Fußball

Trainer Tuchel muss nachlegen Chelsea steht kurz vor historischem Doppel

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90 gute Minuten fehlen Chelsea und Timo Werner noch.

(Foto: imago images/Shutterstock)

Noch nie standen ein Frauen- und ein Männer-Team eines Klubs im selben Jahr im Finale der Champions Leage. Die Fußballerinnen des FC Chelsea haben vorgelegt, nun muss die Elf von Thomas Tuchel nachziehen. Real Madrid tritt mit einem leichten Nachteil an.

Thomas Tuchel kann es kaum erwarten. "Das wird aufregend", sagte der Teammanager über seine historische Final-Mission mit dem FC Chelsea in der Champions League gegen Rekordsieger Real Madrid. Das Frauenteam der Blues hat vorgelegt und das Endspiel der Königsklasse schon erreicht - jetzt, sagte Trainerin Emma Hayes, wäre es "fantastisch", wenn die Männer um "Top-Coach" Tuchel nachlegen könnten.

Und es wäre ein Novum: Beide Mannschaften hatte noch nie ein Klub im selben Jahr im Finale des wichtigsten europäischen Klubwettbewerbs. Tuchel ist wild entschlossen, es den "Ladies" im Halbfinal-Rückspiel heute Abend (21 Uhr/Sky, DAZN und im Liveticker bei ntv.de) gegen die Königlichen um Toni Kroos und Wahlhelfer Marcelo gleichzutun. "Wir sind bereit für einen großen Kampf", sagte er. Nach dem 1:1 in Madrid "werden wir eine herausragende Leistung brauchen, weil es uns Real richtig schwer machen wird". Unter Zugzwang sind dabei die Madrilenen, ein torloses Unentschieden würde Chelsea genügen.

Und Tuchel kann Finale: Mit Paris St. Germain zog er in der vergangenen Saison ins Endspiel ein, verlor dort aber gegen den FC Bayern (0:1). Diesmal, sagte seine Kollegin Hayes, soll der Pott her - und zwar gleich zweimal. Bei Chelsea gehe es nicht darum, Finals zu erreichen, betonte sie, "sondern darum, sie zu gewinnen". Tuchel weiß das, auch wenn der einzige Champions-League-Triumph der Blues beim Münchner "Drama dahoam" 2012 schon neun Jahre zurückliegt. "Wir sind voller Selbstvertrauen und freuen uns auf diese Spiele auf höchstem Niveau", sagte er, "davon träumen wir doch alle." An den Titel will er noch nicht denken: "Wir arbeiten hart und bleiben auf dem Boden."

Klinsmann spricht sich für Werner aus

Chelsea aber ist Reals Angstgegner und als einziger Klub auch nach vier Spielen noch unbesiegt gegen die Madrilenen (zwei Siege). Und Tuchel ist der einzige Coach der Welt, der auch nach fünf Duellen mit den Königlichen unbezwungen ist. Aber, so warnte Torwart Edouard Mendy, "wir haben noch nichts gewonnen und müssen bereit sein für eine Schlacht".

"Kopfzerbrechen" bereitet Tuchel die Aufstellung: Antonio Rüdiger könnte nach seiner Gesichtsverletzung mit Maske spielen, wie der Coach mitteilte. Aber soll Tuchel Kai Havertz nach dem Doppelpack gegen Fulham im Team lassen? Und wohin dann mit Timo Werner, der im Hinspiel mal wieder eine Riesenchance hatte liegen lassen? "Wir müssen akzeptieren, dass Stürmer Chancen vergeben, auch mal große Chancen. Das ist Teil des Spiels", sagte Tuchel bei der Pressekonferenz und fügte hinzu: "Jeder muss sich steigern und Verantwortung für das Toreschießen übernehmen. Ich bin da ziemlich entspannt und vertraue meinen Spielern, egal, wer morgen anfängt."

Zuspruch erhält der frühere Leipziger Werner von Jürgen Klinsmann. "Ich habe vollstes Vertrauen in Timo, weil er weiß, wann er wo stehen muss", sagte der einstige Bundestrainer bei ESPN: "Der Junge ist gut - und wird das beweisen. Sein Drive, Talent und Riecher sind unglaublich."

Das seit 19 Pflichtspielen ungeschlagene Real muss auf Raphael Varane und Daniel Carvajal verzichten, baut aber auf seinen genesenen Kapitän Sergio Ramos. Auch der Brasilianer Marcelo flog mit, nachdem er seine Verpflichtungen als Wahlhelfer in Madrid erfüllt hatte. "Wir werden leiden müssen", sagte Trainer Zinedine Zidane, "aber noch sind wir am Leben."

Quelle: ntv.de, tsi/sid

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