Fußball

Luxusuhr vom Oligarchen DFB-Chef Grindel steckt in der Bredouille

Erst die Sache mit den zusätzlichen Einkünften, nun geht es um eine Luxusuhr, ein Geburtstagsgeschenk eines ukrainischen Oligarchen. DFB-Präsident Grindel steht mehr denn je in der Kritik - und das will was heißen. Die Gegner formieren sich. Ein möglicher Nachfolger allerdings wiegelt alle Gerüchte ab.

Die Kritik an Reinhard Grindel wird lauter. Erst hatte der "Spiegel" berichtet, der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes habe Einkünfte über 78.000 Euro als Aufsichtsratschef der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft zwischen 2016 und 2017 nicht publik gemacht. Nun schreibt die "Bild"-Zeitung, Grindel habe vor anderthalb Jahren vom ukrainischen Oligarchen Grigori Surkis eine Luxusuhr zum Geburtstag geschenkt bekommen. Der Wert soll angeblich im niedrigen fünfstelligen Bereich liegen.

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Geschenk eines guten Freundes: Reinhard Grindel.

(Foto: REUTERS)

Surkis war zwölf Jahre lang Präsident des ukrainischen Fußball-Verbandes, Mitorganisator der Europameisterschaft 2012 und saß mit Grindel bis Februar dieses Jahres in der Exekutive des europäischen Verbandes Uefa. Wie die Zeitung berichtet, habe der Präsident dem DFB das Präsent nicht gemeldet. Es habe sich, soll er gesagt haben, um ein privates Geschenk eines guten Freundes gehandelt. Vom Wert dieses Geschenk habe er nichts gewusst. Allerdings behauptet die "Bild"-Zeitung, Mitarbeiter aus Grindels Büro hätten ihren Chef darüber informiert und ihm geraten, die Uhr zurückzugeben. Nun könnte es eng für den höchsten deutschen Fußballfunktionär werden.

Grindel sagt - nichts

Bei der Eröffnung der Hall of Fame des deutschen Fußballs am Montagabend in Dortmund fielen deutliche Worte. Andreas Rettig, Geschäftsführer des Zweitligisten FC St. Pauli, ging auf Distanz: "Einen Platz in der Hall of Fame würde Grindel heute sicher nicht bekommen. Das Erscheinungsbild des DFB ist schon seit längerer Zeit verbesserungswürdig." Diplomatischer äußerten sich Ligapräsident Reinhard Rauball und der ehemalige Bayern-Profi Philipp Lahm zum Thema. "Ich bin einer von wenigen, die die Dinge, die sie zu sagen haben, intern sagen. Das werde ich auch weiterhin so halten", sagte Rauball.

Lahm reagierte auf Spekulationen, dass er im Fall eines Rücktritts von Grindel dessen Nachfolge antreten könnte, mit einem Lächeln: "Heute ist der 1. April. So will ich das mal stehen lassen." Er habe "überhaupt  keine Ambitionen, DFB-Präsident zu werden". Clemens Tönnies, Aufsichtsratsvorsitzender des FC Schalke, gab eine pragmatische Empfehlung an den DFB: "Streit ist nie gut. Ich weiß nicht, was die da untereinander haben. Die sollen sich einig sein und etwas für den deutschen Fußball tun."

Und Rekordnationalspieler Lothar Matthäus kritisierte: "Wenn man in solch einer Position ist und solche Dinge ans Licht kommen, sollte man zumindest Argumente haben, um sie so schnell wie möglich beiseite zu räumen. Beim DFB wird aber schon einmal gerne zu lange rumgeeiert." Grindel selbst äußerte sich auch in Dortmund nicht zu den Vorwürfen. Pläne für eine außerordentliche Präsidiumssitzung noch in dieser Woche bestätigte der DFB nicht.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa