Fußball

Umstrittenes Verbot aufgehoben Darmstadt lässt Eintracht-Fans in die Stadt

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Aus Furcht vor gewaltbereiten Eintracht-Fans hatte die Stadt Darmstadt ein Innenstadtverbot ausgesprochen.

(Foto: dpa)

Vor dem Hessenderby zwischen dem SV Darmstadt und Eintracht Frankfurt dürfen sich die Fans der SGE nun doch in der Darmstädter Innenstadt aufhalten. Die Stadt beugt sich damit der Entscheidung des Verwaltungsgerichts.

Nach scharfer Kritik hat die Stadt Darmstadt ihr Innenstadt-Verbot für die Anhänger von Eintracht Frankfurt rund um das anstehende Hessenderby zwischen dem SV Darmstadt und der SGE in der Fußball-Bundesliga nun doch aufgehoben. Es sei eine riesige Belastung von Gericht und Verwaltung zu befürchten gewesen, nachdem zahlreiche Fans Einsprüche angekündigt hätten, sagte Bürgermeister Rafael Reißer. Die Polizei habe versichert, sie sei gut aufgestellt.

Aus Sorge vor Randale hatte die Stadt ihr Zentrum für Eintracht-Anhänger von Freitagabend bis zum Sonntagmorgen zur Sperrzone erklärt. Das Spiel wird an diesem Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) angepfiffen.

Die Stadt Darmstadt hatte zunächst trotz einer gegenteiligen Gerichtsentscheidung an dem Verbot festgehalten. Nur sechs Personen, die erfolgreich beim Verwaltungsgericht Einspruch eingelegt hatten, dürften in die Sperrzone, hatte Reißer erklärt. Das Gericht reagierte mit scharfer Kritik: "Das zeugt schon von einem gewissen rechtsstaatsfernen Verhalten", hatte Gerichtssprecher Jürgen Gasper gesagt. Es seien zahlreiche weitere Anträge eingegangen und weitere zu erwarten.

Brisantes Hessenderby

Die Situation ist zusätzlich angespannt, denn die Frankfurter Fans dürfen wegen Ausschreitungen im Hinspiel nach einem Urteil des DFB-Sportgerichts nicht ins Stadion. Das Spiel ist sportlich brisant. Aufsteiger Darmstadt kann mit einem weiteren Derbysieg den Klassenverbleib so gut wie perfekt machen. Das Hinspiel gewannen die "Lilien" mit 1:0. Die Eintracht würde mit einem Erfolg bis auf zwei Punkte an den Konkurrenten heranrücken und könnte am drittletzten Spieltag einen direkten Abstiegsplatz verlassen.

Reißer sagte, in der Vergangenheit habe es Randale in der Stadt gegeben und dies solle diesmal verhindert werden. Er hatte von "350 extrem gewaltbereite Fans" berichtet, die erwartet würden. "Niemand will hier das Recht beugen", fügte er hinzu. Er habe noch in der Nacht mit dem Präsidenten des Verwaltungsgerichts telefoniert.

Quelle: ntv.de, cri/dpa