Fußball

Rechtsprofessor scheitert Der FC Bayern wird nicht gelöscht

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Mia bleiben mia.

(Foto: dpa)

Der FC Bayern ist der erfolgreichste Fußballverein Deutschlands. Das ist unbestritten. In Frage stellt ein Rechtsprofessor aber, ob die Münchner überhaupt die formalen Ansprüche an einen Verein erfüllen. Der Fall sorgt für Aufsehen - und ist nun entschieden.

Der FC Bayern München e.V. bleibt bestehen, er wird nicht aus dem Vereinsregister gelöscht. Das Amtsgericht München lehnte einen entsprechenden Antrag eines Rechtsprofessors ab, wie das Gericht bekanntgab. Der Jurist Lars Leuschner aus Osnabrück hatte in dem Aufsehen erregenden Fall Anfang August argumentiert, dass der Fußball-Rekordmeister nicht nur "ideelle Zwecke", sondern in hohem Maße wirtschaftliche verfolge. Deshalb regte er an, den FC Bayern München e.V. "wegen Rechtsformverfehlung" aus dem Vereinsregister zu entfernen.

Das Amtsgericht prüfte daraufhin "die konkreten Verhältnisse" bei Bayern München und stellte fest, dass "die Einleitung eines Amtslöschungsverfahrens im Rahmen der Einzelfallprüfung" abzulehnen sei. Der FC Bayern hatte zuvor bereits betont, dass er den Antrag für "unbegründet" halte.

Das Amtsgericht verwies in seinem Urteil auf den Bundesgerichtshof, der 1982 "eine Auslagerung wirtschaftlicher Tätigkeiten von Vereinen auf Kapitalgesellschaften grundsätzlich für zulässig erachtet hat". Die Profis der Münchner sind in die FC Bayern München AG ausgelagert, welche rund eine halbe Milliarde Euro pro Saison umsetzt. Der Verein hält mit 75,01 Prozent die Mehrheit der AG. Jeweils 8,33 Prozent entfallen auf die Unternehmen Adidas, Allianz und Audi.

Auswirkungen auf 50+1 erwartet

Die Causa war spannend, weil sie die 50+1-Regel der Deutschen Fußball Liga tangiert. Diese schreibt im deutschen Profifußball die Kontrolle durch die Lizenzvereine zwingend vor. Sie soll dafür sorgen, dass im Gegensatz etwa zur englischen Premier League keine Investoren das Sagen innerhalb der Clubs übernehmen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass ein Verein auch nach der Auslagerung der Profi-Abteilung weiter an dem wirtschaftlichen Erfolg beteiligt ist. Gegen das Urteil des Amtsgerichts sind keine Rechtsmittel möglich.

Ein anderslautendes Urteil hätte dazu führen können, dass der e.V. seinen Einfluss auf die AG hätte verringern müssen. Das hätte die Münchner vor größere Probleme gestellt, weil der Vereinspräsident (derzeit Karl Hopfner) satzungsgemäß auch Vorsitzender des Aufsichtsrates ist. Auch andere Bundesliga-Klubs mit Vereinsmodell und ausgegliederter Profi-Abteilung hatten gespannt auf die Entscheidung in München geblickt.

Quelle: ntv.de, cwo/dpa