Fußball

Wer leidet, wer profitiert? Der BVB spielt gegen die Graue Wand

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Wie dem auch sei: Sie müssen draußen bleiben.

(Foto: imago/Matthias Koch)

Nach den Vorfällen beim Heimspiel gegen die Rasenballsportler aus Leipzig muss Borussia Dortmund sein Spiel in der Bundesliga gegen den VfL Wolfsburg vor einer leeren Südtribüne bestreiten. Aber es gibt auch Nutznießer der kollektiven Strafe des DFB.

Für Trainer Thomas Tuchel ist es ein "Monument des Weltfußballs", für viele Fußballfans der stimmungsvollste Ort der Bundesliga. Im Spiel gegen den VfL Wolfsburg muss Borussia Dortmund heute (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) auf die Unterstützung der legendären Gelben Wand verzichten. Weil beim Heimspiel der Borussia gegen RB Leipzig vor zwei Wochen viele Schmähplakate zu sehen waren, muss die gut 25.000 Zuschauer fassende Südtribüne des Stadions laut DFB-Urteil für eine Partie leer bleiben.

Wie sperrt man die größte Stehplatztribüne Europas? Die Eintrittskarten für die Tribüne sind deaktiviert. Zudem werden laut Stadion-Chef Christian Hockenjos mehr Ordner als bei anderen Bundesligaspielen eingesetzt. Sie werden zumeist an den Zugängen zur Südtribüne postiert und sollen verhindern, dass Fans trotz des Verbots auf die Südtribüne gelangen. Zudem sind temporäre Absperrungen vorgesehen. Für die restlichen Stadionbesucher gibt es keine Einschränkungen. Alle Eingänge sind geöffnet.

Wie reagiert die Polizei auf die Situation? Obwohl deutlich weniger Zuschauer im Stadion sein werden, stuft die Polizei die Partei als Risikospiel ein. Deshalb sind mehr Beamte im Einsatz. Noch ist nicht absehbar, wie sich die ausgesperrten Fans verhalten. Nach Kenntnis der Polizei und des Vereins sind keine besonderen Aktionen geplant. Man wolle aber auf alle Eventualitäten vorbereitet sein, sagte ein Polizeisprecher den "Ruhr Nachrichten".

Wie viele Zuschauer sind dabei? Mit nun 56.903 Zuschauern ist das Westfalenstadion ausverkauft. 24.454 Plätze auf der Südtribüne bleiben aufgrund des DFB-Urteils frei. 1700 Fans kommen aus Wolfsburg. Weil die Gäste nicht das komplette Kartenkontingent abgerufen haben, gingen die restlichen Tickets an BVB-Anhänger - allerdings schon vor dem DFB-Urteil am Montag. Nicht auszuschließen, dass auch etatmäßige Süd-Besucher diese Möglichkeit im Nachhinein nutzten, um an Karten für das Spiel zu kommen.

Welche Entschädigung gibt es für die Fans? Der BVB erstattet allen Zuschauern, die erwiesenermaßen nicht zu den Tätern der Vorkommnisse rund um das Leipzig-Spiel gehören, den Preis der Eintrittskarte für die Südtribüne. Dauerkarteninhabern will der Klub in den nächsten Wochen den anteiligen Betrag zurückzahlen. Tageskartenkäufer erhalten eine Karte für das letzte Bundesligaheimspiel dieser Saison am 20. Mai gegen den SV Werder Bremen.

Gibt es auch Profiteure? Die Gastronomen dürften von der Sperrung der Südtribüne profitieren. So wollen viele Fanklubs von außerhalb, die ihre Busse längst gebucht hatten, trotz des Verbots nach Dortmund fahren und sich das Spiel in einer der vielen Gaststätten vor Ort ansehen. Nutznießer könnten auch die Wolfsburger Profis sein. "Falls es jemals einen guten Zeitpunkt gab, in Dortmund zu spielen, dann ist dieser vielleicht jetzt", sagte Wolfsburgs Trainer Valérien Ismaël.

Quelle: n-tv.de

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