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Acht Varianten pro FC Bayern Es gibt nur wenig Hoffnung für den BVB

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Sagen wir es so: Es ist nicht unwahrscheinlich, dass das Ding in München bleibt.

(Foto: imago/imagebroker)

Der FC Bayern oder Borussia Dortmund? Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist der Kampf um die deutsche Fußballmeisterschaft auch am letzten Spieltag der Bundesliga noch spannend. Naja, zumindest ein wenig. Es spricht doch viel dafür, dass die Münchner, die vor der 34. Runde mit zwei Punkte Vorsprung und einer deutlich besseren Tordifferenz an der Spitze der Tabelle stehen, ihren siebten Titel hintereinander gewinnen.

Wer wird wie Meister? Es gibt zwei Spiele mit je drei möglichen Ausgängen, also neun Varianten. Nur eine davon führt für die Dortmunder am Samstag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) zum Titel: Wenn die Borussia bei der Namenscousine in Mönchengladbach gewinnt und der FC Bayern gegen die SG Eintracht Frankfurt verliert. Umkehrschluss: Acht Wege führen zur Schale für die Münchner.

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Eine Entscheidung am letzten Spieltag? Wie lange ist das her? Lange. Eigentlich neun Jahre, aber in der Saison 2009/2010 lagen die Bayern nach 33 Spielen drei Punkte und 25 Tore vor dem FC Schalke 04. Also: 2008/2009, wenn auch ohne große Spannung - der VfL Wolfsburg brauchte einen Sieg für den Titel und gewann gegen den SV Werder Bremen mit 5:1. Nach 26 Minuten stand es 3:0. Da war es dann auch egal, dass der FC Bayern mit 2:1 gegen den VfB Stuttgart gewann - der übrigens Platz drei belegte.

Aber es gab auch Dramen. Welche? Einige. Aber das bisher ultimative Drama gab es 2001. Unvergessen, wie sich nach dem 5:3 des FC Schalke 04 gegen die SpVgg Unterhaching in Gelsenkirchen herumspricht, der Meisterfluch sei gebrochen, wie alle jubeln, Trainer Huub Stevens, Manager Rudi Assauer, Zehntausende. Vier Minuten lang. Dann: In Hamburg wird noch gespielt! Patrik Andersson trifft für die Bayern in der 94. Minute nach einem indirekten Freistoß zum 1:1. Die Videowand im Parkstadion überträgt live den Stich ins Schalker Herz. Die Münchner haben am Ende zwar immer noch die schlechtere Tordifferenz, aber einen Punkt mehr als die Konkurrenz aus dem Ruhrgebiet.

Und sonst? Bayern, Bayern, Bayern. Fast immer auf der Siegerseite. Nicht nur 2001, auch im Jahr 2000, als Leverkusens Trainer Christoph Daum nach dem 0:2 in Unterhaching seinen weinenden Sohn trösten muss. Und 1986, als der Bremer Michael Kutzop am 33. Spieltag die Entscheidung zugunsten des SV Werder auf dem Fuß hat, aber einen Elfmeter an den Pfosten schießt. Meister werden: na klar, die Bayern.

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Das war das 3:1. Jupp Heynckes am 5. Juni 1971 im Frankfurter Waldstadion für die Elf vom Niederrhein.

(Foto: imago/Horstmüller)

Ging das immer so? Tatsächlich: nein. In der Saison 1970/1971 verspielen die Bayern zum bisher einzigen Mal die Schale am letzten Spieltag. Jupp Heynckes sichert der Borussia aus Mönchengladbach mit zwei Toren ein 4:1 bei der Frankfurter Eintracht, der punktgleiche Spitzenreiter aus München verliert mit 0:2 beim MSV Duisburg.

Wie oft hat der Tabellenführer den Titel verspielt? Fünf Mal. 1971 hängten, wie eben erwähnt, die Gladbacher die Münchner noch ab. 1986 trug sich die Sache mit Kutzop zu, der am vorletzten Spieltag im Weserstadion gegen den FC Bayern in der 88. Minute einen Handelfmeter, das 1:0 und damit die Meisterschaft vergab. Dennoch gingen die Bremer mit zwei Punkten Vorsprung als Spitzenreiter in den finalen Spieltag - und verloren mit 1:2 in Stuttgart, während die Münchner mit 6:0 gegen Mönchengladbach siegten und den Titel aufgrund der um neun Treffer besseren Tordifferenz gewannen. Zur Erinnerung: Drei Zähler für einen Sieg gibt es erst seit der Saison 1995/1996. In der Saison 1991/1992 wurde die Frankfurter Eintracht als Tabellenführerin vor dem letzten Spieltag am Ende nur Dritte, dazu unten mehr. 1995 waren es wieder die Bremer, die am Ende nur Zweite wurden, dieses Mal zog der BVB noch vorbei. Und im Jahr 2000 gab's das Leverkusener Drama in Unterhaching, wieder entschied die Tordifferenz zugunsten der Bayern. Insgesamt wird es an diesem Samstag in der 56. Saison der Bundesliga die 26. Entscheidung am letzten Spieltag sein.

1992? War da nicht was? Ja - ein historischer Dreikampf. Spitzenreiter Frankfurt bekam einen glasklaren Elfmeter nicht und verlor mit 1:2 beim FC Hansa Rostock. Damit sprach alles für den BVB, der mit 1:0 nach einem Tor in der neunten Minute beim MSV Duisburg gewann. Doch Guido Buchwald krönte den VfB Stuttgart mit einem späten Kopfballtor beim 2:1 in Leverkusen zum Meister.

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Am Samstag in München: die Meisterschale.

(Foto: imago/Team 2)

Wo wartet die Meisterschale? Immer beim Tabellenführer, also am Samstag in München. Eine Kopie wird in Dortmund bereitstehen, für den Fall, dass der BVB den Titel holt. Der Liga-Präsident übrigens wird nicht in München sein: Reinhard Rauball ist auch Präsident des BVB und wird in Mönchengladbach sein. DFL-Chef Christian Seifert würde in München den Meister ehren.

Welche Entscheidungen stehen sonst aus? Hannover 96 und der 1. FC Nürnberg steigen ab, der VfB Stuttgart wird in der Relegation gegen den 1. FC Union Berlin oder den SC Paderborn spielen. Das entscheidet sich am Sonntag (ab 15.30 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) am letzten Spieltag der zweiten Liga. Interessant ist der Kampf um den vierten Champions-League-Platz hinter den Bayern, dem BVB und RB Leipzig - auch für das Titelrennen, denn Mönchengladbach und Frankfurt brauchen einen Sieg. Auch Leverkusen hat vor der Partie in Berlin gute Karten. Im Rennen um einen Platz in der Europaliga sind der VfL Wolfsburg (gegen den FC Augsburg), die TSG Hoffenheim (beim 1. FSV Mainz) und der SV Werder Bremen (gegen Leipzig). Drei Spiele haben keine Bedeutung mehr: Düsseldorf gegen Hannover, Freiburg gegen Nürnberg und Schalke gegen Stuttgart.

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Quelle: n-tv.de, sgi/sid

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