Fußball

Leverkusen scheidet aus Eintracht erkämpft sich fulminantes Alles-oder-nichts-Spiel

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Götze und Frankfurt siegten.

(Foto: IMAGO/Rene Schulz)

Eintracht Frankfurt besiegt nach großem Kampf Olympique Marseille. Somit ist am letzten Spieltag der Champions League alles von Gruppensieg bis zu Europa League drin - oder eben nichts. Bayer Leverkusen scheidet schon vor dem Abpfiff aus und will dennoch europäisch überwintern.

Eintracht Frankfurt - Olympique Marseille 2:1 (2:1)

Der Achtelfinal-Traum lebt: Eintracht Frankfurt hat sich auf der magischen Königsklassen-Reise ein Endspiel ums Weiterkommen erkämpft. Die Mannschaft von Trainer Oliver Glasner gewann das stimmungsvolle Schicksalsspiel gegen Olympique Marseille mit 2:1 (2:1) und kann sich am letzten Champions-League-Spieltag bei Sporting Lissabon aus eigener Kraft unter die 16 besten Teams Europas schießen.

Im Frankfurter Hexenkessel trafen Daichi Kamada (3.) und Randal Kolo Muani (27.) zum Sieg, Matteo Guendouzi (22.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen. Mit einem Sieg in Lissabon am Dienstag würden die Frankfurter ihre Traumreise im Achtelfinale fortsetzen, für den Europa-League-Sieger ist von Platz eins bis vier in Gruppe D noch alles möglich. Anders als im Hinspiel blieb es diesmal auf den Rängen weitgehend friedlich. In Marseille war es zu heftigen Ausschreitungen mit Pyrotechnik gekommen, ein SGE-Fan wurde schwer verletzt.

Auf dem Feld vertraute Glasner dem Team, das zuletzt bei Borussia Mönchengladbach (3:1) und gegen Bayer Leverkusen (5:1) überzeugt hatte. Einzig Hrvoje Smolcic rückte für den gesperrten Tuta in die Abwehrkette. Mit "Rumrechnerei" wollte sich Glasner in der umkämpften Gruppe nicht beschäftigen, dies habe "meistens zu ganz wenig geführt", sagte er. Genau das war auch bei seiner Elf zu spüren, die vor 48.700 Fans einen Traumstart erwischte. Kamada vollendete gleich den ersten perfekten Angriff zur Führung. Griffig, leidenschaftlich und offensiv gefährlich - so präsentierte sich die SGE in der starken Anfangsphase, nur die Chancenverwertung passte nicht.

WM-Held Mario Götze (15.), der sich berechtigte Hoffnungen auf das Turnier in Katar machen darf, und Christopher Lenz (19.) ließen beste Möglichkeiten liegen. So kam Marseille fast aus dem Nichts zurück: Der Abschluss des Ex-Herthaners Guendouzi nach einer Flanke schlug unter der Latte ein. Die Eintracht machte aber unbeirrt weiter, auf den Schock folgte postwendend die passende Antwort. Nach einer traumhaften Götze-Vorarbeit vor den Augen von Bundestrainer Hansi Flick traf Kolo Muani zur verdienten Pausenführung in einer äußerst hart umkämpften Partie.

Nach dem Seitenwechsel gerieten die Hessen jedoch zunehmend unter Druck. Die Abwehr wackelte zu Beginn etwas und konnte sich nur mit Mühe aus einigen brenzligen Situationen befreien. Bei der besten Chance lupfte Alexis Sanchez (57.) den Ball nur knapp am Tor vorbei. Bei Glasners Elf schwanden die Kräfte, die Eintracht warf aber weiter alles in die Waagschale. Allerdings verpassten es die Gastgeber, einen der zahlreichen Konter besser auszuspielen und für klarere Verhältnisse zu sorgen.

Atlético Madrid - Bayer Leverkusen 2:2 (1:2)

Das Achtelfinale verpasst, auch der Trostpreis ist in höchster Gefahr: Für Bayer Leverkusen ist international nur noch das Überwintern in der Europa League möglich. Der kriselnde Fußball-Bundesligist kam beim spanischen Topklub Atlético Madrid nach zweimaliger Führung nur zu einem 2:2 (2:1) und kann damit die Rojiblancos lediglich mit Schützenhilfe noch vom dritten Platz verdrängen.

Moussa Diaby (9.) und Callum Hudson-Odoi (29.) trafen für das Team des spanischen Trainers Xabi Alonso, der in seinen fünf Spielen als Leverkusener Verantwortlicher nur einen Sieg gefeiert hat (4:0 beim Debüt gegen Schalke) - die Trendwende nach der Entlassung von Gerardo Seoane ist auch dem Weltmeister von 2010 bislang nicht gelungen. Die Madrilenen, die das Hinspiel im Rheinland verloren hatten, kamen durch Yannick Carrasco (22.) und Rodrigo de Paul (50.) jeweils zum Ausgleich und haben Platz drei in Gruppe B eigener Hand.

Bereits vor dem Anpfiff in Madrid war durch das 4:0 des FC Porto beim FC Brügge klar, dass Bayer keine Chance mehr auf den Achtelfinaleinzug in der Königsklasse hat. Gegen Brügge, das sicher weiter ist, muss Bayer am kommenden Dienstag mehr Punkte holen als Atletico beim FC Porto. Auch die Portugiesen sind in der nächsten Runde. Im Angriffszentrum musste Alonso in Madrid erneut zunächst ohne Patrik Schick auskommen, der tschechische EM-Star saß nach auskurierten Adduktorenproblemen zumindest auf der Bank. Doch auch ohne den zuletzt auf Formsuche befindlichen Torjäger begann Bayer mutig. Robert Andrich eroberte gegen Weltmeister Antoine Griezmann mit robustem Einsatz den Ball, Adam Hlozek steckte zu Diaby durch, der Jan Oblak mit einem Schlenzer überwand.

Danach legte Atletico, derzeit Dritter in La Liga, deutlich zu und verdiente sich den Ausgleich gegen zunehmend passive Leverkusener. Carrascos Fernschuss schlug flach ein. Lukas Hradecky hatte keine Chance. Und die Mannschaft von Diego Simeone drängte auf das zweite Tor - das allerdings gelang dem Tabellen-15. der Bundesliga: Wieder ging dem Treffer eine Balleroberung tief in der gegnerischen Hälfte voraus, diesmal war es Nadiem Amiri, der Chelsea-Leihgabe Hudson-Odoi bediente. Für den jungen Engländer war es das erste Tor im Bayer-Trikot.

Nach dem Seitenwechsel verordnete Simeone seiner Mannschaft totalen Vorwärtsdrang. Bayer bekam den Ball gar nicht mehr aus der Gefahrenzone, der gerade erst eingewechselte Rodrigo de Paul traf per Schlenzer. Das Estadio Metropolitano war nun voll da, und die Heimmannschaft ebenfalls. Griezmann (58., 60., 81.) prüfte Hradecky in Serie. Zumindest in den letzten Spielminuten konnte Bayer durch Konter für etwas Entlastung sorgen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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