Fußball

Zum ewigen Neuer-Nübel-Theater Ein brisanter Satz von Uli Hoeneß

Manuel Neuer ist die Nummer eins beim FC Bayern. Und in dieser Rolle beansprucht er jedes Spiel für sich. Das frustriert Alexander Nübel. Dessen Berater erhöht den Druck, auch Uli Hoeneß mischt sich nun ein. Hansi Flick dürfte das nicht gefallen.

Man muss das nicht als vernichtendes Zeichen von Uli Hoeneß deuten. Nicht als Zeichen für die Bedeutungslosigkeit von Bayern Münchens Torwart Nübel. Den nannte der Patriarch a. D. bei seiner Premiere als TV-Experte bei RTL am Donnerstag beim Länderspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft versehentlich "Andreas", korrigierte sich allerdings schnell zu "Alexander". So heißt er nämlich richtig: Alexander Nübel. Und wer die Ohren nah dran hat am Rekordmeister, der weiß ja: Nübel, das ist seit Monaten das Reizthema im Klub. Es geht um angeblich versprochene Einsätze und eine immer offensiver lancierte Lobbyarbeit seines Beraters für eine veränderte Rolle des 24-Jährigen.

Der talentierte Nübel kam vergangenen Sommer ablösefrei vom FC Schalke 04, weil ihm eine gute Perspektive, ein klarer Plan in München aufgezeigt wurde. Die Details sind zwar nicht bekannt, wohl aber, dass es im ersten Jahr darum gehen sollte, von Manuel Neuer zu lernen. Und offenbar ab und zu mal zu spielen - was bislang dreimal geschah. Zu wenig, wie Stefan Backs, der seit einigen Wochen die Unzufriedenheit seines Klienten zum größeren Thema macht, nun im Sport1-Podcast "Meine Bayern-Woche" betont: "Uns war klar, dass Alexander diese Rolle ein Jahr spielen kann, die er jetzt spielt. Auch wenn es aus meiner Sicht vier, fünf Spiele zu wenig sind, die er gemacht hat. Aber ein zweites Jahr kann es so nicht geben, denn das Thema Spielpraxis ist wichtig für ihn."

Entsprechend versuche man gerade eine Lösung mit dem Klub zu finden. Eine Leihe bleibt dabei natürlich ein Thema. Zumindest für den Spieler und seinen Berater. Eine zweijährige, bei einem ambitionierten Klub mit Europapokal-Spielrecht. Alles andere würde sich nicht lohnen - und das Neuer-Problem auch nicht lösen, der ja noch zwei Jahre einen Vertrag hat. Grundsätzlich, so Backs, hätten sein Klient und die Bayern aber "das gleiche Ziel: Er soll mittelfristig die Nummer eins werden. Der Weg dahin ist die Krux. Alex und ich sind der Meinung, dass Praxis nach diesem Jahr noch wichtiger wird. Denn dieses Jahr lief eben nicht so, wie es sich alle Beteiligten gewünscht haben. Da wir alle das gleiche Ziel haben, werden wir eine Lösung finden, die Alexander gerecht wird".

Gerüchte um zwei Bundesliga-Keeper

Im Klub hatten sie zuletzt mehrfach betont, dass sie weiterhin mit Nübel als Nummer zwei planen. Allerdings kamen parallel auch immer wieder Gerüchte um andere Kandidaten auf. Etwa Stefan Ortega, die Stammkraft von Arminia Bielefeld. Oder aber Weltmeister Ron-Robert Zieler, der aktuell von Zweitligist Hannover 96 an den 1. FC Köln ausgeliehen ist. Dort aber hinter Timo Horn ebenfalls nur die Ersatzrolle einnimmt.

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Auch Hoeneß, der Ehrenpräsident des FC Bayern, würde sich offenbar wünschen, dass die Zusammenarbeit mit Nübel auch in der kommenden Saison fortgesetzt wird. Doch sein am Donnerstagabend so nebenbei geäußerter Satz ist durchaus brisant. Bei RTL hatte er an Neuer Folgendes adressiert: "Vielleicht kann er dem Andreas Nübel, Alexander, ein paar Spiele schenken, damit er bei den Bayern bleibt." Nun, der Satz ist deswegen so brisant, weil Trainer Hansi Flick sich gerade erst eine Einmischung in Aufstellungsfragen klar verbeten hatte. Im Zuge der wieder aufgekeimten Diskussion hatte der Coach gesagt, Nübel habe beim Wechsel nach München gewusst, auf was er sich einlässt. "Ich lasse mir nicht reinreden."

Es waren Sätze, die auch als Affront gegen Hasan Salihamidzic verstanden worden waren. Denn zwischen dem Trainer und dem Sportvorstand war es wegen zahlreicher Personalien zum Streit gekommen. Eine davon war Nübel, dessen Verpflichtung maßgeblich auf das Konto von Salihamidzic geht. Den Zoff, der zwischendurch unschön eskaliert war, haben die beiden Alphatiere mittlerweile ausgeräumt. Sogar öffentlich. Flick tat das per Entschuldigung. Ob das Thema Nübel und seine Einsätze auch dazu gehört? Unklar.

Quelle: ntv.de, tno

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