Fußball

Mühsamer EM-Auftakt DFB-Frauen suchen den Weg zum Tor

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Knapp vorbei: Mandy Islacker.

(Foto: imago/Uwe Kraft)

Das war jetzt nicht gerade ein Feuerwerk zum Auftakt dieser Fußball-EM - aber immerhin der erste Schritt ins Turnier. Nach der Nullnummer gegen Schweden sollte die DFB-Elf nun gegen Italien gewinnen, damit der Weg des Titelverteidigers ins Viertelfinale führt.

Der Auftakt gegen Schweden war noch keine Fußball-Gala, gleichwohl war Steffi Jones nach der Nullnummer bei ihrem EM-Debüt als Bundestrainerin nicht unzufrieden. "Es war unser erstes Spiel, es gibt neue Abläufe, es ist auch ein Lernprozess", sagte die 44-jährige Fußball-Lehrerin nach der ersten Partie bei der Europameisterschaft an diesem Montagabend in Breda. "Jetzt haben wir unentschieden gespielt gegen eine Mannschaft, die sehr kompakt steht und gut verteidigt. Darauf lässt sich jetzt aufbauen."

Natürlich weiß die gesamte deutsche Elf, dass sie sich im zweiten Spiel der Gruppe B am Freitag in Tilburg gegen Italien noch steigern muss - und wird. "Es ist klar, dass wir besser spielen können. Aber wir haben ja nicht alles falsch gemacht. Teilweise liefen die Kombinationen schon ganz gut. Aber verbessern müssen wir uns noch beim Zug zum Tor und im Abschluss", sagte Torhüterin Almuth Schult, die mit guten Paraden in der Schlussphase gegen Lotta Schelin und die eingewechselte Stina Blackstenius den Punkt festhielt. Fast wäre Mandy Islacker die Führung gelungen, doch ihr Schuss in der 65. Minute verfehlte das Tor knapp, einen Heber (83.) lenkte Schwedens Torhüterin Hedwig Lindahl über die Querlatte.

"Schweden ist ja keine Laufkundschaft"

Die 26 Jahre alte DFB-Keeperin, die in der Bundesliga für den VfL Wolfsburg spielt, hatte nach einem groben Patzer beim 3:1 im letzten EM-Test gegen Brasilien noch in der Kritik gestanden. "Ich bin froh, dass ich der Mannschaft heute helfen konnte", sagte Schult nach dem ersten Unentschieden gegen Schweden im 27. Duell der Rivalen. "Schweden ist ja keine Laufkundschaft. Sie sind eine der besten Mannschaften der Welt und Olympia-Zweiter." Immerhin hielt auch die Serie des achtmaligen Europameisters, der noch nie ein EM-Auftaktspiel verloren hat.

DFB-Spielführerin Dzsenifer Marozsan glänzte in der Neuauflage des Olympia-Finals im vergangenen Jahr bei den Spielen in Rio de Janeiro, das die deutsche Mannschaft mit 2:1 gegen das Drei-Kronen-Team gewonnen hatte, zwar nicht wie gewohnt. Sie wurde dennoch - und das völlig zurecht - zur besten Akteurin dieses Spiels vor 9500 Zuschauern im gerade einmal halb gefüllten Stadion Rat Verlegh gekürt. "Ich sehe das Positive. Mit der zweiten Hälfte können wir zufrieden sein. Da wäre sogar ein Sieg verdient gewesen", sagte die 25-Jährige.

Und Josephine Henning, die als Innenverteidigerin an der Seite von Simone Peter eine ausgesprochen gute Partie bot, resümierte: "Wir mussten hier einen guten Start hinlegen, das war ein Anfang. Mit der Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit kann man leben. Es ist uns nicht alles geglückt, was wir uns vorgenommen haben. Wir wollen uns da einfach weiter steigern." An diesem Dienstag nun steht für die Ersatzspielerinnen ein Training am Morgen in Sint-Michielsgestel an. Für die anderen ist Regeneration und Pflege angesagt. "Es war ein intensives Spiel", sagte Jones. "Ich bin froh, dass die Spielerinnen jetzt ein paar Tage Pause haben."

Quelle: n-tv.de, Jens Marx, dpa

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