Fußball

Keine Power für 90 Minuten? Darum muss Boateng die Bayern verlassen

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Boatengs Abschied beim FC Bayern soll besiegelt sein.

(Foto: imago images/Lackovic)

Der FC Bayern setzt offenbar nicht länger auf die Dienste seines Innenverteidigers Jérôme Boateng. Der Abschied nach zehn Jahren beim deutschen Fußball-Rekordmeister soll besiegelt sein. Nun sickern die Gründe für diese überraschende Entscheidung durch.

Knapp zehn Jahre spielt Jérôme Boateng schon für den FC Bayern - doch die Ära wird enden. Der deutsche Fußball-Rekordmeister wird den Vertrag des Innenverteidigers nicht verlängern, meldete die "Bild" am Donnerstag. Für den 32-jährigen Spieler soll diese Nachricht überraschend gewesen sein. Angeblich aber nicht für sein Management: Wie die "Bild" berichtete, sei die Boateng-Seite frühzeitig darüber informiert worden, dass es keine Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung gibt.

Die Bayern-Bosse planen längst über diese Saison hinaus. Schon zu Beginn dieser Spielzeit diskutierten sie demnach darüber, auf welche Spieler sie in Zukunft bauen wollen. Boateng wäre dann 33 Jahre alt - und kommt für den FC Bayern nicht mehr infrage. Doch nicht nur sein Alter war bei dieser Entscheidung ausschlaggebend, sondern auch andere Gründe.

Dem Bericht zufolge sollen die Bayern-Bosse dem Routinier nicht mehr zutrauen, regelmäßig über 90 Minuten auf dem Platz zu stehen. Zuletzt wurde er im Topspiel gegen Borussia Dortmund in der 69. Minute ausgewechselt, für ihn kam ein weiterer Oldie, Javi Martinez. Davor spielte er allerdings bei vier Bundesliga-Einsätzen viermal über die volle Dauer.

Darüber hinaus meldet die "Bild", dass auch Boatengs Verletzungsanfälligkeit der Münchner Führungsriege missfällt. Allerdings verpasste er trotz seiner Malaisen verhältnismäßig wenige Spiele. In dieser Saison fehlte er bislang 18 Tage wegen eines Muskelfaserrisses, musste aber - da Saisonbeginn - nur ein Spiel aussetzen. In der Vorsaison verpasste er laut des Portals transfermarkt.de gerade einmal zwei Spiele wegen verschiedener Erkrankungen.

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Es war sogar vielmehr so, dass er seinen am Knie verletzten Teamkollegen Niklas Süle über weite Teile der Saison ersetzte. Der hatte sich bereits den zweiten Kreuzbandriss seiner Karriere zugezogen, laborierte anschließend an einem Ödem im Knie und musste letztlich den Trainingsrückstand aufholen. Das machte zusammen eine Ausfallzeit von 156 Tagen - oder 35 Spielen.

Auch Trainer Hansi Flick scheint das Urteil seiner Bosse nicht unbedingt zu teilen. Nach dem 6:2-Sieg in der Champions League gegen RB Salzburg, als Boateng ein Tor geschossen hatte, hatte der Coach gesagt: "Es ist einfach schön zu sehen. Wir sind alle froh, dass er die letzten Monate an sich gearbeitet hat und richtig viel aufgeholt hat." Unter Flick ist Boateng wieder zur Stammkraft im Starensemble des FC Bayern geworden, bis auf gegen Arminia Bielefeld absolvierte der 32-Jährige bislang alle Bundesliga-Partien. Doch den Klub-Verantwortlichen ist die Prognose wohl nicht rosig genug.

Quelle: ntv.de, ara