Fußball

"Hat sich ein Denkmal gesetzt" Der FC Bayern verneigt sich vor Lewandowski

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(Foto: dpa)

Der historische Moment ist fast ein wenig zu banal: Per Elfmeter egalisiert Robert Lewandowski den Bundesliga-Torrekord von Gerd Müller. Viele Gratulanten schwärmen vom Weltfußballer. Ein Trainer glaubt, dass selbst eine neue Bestmarke des Polen wieder gebrochen werden würde.

Robert Lewandowski hat die Einstellung des Bundesliga-Torrekords von Gerd Müller mit emotionalen Worten gefeiert. "Ich habe ein Ziel erreicht, das einst unmöglich schien, sich vorzustellen", twitterte der Weltfußballer nach dem 2:2 des FC Bayern beim SC Freiburg. "Ich bin so unglaublich stolz, Geschichte für den @FCBayern zu schreiben und eine Rolle dabei zu spielen, die Geschichten zu kreieren, die Fans ihren Kindern erzählen werden." Er folge in den Fußstapfen "von Legenden wie Gerd Müller".

Der Pole traf in der 26. Minute per Foulelfmeter und egalisierte durch sein 40. Saisontor die Bundesliga-Bestmarke von Bomber Müller. Dieser hatte in der Spielzeit 1971/1972 ebenfalls 40 Treffer für die Bayern erzielt. Nach seinem Treffer präsentierte Lewandowski ein schwarzes T-Shirt mit dem Konterfei Müllers und der weißen Aufschrift "4EVER GERD" unter seinem Trikot. Spieler und der Trainerstab der Bayern bildeten vor der Auswechselbank an der Seitenlinie ein Spalier für ihn und applaudierten. Kommenden Samstag gegen den FC Augsburg hat Lewandowski die Chance, den Weltmeister von 1974 sogar zu übertrumpfen.

Tatsächlich wäre das auch schon im Schwarzwaldstadion möglich gewesen. Er hätte "mindestens noch ein Tor mehr schießen können", gestand Lewandowski bei Sky selbstkritisch. In der 78. Minute etwa schob er den Ball quer in die Arme des Freiburger Keepers Mark Flekken anstatt einfach über Linie. "Solche Rekord bricht man vielleicht nicht so schnell", sagte Lewandowski.

"Er ist aber auch nur ein Mensch"

"Das Verrückte ist, dass es bei Lewy normal ist, wie er seine Tore in Serie schießt. Er ist aber auch nur ein Mensch, das hat man gesehen, als es um den 41. Treffer ging", sagte Mitspieler Thomas Müller, der auch seinen berühmten Namensvetter würdigte: "Gerd Müller hat den Verein mit seinen Toren dahin gebracht, wo er jetzt ist."

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(Foto: dpa)

"In den vergangenen Jahrzehnten hätte man nie daran geglaubt, dass dieser Rekord eingestellt wird", sagte Bayern-Trainer Hansi Flick: "Er wird diesen Rekord sicher eine Zeit lang haben. Aber wie lange, das liegt an der Konkurrenz. Man wird sehen, welche Granaten zukünftig in der Bundesliga auftauchen." Auch Bundestrainer Joachim Löw lobte Lewandowski bei Sport1 überschwänglich: "Es ist imponierend, so eine Anzahl an Toren zu erzielen. In der heutigen Zeit ist das noch schwieriger als es früher war."

Anerkennung gab es natürlich auch von den Bossen des FC Bayern. Aus Sicht von Vorstand Oliver Kahn hat Lewandowski "sich und der gesamten Mannschaft heute ein Denkmal gesetzt". Kahn sprach bei Twitter von einer unglaublichen Leistung. "Herzlichen Glückwunsch und Chapeau, Robert! Mit diesem Treffer steht er auf einer Stufe mit Gerd Müller, einem der Größten aller Zeiten."

Klubchef Karl-Heinz Rummenigge erklärte auf der Vereins-Homepage: "Wir alle freuen uns mit und für Robert Lewandowski." Der 32-Jährige sei vor sieben Jahren ablösefrei gekommen und einer der wertvollsten Spieler der Vereinsgeschichte geworden. "Ich habe mit Gerd Müller gespielt und weiß, dass er Robert diesen Tag von Herzen gönnt. Beide sind Stürmer, die in der Geschichte des Fußballs herausstechen. Präsident Herbert Hainer sagte, "der FC Bayern kann ungeheuer stolz sein, dass Fußballfans in aller Welt so außergewöhnliche Stürmer auf ewig mit unserem Verein verbinden".

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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