Fußball

Letztes DFB-Casting fürs EM-Jahr Der Kampf um einen Stammplatz bei Löw

Auf die Hälfte der Wunschelf für die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr hat sich Bundestrainer Joachim Löw bereits festgelegt. Aber längst sind nicht alle Plätze vergeben. Zeit für Eigenwerbung bleibt aber nur wenig.

Zumindest optisch waren die "Gäste" bei der kleinen Feier zur erfolgreichen Qualifikation für die Fußball-EM im kommenden Jahr in der noblen Villa Kennedy klar zu erkennen. Während die Nationalspieler und die Coaches in Trainingsklamotten für das Gruppenbild posierten, trugen Julian Draxler, Antonio Rüdiger, Thilo Kehrer und Kevin Trapp zivil. Man sei aber "ein TEAM", wie der DFB via Twitter nach dem Kurzbesuch des angeschlagenen Spieler-Quartetts verlauten ließ.

Und doch herrscht in diesem Team - wie in allen Profimannschaften auch -  ein großer Konkurrenzkampf. Das Gerangel um die elf Startplätze ist in vollem Gange, viel Zeit bleibt bis zur Euro 2020 vom 12. Juni bis 12. Juli nicht mehr. Nur noch fünf Länderspiele bis zum Turnierstart seien "nicht viel", sagte Toni Kroos, "da muss man jede Minute nutzen."

Im letzten Spiel des Jahres am Dienstag (20.45 Uhr bei RTL und im Liveticker bei n-tv.de) in Frankfurt gegen Nordirland gibt Bundestrainer Joachim Löw einigen Reservisten eine Bewährungschance. Marc-Andre ter Stegen, Jonas Hector, Jonathan Tah und Julian Brandt dürften ins Team rücken. Der gesetzte Kroos betonte, dass diese Rotation auch im Sinne der Leistungsträger sei: "Es ist wichtig, dass sich allgemeine Abläufe einspielen. Bei einem Turnier fallen immer Leute aus, da ist es wichtig, dass andere nicht unvorbereitet sind."

Fünf Plätze sind vergeben

Waldschmidt wird erfolgreich operiert

Nach seiner schweren Verletzung im Länderspiel gegen Weißrussland (4:0) ist Luca Waldschmidt in der Freiburger Uniklinik erfolgreich im Gesicht operiert worden. Der Angreifer des SC Freiburg hatte sich bei einem Zusammenprall mit Gäste-Torwart Alexander Gutor eine Mittelgesichtsfraktur und eine Gehirnerschütterung zugezogen. Im Laufe der Woche sind weitere Untersuchungen am rechten Knie und Sprunggelenk vorgesehen. Die Ausfallzeit ist noch unklar. "Das ist bitter für ihn, aber auch für uns", sagte Bundestrainer Joachim Löw: "Im Training hat er während der gesamten Woche einen sehr guten Eindruck gemacht. Er hat Qualität, der Abschluss ist seine große Stärke."

Fest steht: Fünf Spieler haben ihre Stammplätze sicher, sollten sie sich nicht verletzen oder in ein großes Formtief fallen. Die Nummer eins im Tor ist wieder klar Manuel Neuer. Als neuer Abwehrchef hat sich Matthias Ginter festgespielt. Im defensiven Mittelfeld ist Joshua Kimmich gesetzt, neben oder vor ihm darf Toni Kroos das Spiel organisieren. Im Angriff hat Serge Gnabry von Löw bereits eine Startelf-Garantie erhalten.

Außerdem ist bekannt, dass Löw fest mit Leroy Sané plant. Teammanager Pep Guardiola von Manchester City nannte kürzlich den "Dezember, Januar, Februar" als Datum für den Wiedereinstieg ins Training. Sollte der Offensivspieler annähernd an seine Form vor der Kreuzbandverletzung anknüpfen, ist er auf dem linken Flügel im DFB-Team gesetzt.

Für Werner könnte es eng werden

Ähnlich groß sind die Chancen auf einen offensiven Startplatz für den angeschlagenen Marco Reus, Timo Werner muss dagegen trotz seiner ausgezeichneten Torquote bei RB Leipzig zittern. Antonio Rüdiger hat im Kampf um den zweiten Innenverteidiger-Platz trotz seiner Verletzungsprobleme noch einen Vorsprung. Doch sein Konkurrent Tah kann gegen Nordirland mutmaßlich für sich werben. Auf den Außen sind momentan die Leipziger Lukas Klostermann und Marcel Halstenberg die Platzhalter.

Niklas Süle ist in Löws Startelf-Rechnung der Joker. Der Abwehrchef des FC Bayern ist hochmotiviert, nach seinem Kreuzbandriss rechtzeitig bis zur Endrunde fit zu werden. Er werde "keinen Druck" ausüben, betonte Löw. Den Druck haben andere.

Quelle: n-tv.de, Jörg Soldwisch & Oliver Mucha, sid