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Der DFB (hier Präsident Reinhard Grindel) hat nach eigenen Angaben stets in vollem Umfang mit den Ermittlern kooperiert.
Der DFB (hier Präsident Reinhard Grindel) hat nach eigenen Angaben stets in vollem Umfang mit den Ermittlern kooperiert.(Foto: imago/Zink)
Freitag, 25. November 2016

"Erdbeben" beim Sommermärchen: DFB wehrt sich gegen Vertuschungs-Vorwurf

Hat der DFB Informationen zur WM-Affäre zurückgehalten? Das legen jedenfalls Medienberichte nahe. Zudem beschwert sich die Staatsanwaltschaft über mangelnde Kooperation. Alles Unsinn, sagt der DFB und verweist auf die eigenen Ermittlungen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hat Vorwürfe, er habe Dateien und Dokumente im Skandal um das Sommermärchen 2006 zurückgehalten, vehement zurückgewiesen. Der DFB veröffentlichte eine in sieben Unterpunkte gegliederte Erklärung mit einer Kernaussage: Die Ermittlungen wurden zu keinem Zeitpunkt behindert.

Da die eigene Untersuchung des WM-Skandals "extern und unabhängig" durch die Kanzlei Freshfields erfolgt sei, habe der Verband "zu keinem Zeitpunkt sichere Kenntnisse" darüber gehabt, welche Akten, Dateien oder Dokumente den staatlichen Behörden zur Verfügung gestellt worden seien, schrieb der DFB.

"Zu keinem Zeitpunkt verschwiegen"

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Der Weltmeisterverband reagierte damit auf Berichte der "Süddeutschen Zeitung" und auf eine Stellungnahme der Frankfurter Staatsanwaltschaft, die wegen Steuerhinterziehung gegen den DFB ermittelt. Die "SZ" berichtete von der verschlüsselten Datei "Komplex Jack Warner" im Unterordner "Erdbeben", mutmaßlich vom inzwischen entlassenen Vize-Generalsekretär Stefan Hans verfasst, die erst kürzlich den Behörden übergeben wurde. Besonders der Speicherzeitpunkt der Datei hatte das Interesse der Staatsanwaltschaft geweckt – das passierte am 12. November 2015, kurz nach der Razzia der Staatsanwaltschaft.

"Die Tatsache, dass es die verschlüsselte Datei 'Komplex Jack Warner' gibt, wurde zu keinem Zeitpunkt verschwiegen", teilte der DFB mit. Unter anderem wird die Datei im Abschlussbericht von Freshfields in einer Fußnote genannt. "Der DFB ist daher bis zuletzt davon ausgegangen, dass den Ermittlungsbehörden die Existenz der verschlüsselten Datei bekannt sei", steht in der Stellungnahme.

Kooperation stark eingeschränkt?

Nach Bekanntwerden der Tatsache, dass die besagte Datei der Staatsanwaltschaft wohl doch nicht vorliege, habe der DFB "umgehend proaktiv Kontakt zu den Ermittlungsbehörden aufgenommen". Zudem äußerte der Weltmeister-Verband, dass die Staatsanwaltschaft seit "vielen Monaten" von der Existenz der Datei wisse - "allerdings hatte die Behörde diesem Dokument keine allzu große Beweisbedeutung zugemessen, zumal sie den Verfasser, Stefan Hans, bereits zu Beginn des Verfahrens ausführlich vernommen hatte und ihr auch aus verschiedenen Quellen bereits diverse Unterlagen zum Thema Jack Warner vorlagen."

Die Staatsanwaltschaft hatte mitgeteilt, der DFB habe seine "ursprüngliche Kooperationsbereitschaft mit den Ermittlungsbehörden ab Anfang 2016 stark eingeschränkt". Der Verband hingegen teilte mit, er habe "jederzeit umfassend mit der Staatsanwaltschaft und der Steuerfahndung kooperiert". Es habe nie Beschwerden gegeben.Probleme, die sich ergeben haben, seien auf die Zusammenarbeit zwischen Freshfields und den Behörden zurückzuführen, der DFB habe darauf aber keinen Einfluss gehabt.

Quelle: n-tv.de