-Boss Clemens Tönnies hat die rigorosen Maßnahmen seines Sportvorstands Horst Heldt verteidigt und auch Trainer Roberto di Matteo den Rücken gestärkt. "Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich es schon viel eher gemacht. Hier fehlt die Grundeinstellung. Von unseren Werten, für die Schalke 04 steht, war überhaupt nichts zu sehen", sagte der Aufsichtsratschef des FC Schalke 04 dem Pay-TV-Sender Sky. "Ich stehe voll hinter seiner Entscheidung."

Nach dem 0:2 beim 1. FC Köln stellte der Verein die beiden Profis Kevin-Prince Boateng und Sidney Sam frei. Marco Höger wurde vorübergehend suspendiert. Er darf bis inklusive Samstag nicht mehr mittrainieren und mitspielen. Sportvorstand Heldt begründete die Maßnahmen damit, "dass das Vertrauensverhältnis nicht mehr gegeben ist". Eine Rückkehr Boatengs und Sams erteilte er zudem eine klare Absage: Es gebe keinen Weg zurück.

Boateng war Ende August 2013 für rund zehn Millionen Euro vom AC Mailand zu den Königsblauen geholt worden und sollte bis zum Vertragsablauf (30. Juni 2016) eine Führungsrolle im Team der Königsblauen innehaben. Das funktionierte aber nur temporär. Der fünfmalige Nationalspieler Sam war zu Saisonbeginn für 2,5 Millionen Euro aus Leverkusen nach Gelsenkirchen gekommen und hat noch einen Vertrag bis 30. Juni 2018.

Tönnies: "Di Matteo bleibt"

Tönnies legte nun nach: "Boateng hat der Mannschaft nicht mehr geholfen, runtergezogen", kritisierte der Schalke-Boss. "Nicht Schalke hat sich verändert - Boateng hat sich verändert." Tönnies stellte zudem klar, das man hart bleiben werde: "Wir eiern nicht rum - es wird kein Zurück geben!" Er sagte aber auch: Di Matteo "ist und bleibt unser Trainer".

Schalkes jüngste Bilanz als selbst erklärter Champions-League-Kandidaten liest sich negativ: 2015 holte Schalke nur 18 Punkte, 27 waren es in der Hinrunde. Seit dem 17. Dezember (2:1 in Paderborn) gelang Di Matteos Team kein Auswärtssieg mehr. Selbst das Minimalziel Europa League ist nun in Gefahr. Mit 45 Zählern ist Schalke Tabellensechster - die Konkurrenz aus Dortmund, Bremen (beide 43) und Hoffenheim (41) sitzt den Königsblauen im Nacken.

Quelle: ntv.de, bad/dpa/sid

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