Fußball

Trainer Kovac nicht amüsiert Der FC Bayern schwankt rätselhaft

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"Habe deutliche Worte gefunden": Niko Kovac.

(Foto: imago/Lackovic)

Sieht so eine Aufholjagd aus? Der FC Bayern erfüllt in der Fußball-Bundesliga seine Pflicht, fällt beim Spiel gegen Stuttgart aber in alte Verhaltensmuster zurück. Und so lange Borussia Dortmund gewinnt, können die Münchner nichts bewirken. Ein Wunschspieler lässt derweil seine berufliche Zukunft offen.

Dieses Problem sollte Niko Kovac schleunigst lösen. Ja, der FC Bayern hat am 19. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit 4:1 gegen den VfB Stuttgart gewonnen. Aber: Mit einem Rückfall in Verhaltensmuster der Hinrunde machten sich seine Spieler einmal mehr in dieser Saison selbst das Leben schwer. "Ich war nicht amused und habe deutliche Worte gefunden", sagte der Trainer. "Wir wollen Meister werden - so können wir uns nicht präsentieren."

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"Es fehlt die Dominanz": Joshua Kimmich, hier mit Serge Gnabry.

(Foto: imago/DeFodi)

Die frühe Führung durch Thiago war am Sonntag keineswegs der Auftakt für eine Machtdemonstration. "Es fehlt die Dominanz, klar zu zeigen, dass wir nachlegen wollen und weiter Gas geben und aufs zweite Tor gehen", monierte Rechtsverteidiger Joshua Kimmich. "Wenn wir nochmal Punkte liegenlassen, ist es so gut wie vorbei." Sechs Punkte und acht Tore beträgt der Vorsprung der Dortmunder Borussia, die nach dem 5:1 gegen Hannover 96 unbeirrt von allen Aufholjagdparolen aus München an der Spitze der Tabelle steht. "Wir werden unermüdlich weitermachen und versuchen, Druck auszuüben", versicherte Leon Goretzka, dem das 3:1 gelungen war. Den Rückfall in eine Art Verwaltungsmodus konnte er nicht erklären. "Das ist ein Problem, das sich durch die Hinrunde gezogen hat. Was man aber positiv festhalten muss, ist, dass wir im Vergleich zur Hinrunde das Spiel doch noch deutlich gewonnen haben."

"Egal, was Dortmund macht"

Gegen Freiburg, Augsburg und Düsseldorf ließen die Münchner zu Hause die Punkte liegen, die jetzt auf den BVB fehlen. Am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) steht die Partie in Leverkusen an, es folgen ein Heimspiel gegen Schalke am 9. und die Partie beim FC Augsburg am 15., ehe es am 19. Februar an der Anfield Road im Achtelfinalhinspiel der Champions League gegen den FC Liverpool geht. Zwischendurch tritt der FC Bayern noch am 6. Februar im Achtelfinale des DFB-Pokals bei der Berliner Hertha an.

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Demnächst in Rot? Callum Hudson-Odoi, FC Chelsea.

(Foto: imago/Uk Sports Pics Ltd)

"Die Bundesliga kann uns richtig gut vorbereiten", sagte Robert Lewandowski, der gegen Stuttgart nach 65 Minuten einen Elfmeter verschoss, sechs Minuten vor dem Ende aber das 4:1 erzielt hatte. Kollege Serge Gnabry bekundete: "Für uns ist es wichtig, jedes Spiel zu gewinnen, egal, was Dortmund macht."

Ob Callum Hudson-Odoi vom FC Chelsea demnächst mithilft, bleibt fraglich. Der 18-Jährige, für den eine Ablöse von 40 Millionen Euro plus X im Gespräch ist, orakelte über seine berufliche Zukunft. "Ich arbeite einfach hart weiter und man weiß nie, was passiert", sagte der Flügelspieler, der beim 3:0 im FA-Cup gegen Sheffield Wednesday ein Tor erzielt hatte. Mit den Münchnern gesprochen habe er aber noch nicht.Sportdirektor Hasan Salihamidzic hielt sich in Sachen Wunschtransfer zurück, bis Donnerstag um 18 Uhr bleibt etwas Zeit. Zurückhaltung ist auch die Devise der Reservisten. Wortlos verließen James Rodríguez und Jérôme Boateng das Stadion.

Der Kolumbianer und der unter der Woche erkältete Abwehrspieler saßen wieder nur auf der Bank, Sandro Wagner hockte gar wieder auf der Tribüne. "Es ist einfach eine geballte Qualität, die wir haben", sagte Goretzka, sieht als Stammkraft aber kein Problem. "Ich kann nicht von schlechter Stimmung sprechen. Ich empfinde das alles als erfolgsorientiert."

Quelle: n-tv.de, Christian Kunz und Martin Moravec, dpa

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