Fußball

Rummenigge fordert Video-Profis DFB verteidigt umstrittenen Bayern-Elfer

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Schiedsrichter Bastian Dankert, die Videotechnik und Franck Ribery standen im Mittelpunkt der Elfmeterdiskussionen

(Foto: imago/MIS)

Am Elfmeter für den FC Bayern im Bundesliga-Eröffnungsspiel gegen Hoffenheim scheiden sich die Fußballgeister, vor allem am Nicht-Eingreifen des Video-Assistenten. Die DFB-Schiedsrichterkommission findet: zu Unrecht. Bayern-Boss Rummenigge will dennoch Reformen.

Die Fußball-Bundesliga ist mit einem großen Aufreger in ihre 56. Saison gestartet. Grund war der Elfmeter, der im Eröffnungsspiel zwischen Meister FC Bayern und 1899 Hoffenheim zum 2:1 für die Münchner und zu einer derart hitzigen Diskussion führte, dass sich nun sogar die Schiedsrichterkommission des Deutschen Fußball-Bundes zur Causa äußerte - und die fragwürdige Entscheidung und das Nicht-Eingreifen des Videoschiedsrichters verteidigte. "Der Video-Assistent hat in dieser Situation zurecht nicht eingegriffen, denn er soll nur eingreifen, wenn die Entscheidung klar und offensichtlich falsch ist", teilte der DFB mit und kam damit zur gleichen Beurteilung wie die Schiedsrichterexperten "Collinas Erben".

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Bastian Dankert bekam bei seiner Elfmeterentscheidung keinen Hinweis vom Videoschiedsrichter in Köln.

(Foto: imago/Eibner)

Schiedsrichter Bastian Dankert hatte am Freitag nach einem vermeintlichen Foul von 1899-Profi Havard Nordtveit an Franck Ribéry Elfmeter gepfiffen. Die Aktion, die zur 2:1-Führung der Bayern führte, überprüfte Dankert nicht per Videobeweis. "Diesen Vorgang als Foul zu bewerten, ist eine Interpretationsfrage, die beim Schiedsrichter bleibt. Die Diskussionen zu diesem Fall reichen auch von 'Schwalbe' über 'natürliche Kollision' bis 'fahrlässiges Abwehrverhalten mit Zufallbringen des Gegners', führte der DFB in seiner Mitteilung aus und kam zu dem Schluss: "Die Entscheidung ist daher in der Diskussion durchaus als 'umstritten' einzuordnen, aber nicht als 'klar und offensichtlich falsch'."

Die Hoffenheimer und auch der frühere Spitzenschiedsrichter Markus Merk werteten die Aktion anders. "Für mich ist das natürlich kein Elfmeter. Ich sehe das persönlich etwas anders", sagte Merk im TV-Sender Sky. Tags zuvor hatten bereits Hoffenheims Trainer Julian Nagelsmann und Sportchef Alexander Rosen heftige Kritik an Dankert und dessen Videoassistenten Sören Storks im Überwachungsraum in Köln geübt.

"Schiedsrichter werden im Stich gelassen"

Am Tag nach dem Spiel schaltete sich nun auch Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge in die Diskussion ein. "Grundsätzlich bin ich ein großer Befürworter des VAR. Er macht das Spiel fairer. Ich habe allerdings den Eindruck, dass der DFB bei der Umsetzung professionelle Strukturen aufbauen sollte", wird Rummenigge auf der Bayern-Homepage zitiert. Seit zwei Jahren werde an dem Thema gearbeitet, und es laufe nicht wie gewünscht.

"Die Schiedsrichter werden hier im Stich gelassen", bilanziert Rummenigge und fordert dringend "Abhilfe" in Form einer Taskforce. Die solle sich darum kümmern, dass bei den Video-Assistenten in Köln "endlich professionell gearbeitet" werde. Laut Rummenigge bedarf es dazu "der Eingliederung des Profifußballs und von Spezialisten", sagte Rummenigge. Bei der WM in Russland habe man gesehen, wie der Videobeweis "gut angewendet" worden sei.

Quelle: n-tv.de, cwo/dpa

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