Fußball

Manchester City viel zu stark Cans Hand zerstört Dortmunds "Weltsensation"

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Ärgerlich.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

In der Anfangsphase sieht es danach, als könnte Borussia Dortmund das Halbfinale der Champions League doch noch erreichen. Ein folgenschwerer Patzer und ein Fernschuss bringen Manchester City aber wieder in Führung. Für die Engländer ist es eine lang erwartete Premiere.

Kein schwarz-gelbes Wunder, aber ein würdiger Abschied: Borussia Dortmund sagt der Champions League wehmütig Goodbye. Der deutsche Vizemeister verlor trotz einer couragierten Leistung auch das Viertelfinal-Rückspiel gegen die Übermannschaft Manchester City mit 1:2 (1:0) und verpasste sein erstes Halbfinale in der Königsklasse seit 2013. In der Liga muss der BVB für die erneute Qualifikation eine grandiose Aufholjagd starten.

"Wir können stolz auf uns sein, wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt und waren in der Lage mitzuhalten", sagte Dortmunds Unglücksrabe Emre Can bei Sky: "Aber es ist trotzdem schmerzhaft, weil wir die Chance aufs Weiterkommen hatten."

Borussia Dortmund - Manchester City 1:2 (1:0)

Dortmund: Hitz - Morey (81. Tigges), Akanji, Hummels, Guerreiro - Can - Bellingham (80. Brandt), Dahoud (75. Hazard) - Knauff (68. Reyna), Haaland, Reus. - Trainer: Terzic
Manchester: Ederson - Walker, Stones, Ruben, Zinchenko - Rodrigo - De Bruyne, Gündoğan - Mahrez (88. Sterling), Bernardo Silva, Foden. - Trainer: Guardiola
Schiedsrichter: Carlos Del Cerro Grande (Spanien)
Tore: 1:0 Bellingham (15.), 1:1 Mahrez (54., Handelfmeter nach Videobeweis), 1:2 Foden (75.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karte: Bellingham (2) -

Das phänomenale Supertalent Jude Bellingham (15.) ließ die Dortmunder nach dem 1:2 im Hinspiel mit seinem ersten Europacup-Treffer auf die "Weltsensation" (Hans-Joachim Watzke) hoffen. Dem anschließenden Sturm der City-Passmaschine hielt der BVB stand, bis Riyad Mahrez (54., Handelfmeter) von einem Fauxpas Emre Cans profitierte. Der wollte mit dem Kopf zum Ball, erwischte ihn aber wohl nur leicht mit dem Schädel, vor allem jedoch mit dem Oberarm. Phil Foden (75.) beseitigte letzte Zweifel: City fordert im Halbfinal-Kampf der Giganten den Bayern-Bezwinger Paris St. Germain.

Mächtig geknallt hatte es in der Nacht vor dem Spiel. Englische Medien berichteten von Feuerwerk und Böllerschlägen vor dem Hotel der Citizens zu verschiedenen Uhrzeiten. Auf Fotos waren die Reste von Abschussbatterien zu sehen. Die Dortmunder Feuerwehr bestätigte einen Einsatz wegen eines Feuerscheins im Außenbereich.

Auf dem Platz fehlte nur anfangs Explosivität. BVB-Trainer Edin Terzic hatte eine "unglaubliche Leistung für eine unglaubliche Geschichte" heraufbeschworen, doch die Schwarz-Gelben taten sich gegen den Favoriten schwer. City stand enorm hoch und presste, teilweise begann der Dortmunder Spielaufbau am eigenen Fünfmeterraum. Nach der ersten Befreiung prüfte allerdings BVB-Mittelfeldspieler Mahmoud Dahoud erstmals den gegnerischen Torhüter Ederson (7.).

Keinerlei Entlastung

Bei Ballbesitz des herausragend besetzten Gäste-Mittelfeldes, aufgezogen von İlkay Gündoğan und Kevin De Bruyne, ließ sich der BVB im 4-5-1 tief fallen. Erst zehn Meter hinter der Mittellinie lief Erling Haaland in vorderster Reihe den Gegner an, nach Ballgewinn ergab sich dadurch die Möglichkeit langer Schläge auf Haaland oder den pfeilschnellen Außen Ansgar Knauff.

Haaland nahm einen dieser langen Bälle geschickt an, legte ab - und der junge Engländer Bellingham traf aus dem Stand sehenswert. Der BVB war virtuell weiter. City reagierte wütend und drängte, De Bruyne scheiterte nach einem Fehler von Mateu Morey jedoch an der Querlatte (25.). Einen Schuss von Mahrez klärte Bellingham in höchster Not und bejubelte dies lautstark (32.). Entlastung für die Gastgeber? Gab es nicht mehr.

Auch nicht in der zweiten Halbzeit, in der City den BVB über weite Strecken einschnürte. Can rutschte der Ball nach einer Flanke über den Scheitel ungeschickt an den Arm, Mahrez verwandelte sicher. Der BVB brauchte wieder mindestens ein Tor, um das er sich auch redlich bemühte - große Chancen allerdings blieben dabei aus. Zu groß war die Dominanz der Gäste, zu ballsicher die Guardiola-Elf.

Stattdessen traf City wieder. Mit dem 1:2 durch Supertalent Phil Foden, 20 Jahre alt und bereits Torschütze im Hinspiel in letzter Minute, war die Entscheidung gefallen. Die Halbfinals gegen PSG spielt City am 27. April bzw. 4. Mai.

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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