Fußball

"Polemisch, unverschämt..." Die heftigsten Zitate der Bayern-Schelte

imago36196141h.jpg

Ab jetzt will der FC Bayern den "Verein schützen".

(Foto: imago/Sven Simon)

Eine halbe Stunde lang spricht die Vereinsführung des FC Bayern vor den Journalisten. Mit Kritik halten sich Rummenigge, Hoeneß und Salihamidzic nicht zurück. Worum ging es? Eine Zusammenfassung der wichtigsten Aussagen.

Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge:

  • "Heute ist ein wichtiger Tag für den FC Bayern, weil wir Ihnen mitteilen, dass wir uns das nicht mehr gefallen lassen. Wir werden uns diese hämische, herabwürdigende, faktische Berichterstattung nicht mehr bieten lassen."
     
  • 8dddea05cd135c6ff56f7f802d900eb3.jpg

    Karl-Heinz Rummenigge.

    (Foto: dpa)

    "Polemik scheint keine Grenzen mehr zu kennen. Das gilt für Medien, das gilt auch für Experten, und das gilt vor allen Dingen auch für Experten, die mal bei diesem Klub Fußball gespielt haben."
     
  • Dann führt er Artikel 1 des Grundgesetzes an: "Da steht, dass die Würde des Menschen unantastbar ist. Ich weiß nicht, ob der Fußball eine Sonderrolle einnimmt oder ob für den Fußball da eine eigene Gesetzgebung, von gewissen Medien zumindest, sich erlaubt wird."
     
  • "Es sieht da dahingehend aus, dass wir grundsätzlich wenn despektierliche, respektlose, unverschämte Kritik an unseren Spielern und unserem Trainer geäußert wird, wir einschreiten werden. Ansonsten werden wir Kommentare geben, wenn es notwendig ist. (…) Ich muss offen und ehrlich sagen, ich gehe immer dann an die Öffentlichkeit, wenn ich das für notwendig halte. Und lasse mich von niemand motivieren oder gar nötigen."
     
  • "Es wird der Eindruck vermittelt, nachdem wir über eine gewisse Zeit da oben geschwebt haben, dass dieser Moment wunderbar genutzt werden soll, um den FC Bayern auf ein Normalmaß zu stutzen."
     
  • "Es scheint offensichtlich, dass man sich überhaupt keine Gedanken mehr macht über Werte wie Würde und Anstand."
     
  • "Wenn ich über unsere beiden Innenverteidiger, Jérôme Boateng und Mats Hummels, lesen muss: 'Altherrenfußball'. Dann kann ich eigentlich nur sagen: Geht's denn eigentlich noch? "
     
  • "Zu Ihrer Information möchte ich mitteilen, dass wir gegen den Springer-Konzern in den letzten Wochen zwei Unterlassungserklärungen per Gerichtsbeschluss erwirkt haben. Eine weitere Abmahnung ist gestern zugestellt worden. Wir werden es in Zukunft nicht bei der Unterlassungserklärung belassen, sondern auch Gegendarstellung verlangen."

Präsident Uli Hoeneß:

  • 108580515.jpg

    Uli Hoeneß.

    (Foto: picture alliance/dpa)

    "Nein, ich glaube, dass es einfach mal an der Zeit ist, dass der wichtigste Verein in Deutschland sich mal klar positioniert, und zwar in dieser Einheit. Deswegen sind wir drei alle zusammen hier."
     
  • Über Bernat: "Als wir in Sevilla gespielt haben, war er alleine dafür verantwortlich, dass wir fast ausgeschieden sind. Und an dem Tag ist entschieden worden, dass wir ihn abgeben. Weil er uns fast die ganze Champions League gekostet hat."
     
  • "Der Unterschied zwischen einem Kommentar, den ich direkt nach einem sehr emotionalen Spiel mache, und Ihren Kommentaren, die sie möglicherweise in aller Ruhe am nächsten Tag oder übernächsten Tag schreiben können, ist natürlich ein großer Unterschied. Manchmal, das gebe ich auch zu, aber will ich mich auch gar nicht so strangulieren, ist man unmittelbar nach dem Spiel ziemlich emotional und aufgeregt. Das Wort geisteskrank hätte ich zum Beispiel nicht sagen sollen, das war total übertrieben. Aber meine Meinung zu Mesut ist klar, die ist eindeutig. Ich wollte mit einer ziemlich überspitzten Formulierung das Thema auf den Sport reduzieren. Ich wollte den Leuten sagen: 'Hört's doch endlich auf von Rassismus, von Migrationsproblemen zu sprechen, sondern es zu reduzieren auf das, was es eigenltich sein sollte: Nämlich die Diskussion, ist einer gut genug oder nicht.' Und ich habe das für mich so beantwortet. Ich überlasse natürlich jedem Einzelnen, das anders zu sehen, weil ich ein großer Demokrat bin."
     
  • a959f0283cfdfe5d11337fa81ce8ad00.jpg

    Hasan Salihamidzic.

    (Foto: dpa)

    "Die Art und Weise, wie zum Beispiel n-tv versucht hat, den Jogi Löw abzuschießen, war widerlich. Das ist respektlos. Das hat dieser Mann nicht verdient."

Sportdirektor Hasan Salihamidzic:

  • "Mir wurde vorgeworfen, dass ich mich nicht öffentlich zu Niko Kovac gestellt habe. Dazu muss ich was klarstellen. Warum? Wir schätzen seine Arbeit. Wir müssen uns doch nicht öffentlich ein Küsschen geben. Das ist respektlos und unverschämt, was hier passiert."
     
  • "Aber die Arbeit eines ganzen Klubs sofort infrage zu stellen - das geht gar nicht. Das geht gar nicht!" Er sei "entsetzt" gewesen. "Das hat die Mannschaft nicht verdient. Ich werde sie verteidigen."
     
  • "Stefan Effenberg ist beim Fernsehen und ich bin beim FC Bayern. Meine Arbeit wird nicht nach Schlagzeilen oder öffentlichen Machtwörtern bezahlt. Eine Mannschaft führt man nicht nach Symbolpolitik."

Quelle: n-tv.de