Fußball

Real wendet historischen GAU ab Borussia zittert sich am Tablet ins CL-Glück

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Rudelzittern.

(Foto: imago images/Eibner)

Die besten Leistungen in der Champions League werden teilweise nur halb belohnt. Das schwächste Spiel endet dagegen mit ausgelassenem Jubel: Das Glück, trotz der Niederlage in Madrid die K.-o.-Runde der Champions League zu erreichen, verdient sich Borussia Gladbach zuvor.

Schlecht gespielt, lange gezittert, aber Großes erreicht: Schämen musste sich Borussia Mönchengladbach für ihren historischen Europapokal-Moment nicht. Zwar zeigte das Überraschungsteam von Trainer Marco Rose beim 0:2 (0:2) am Mittwochabend im letzten Vorrundenspiel bei Real Madrid die bislang schwächte Leistung der Gruppenphase. Trotzdem stand am Ende als Gruppenzweiter bei der dritten Champions-League-Teilnahme nach 2015 und 2016 der erstmalige Einzug in die K.-o.-Runde.

Real Madrid - Borussia Mönchengladbach 2:0 (2:0)

Madrid: Courtois - Lucas Vazquez, Varane, Ramos, Mendy - Casemiro - Kroos, Modric - Rodrygo (74. Arribas), Benzema, Vinicius Junior (74. Asensio). - Trainer: Zidane
Mönchengladbach: Sommer - Lainer, Ginter, Elvedi, Wendt (46. Lazaro) - Kramer (85. Benes), Neuhaus - Plea, Stindl (85. Wolf), Thuram (85. Herrmann) - Embolo (46. Zakaria). - Trainer: Rose
Schiedsrichter: Björn Kuipers (Niederlande)
Tore: 1:0 Benzema (9.), 2:0 Benzema (32.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karte: - Zakaria

Gebannt versammelte sich die Mannschaft direkt nach dem Abpfiff vor einem Tablet und wartete auf das Ergebnis im Parallelspiel. Erst als klar war, dass das Duell der Gruppen-Kontrahenten Inter Mailand und Schachtjor Donezk 0:0 endete, war das Zittern beendet. "Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Das ist ein besonderer Moment für die Fans, für den Verein, über den wir uns sehr freuen", sagte Rose. Mit zehn Punkten sicherte sich das zuvor strauchelnde Real doch noch den Gruppensieg. Gladbach als Zweiter bekommt am Montag bei der Achtelfinal-Auslosung wieder ein Schwergewicht zugelost: den FC Liverpool, Manchester City, den FC Chelsea, Juventus Turin oder Paris St. Germain.

"Das haben wir uns verdient mit unseren starken Leistungen zuvor", schwärmte Kapitän Lars Stindl und Christoph Kramer meinte: "Unter dem Strich muss man sagen, dass wir heute keine Chance hatten. Aber unter dem noch größeren Strich steht, dass wir es uns verdient haben. Wir haben acht Punkte in einer unfassbar schweren Gruppe geholt." In der Tat hätte Gladbach sich den erstmaligen Einzug in ein Achtelfinale der europäischen Königsklasse seit 43 Jahren zuvor bereits verdient.

Zidane schwärmt nach abgewendetem GAU

In der Saison 1977/78 hatten die Borussen im Champions-League-Vorläufer Europapokal der Landesmeister zuletzt das Halbfinale erreicht. Die K.-o.-Runde der Champions League hätten die Borussen schon früher perfekt machen können, vielleicht sogar müssen. Die starken Leistungen bei Inter und im Hinspiel gegen Real (beide 2:2) blieben wegen später Ausgleichstreffer unbelohnt. "Wir sind sehr verdient im Achtelfinale mit acht Punkten in dieser schwierigen Gruppe. Wir haben gegen jeden Gegner punkten können", sagte Rose.

Die Gladbacher sprachen so bereitwillig ehrlich über ihren sehr mutlosen Auftritt im entscheidenden Gruppenspiel in Madrid. "Real unter Druck, so wie sie heute performt haben, das ist ein Niveau, an dem wir uns heute die Zähne ausgebissen haben", sagte Rose, der zugab, "sehr, sehr verdient" verloren zu haben. Real wäre bei einer Niederlage erstmals überhaupt schon in der Vorrunde ausgeschieden.

Für den zuletzt in die Kritik geratenen Trainer Zinedine Zidane wäre das womöglich nicht ohne Folgen geblieben, entsprechend atmete er auf: "Heute haben wir ein gutes Spiel gemacht, vor allem defensiv, weil es eine Mannschaft ist, die dir bei den Kontern Schwierigkeiten bereiten kann, und wir haben es gut beherrscht", sagte der Franzose. Die Spieler "wussten, was auf dem Spiel stand. Ich werde euch nicht sagen, was ich den Spielern sage, das sind Sachen der Umkleide", sagte Zidane. "Wenn man sich das Spiel ansieht, können alle Madridistas glücklich und stolz auf die Mannschaft sein. Das ist es, was mich interessiert."

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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