Fußball

Uefa "extrem enttäuscht" Dreifachstrafe bleibt Fußballfrustfaktor

imago_sp_0221_17440006_19044076.jpg6277674474732771040.jpg

Auch wenn es die Regelhüter eigentlich zu hart finden, soll es im Fußball bei Notbremsen im Strafraum weiterhin einen Platzverweis, eine Sperre sowie einen Elfmeter geben.

(Foto: imago/Team 2)

Die Dreifachstrafe im Fußball hat mindestens einen so schlechten Ruf wie der Weltverband Fifa unter Joseph Blatter. Doch wie der umstrittene Fifa-Boss bleibt sie der Fußballwelt weiter erhalten. Vier Wechsel und den Videobeweis wollen die Regelhüter nicht.

Die sogenannte Dreifachbestrafung im Fußball bleibt vorerst bestehen. Dies gab die Regelkommission des Weltverbandes Fifa bekannt. Auf eine entsprechende Änderung der Regel 12 konnten sich die Mitglieder des International Football Association Boards (Ifab) auf ihrer 129. Jahrestagung im nordirischen Belfast nicht einigen.

Das Ifab sieht beim automatischen Platzverweis allerdings Handlungsbedarf und nannte die Dreifachbestrafung (Rote Karte, Elfmeter, Sperre) explizit "zu hart". Eine weitere Überprüfung soll seitens der Fifa erfolgen, die ihrem Exekutivkomitee im März einen "Vorschlag für mögliche Änderungen" vorlegen soll. Damit wird die Verhinderung einer klaren Torgelegenheit im Strafraum vorerst weiter zwingend mit einer Roten Karte und damit einer Sperre geahndet.

Die Europäische Fußball-Union reagierte mit harter Kritik auf die Entscheidung der Fifa-Regelhüter reagiert. "Wir sind extrem enttäuscht, dass unser Vorschlag bezüglich der Dreifachbestrafung abgelehnt wurde", sagte Uefa-Generalsekretär Gianni Infantino: "Das Problem mit der gültigen Regel ist die verpflichtende Rote Karte, die oft zu hart ist und das Spiel völlig zerstört." Das Ifab lehnte es ab, die Strafe auf eine Gelbe Karte abzuschwächen.

Kein zusätzlicher vierter Wechsel

Auch die Möglichkeit, in der Verlängerung einen vierten Spieler auszuwechseln, wird es vorerst nicht geben. Ein Fortschritt beim Thema Videobeweis zur Entlastung des Schiedsrichters wurde ebenfalls nicht erzielt, es soll in dieser Frage weitere Beratungen geben.

"Es ist die größte Entscheidung, seitdem Fußball gespielt wird", sagte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke. Es gäbe keinen Grund zur Eile, betonte der Franzose. Der niederländische Verband hatte angeboten, Videotechnologie im nationalen Pokalwettbewerb zu testen. Das Ifab forderte zunächst mehr Informationen ein, um über solch ein Experiment entscheiden zu können.

Bei der Sitzung hatte das Gremium zum Thema Videobeweis auch Ratschläge seiner beiden neuen Beratungsgruppen gehört. Kurz vor der WM 2014 in Brasilien hatte sich Fifa-Präsident Joseph Blatter überraschend erstmals für die Einführung des Videobeweises ausgesprochen.

Quelle: ntv.de, cwo/sid

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen