Fußball

FCB lässt Option verstreichen Coutinho hängt jetzt erstmal in der Luft

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Philippe Coutinho hat noch keine Planungssicherheit für die kommende Saison.

(Foto: imago images/ULMER Pressebildagentur)

Es sollte der glanzvollste Transfer der jüngeren Geschichte des FC Bayern werden, doch die Idee mit dem Edelfußballer Philippe Coutinho entpuppt sich als Missverständnis. Klar ist: Die Münchner werden eine Kaufoption nicht ziehen. Das letzte Wort ist damit aber noch nicht gesprochen.

Als der FC Bayern kurz vor dem Saisonstart bekanntgibt, dass der Brasilianer Philippe Coutinho für mindestens ein Jahr für den Rekordmeister spielen wird, jubelte auch der Rest der Liga. Groß schien der Glanz, den der Edelkicker vom FC Barcelona zumindest leihweise über die Bundesliga bringen sollte.

Sogar in Dortmund gratulierten sie dem Erzrivalen zur Verpflichtung des Mittelfeldspielers. "Kompliment! Man kann die Bayern nur beglückwünschen", ließ BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke verkünden. Und Hertha BSC-Mittelfeldspieler Marko Grujic jubilierte: "Das ist eine große Sache für die ganze Bundesliga, dass wir jetzt die Möglichkeit haben, Coutinho zu sehen. Er ist ein besonderer, ein aufregender Spieler." Für den damaligen Bayern-Trainer Niko Kovac ist Coutinho schlicht "ein Weltstar".

Heute, neun Monate später, ist die Euphorie längst der Ernüchterung gewichen: Coutinho konnte die Erwartungen nicht vollends erfüllen, trotz bislang 17 Torbeteiligungen in 32 Pflichtspielen. Den großen Glanz brachte er nur spieltagsweise. Aktuell fehlt er dem FC Bayern aufgrund einer Sprunggelenksverletzung.

Das Engagement strebt seinem schnellen Ende entgegen. Wie Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge dem "Spiegel" bestätigte, hat der Bundesligist die Kaufoption für den ausgeliehenen Brasilianer verstreichen lassen. "Die Kaufoption ist abgelaufen, und wir haben sie nicht gezogen", sagte Rummenigge. Überraschend kommt das längst nicht mehr. Die Kaufoption lag dem Vernehmen nach bei 120 Millionen Euro, die der FC Bayern an den FC Barcelona hätte überweisen müssen.

Flick findet Coutinho gut

Das letzte Wort ist damit aber noch nicht gesprochen, eine Weiterverpflichtung nicht gänzlich ausgeschlossen. "Jetzt müssen wir erst einmal intern die Kaderplanung abschließen und sehen, ob er weiter eine Rolle bei uns spielen soll oder nicht", sagte der 64-Jährige. Hansi Flick gehört zu den Fans von Coutinho, zuletzt sagte der Cheftrainer über seinen verletzten Mittelfeldspieler: "In der Rückrunde hat er schon gezeigt, was für eine Qualität er hat. Er war im Training anders zu spüren, mehr integriert", so der Trainer über Coutinho. "Er ist sehr sensibel und mit sich nicht zufrieden gewesen. Wir alle hoffen, dass er es noch mal packt." Wie groß die Chancen auf einen neuen Vertrag sind? Dazu wollte sich Flick nicht äußern.

Wie es für den Spieler nun weitergeht, weiß auch dessen Lager noch nicht. "Bezüglich seiner Zukunft ist noch keine Entscheidung gefallen. Wie ich schon häufiger in unsicheren Zeiten wie diesen gesagt habe: Wir sprechen derzeit nicht über irgendwelche Transfers oder Zukunftspläne und haben darüber auch noch nicht diskutiert", sagte Coutinhos Berater dem Portal "Sport1". Coutinho selbst fühle sich in München wohl: "Er mag den Verein und dessen hohes Maß an Professionalität."

Sollte Coutinho doch noch eine Zukunft beim FC Bayern haben? Dafür müsste sich wohl zuerst der FC Barcelona bewegen und den Münchnern sehr weit entgegen kommen. Und dann würde es eng werden, im rot-weißen Mittelfeld: Mit Leroy Sané und dessen Verein Manchester City sind die Verantwortlichen offenbar sehr einig im Hinblick auf einen Wechsel. Dem Vernehmen nach wurde der Nationalspieler auch mit dem Versprechen gelockt, mit der Nummer zehn auflaufen zu dürfen. Die trägt bisher noch: Philippe Coutinho.

Quelle: ntv.de