Fußball

Wer sehen will, muss zahlen Champions League gibt's nur im Pay-TV

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Heute ein König: Sergio Ramos, Real Madrids Kapitän - und Gewinner der Champions League.

(Foto: imago/Cordon Press/Miguelez Sports)

Das ZDF ist raus, für den Zuschauer bedeutet das: Ab der Saison 2018/2019 gibt's den Fußball in der europäischen Königklasse im Fernsehen nur noch gegen direkte Bezahlung. Das ist neu. Mit von der Partie ist auch der Internet-Streamingdienst DAZN.

Die Fußball-Champions-League wird ab der Saison 2018/2019 erst einmal für drei Spielzeiten einzig und allein beim Bezahlsender Sky im Fernsehen und beim ebenfalls kostenpflichtigen Streaming-Angebot DAZN im Internet zu sehen sein. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Königsklasse, dass alle Spiele in Deutschland und Österreich nur gegen direkte Bezahlung gezeigt werden. Bislang besitzt Sky zwar die Pay-TV-Rechte, allerdings zeigt auch das ZDF ausgewählte Spiele und finanziert das mit der Rundfunkgebühr, die jeder zahlen muss.

Das von der Uefa erworbene Paket gilt nach Angaben von Sky für alle Verbreitungswege bis zum Jahr 2021. Der Sender arbeitet mit dem Streaming-Anbieter DAZN zusammen, der Sub-Lizenzen für das Internet erhält. Über den Kaufpreis machten die Unternehmen keine Angaben. Das ZDF ist in dem Bieterverfahren leer ausgegangen. Der öffentlich-rechtliche Sender darf nur noch in der kommenden Saison 18 Spiele im frei empfangbaren Fernsehen übertragen. Ab 2018 dann gäbe es nur in einem Fall ein Champions-League-Spiel ohne zusätzliche Bezahlung - wenn ein deutscher Verein im Endspiel steht. Im Rundfunk-Staatsvertrag ist unter anderem festgelegt, dass das Finale in so einem Fall nicht ausschließlich im Bezahlfernsehen gezeigt werden darf. Für Sky wäre das mit seinem frei zugänglichen News-Kanal kein Problem, diese rechtliche Vorgabe umzusetzen.

Mehrere hundert Millionen Euro

Für das ZDF ist diese Entscheidung ein Tiefschlag. Intendant Thomas Bellut sprach von einer schlechten Nachricht für die Freunde des Fußballs: "Europäischer Spitzen-Fußball wird zu einem exklusiven Angebot für deutlich weniger Zuschauer als bisher. Wir hätten unseren Zuschauern gerne auch über 2018 hinaus die Livespiele der Champions League gezeigt. Deshalb hat das ZDF ein sehr gutes Angebot abgegeben", sagte Bellut, ohne einen Betrag zu nennen. "Als beitragsfinanzierter Sender gab es dafür allerdings eine klar definierte Obergrenze. Wir sind auch ohne die Rechte wettbewerbsstark und haben Alternativen."

Wieviel das Unternehmen für die Rechte bezahlt hat, teilte Sky nicht mit. Branchen-Experten schätzen, dass das Dreijahrespaket für die Rechte mehrere hundert Millionen Euro kostet. Die Uefa kassiert damit auch auf dem deutschen Markt wesentlich mehr Geld als bisher. Zuvor hatte der Fußball-Verband in Großbritannien nach Medienangaben einen Rekord-Vertrag über 1,2 Milliarden Pfund (1,38 Milliarden Euro) mit BT Sports abgeschlossen. Sky ging auf der Insel leer aus. Der Uefa geht offensichtlich nur noch ums Geld. In der Champions League gibt es von 2018 an zusätzliche Anstoßzeiten und mehr Fix-Starter aus den großen Ligen - und nun ein Verschwinden des Wettbewerbs in den Bezahlbereich.

Die Aufteilung der Spiele zwischen Sky und DAZN ist noch unklar. Wer welche Spiele zeigen wird, ließen die Medienunternehmen offen. Wenn es einzelne Spiele ausschließlich auf der Streamingplattform zu sehen gibt, müssten Sky-Kunden ein zusätzliches Abonnement erwerben, um das gewohnte Komplett-Angebot zu haben. Das kostet bei DAZN derzeit 9,99 Euro im Monat. Für Sky ist der Kauf der Rechte ein Coup. Der Pay-TV-Sender bekommt endlich mehr Exklusivität und hat mit dem Deal einen neuen Konkurrenten eingebunden. Da das Sport-Streamingportal DAZN nur Sublizenz-Nehmer ist, dürfte Rechtegeber Sky entscheiden, welche Spiele er exklusiv zeigt. "Wir sind mit dem Ausgang der Rechte-Ausschreibung sehr zufrieden", sagte Sky-Chef Carsten Schmidt in einer Mitteilung. Erfreut zeigte sich auch DAZN-Boss James Rushton: "Wir sind extrem stolz, die UEFA Champions League ab der Saison 2018/2019 auf DAZN anbieten zu können."

Quelle: n-tv.de, sgi/dpa/sid

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