Fußball

Topvertrag und Blitz-Abschied Der Werner-Wechsel ist perfekt

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Timo Werner kehrt RB Leipzig endgültig den Rücken. Für viele Millionen Euro.

(Foto: Kevin Voigt/Jan Huebner/Pool)

Überraschend ist es nicht mehr: Fußball-Nationalstürmer Timo Werner hat einen Vertrag beim FC Chelsea unterschrieben und soll damit in London zum Topverdiener werden. Davon profitieren viele. Der Nationalspieler spricht von einer "sehr erfolgreichen Zukunft".

Der Wechsel von RB Leipzigs Stürmer Timo Werner zum FC Chelsea ist perfekt. Beim englischen Spitzenklub, der in der laufenden Saison aber im Rennen um die Meisterschaft schon seit Langem keine Rolle mehr spielt, hat Nationalspieler Werner bereits einen Vertrag bis 2025 unterzeichnet. In seinem ursprünglich noch bis 2023 laufenden Vertrag hatte sich Werner eine Ausstiegsklausel in Höhe von 53 Millionen Euro festschreiben lassen. Der neue Vertrag soll Werner mit mehr als 10 Millionen Euro pro Saison zum Topverdiener bei den Londonern machen.

"Ich freue mich, bei Chelsea unterschrieben zu haben, es ist ein sehr stolzer Moment für mich, Teil dieses großartigen Klubs zu werden", verkündete Werner über die Kanäle seines neuen Arbeitgebers. "Nun wage ich mich in die Weltmetropole London", sagte der gebürtige Schwabe, dessen "Traum" es schon immer gewesen sei, "einmal in der Premiere League, der stärksten Liga der Welt, zu spielen". Er freue sich sehr "auf dieses neue Abenteuer, die Atmosphäre und den Fußball in England".

Ausschlaggebend für den Entschluss des derzeit besten deutschen Stürmers war die enorme Wertschätzung von Chelsea-Coach Frank Lampard, der um das neue Gesicht Werner ein junges Team aufbauen möchte. In London trifft der Stürmer zudem auf seinen Nationalmannschaftskollegen Antonio Rüdiger, den er noch aus gemeinsamen Stuttgarter Zeiten kennt. Daher heißt es nun Stamford Bridge statt Anfield Road. Denn Werner hatte keinen Hehl daraus gemacht, dass ihn auch der Champions-League-Sieger FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp reizen würden. Doch bei den Reds, das kam bei einem Kontakt zu Ostern raus, hätte der Torjäger keine Einsatzgarantien wie jetzt noch unter Julian Nagelsmann oder künftig bei Lampard.

Der ehemalige Chelsea-Profi sei bereits vor der Corona-Pause für ein persönliches Gespräch nach Leipzig gereist, dazu habe man oft telefoniert. Nun also hat Werner offenbar einen Vertrag bis 2025 unterschrieben und soll helfen, den sechsmaligen englischen Meister wieder zu einem ernsthaften Konkurrenten für die in dieser Saison enteilten Topklubs Manchester City und FC Liverpool zu machen. Auch der Leverkusener Kai Havertz soll noch auf der Einkaufsliste von Lampard stehen. Zuvor hatte Chelsea bereits für 40 Millionen Euro Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam verpflichtet, der Werner mit Pässen versorgen wird.

Keine Champions-League-Einsätze mehr

Der Wechsel Timo Werners hatte schon in der laufenden Woche für Aufregung gesorgt: Wie englische Medien als erste berichteten, habe der Stürmer entschieden, nicht mehr für seinen Bald-Ex-Verein am Endturnier der Champions League teilzunehmen. Das steigt im August, dann will sich Werner schon mit seinem neuen Verein auf die Premier-League-Saison vorbereiten - und vorher keine Verletzung mehr riskieren. "Mit dem Wechsel nach London wird Timo Werner auch nicht mehr für uns im nachgelagerten Champions-League-Turnier im August 2020 auflaufen", bestätigte RB in der Meldung zum Transfer. Wie der FC Chelsea verkündet, werde Werner die Bundesliga-Saison mit RB zu Ende spielen und dann schon im Juli zu seinem neuen Team stoßen.

Der Fußball-Weltverband hatte Spieler und Vereine vorher aufgefordert, "dem ehemaligen Verein Vorrang einzuräumen". Für die "Blues", die nach einem 0:3 im Achtelfinal-Hinspiel gegen den FC Bayern München vor dem Aus in der Champions League steht, darf Werner im laufenden Wettbewerb aber noch nicht spielen. Das hatte die Uefa bereits klargestellt.

Freuen darf sich über die Unterschrift seines einstigen Spielers auch der VfB Stuttgart: Als Ausbildungsverein von Werner werden die Schwaben mindestens sechs Millionen Euro von der Ablöse erhalten, dazu hatte man sich beim Transfer 2016 auch eine Weiterverkaufs-Beteiligung zusichern lassen. Werner war 2016 für 14 Millionen Euro nach Leipzig gewechselt. Mit 93 Bundesligatoren in vier Jahren ist der 24-Jährige der erfolgreichste Torschütze in der Vereinsgeschichte.

Quelle: ntv.de, ter