Fußball

"Zu überwintern wäre cool" Euphorische Mainzer wollen Europa rocken

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Wie gegen Hoffenheim hoffen die Mainzer bei ihrer Europa-League-Premiere auf ein Schützenfest - nur ohne Gegentore.

(Foto: imago/Werner Schmitt)

Zum ersten Mal startet Mainz 05 in der Gruppenphase der Europa League. Zum Auftakt empfängt der FSV den französischen Traditionsklub AS St. Etienne - und träumt trotz der verpatzten Generalprobe gegen Hoffenheim jetzt schon vom Weiterkommen.

Vor der Premiere auf der schillernden Bühne der Europaliga verkroch sich Martin Schmidt ins Kämmerlein. Die Analyse der verpatzten Generalprobe nahm schließlich viel Zeit in Anspruch - für den Geschmack des Trainers des Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05 etwas zu viel. "Ich bin mir aber sicher, dass wir nun auch besser verteidigen werden", sagte Schmidt vor dem heutigen Duell mit dem französischen Vertreter AS St. Etienne (ab 19 Uhr im Liveticker bei n-tv.de).

So könnten sie spielen

1. FSV Mainz 05: Lössl - Donati, Bell, Bungert, Bussmann - Gbamin - Öztunali, Malli, Frei, De Blasis - Cordoba. - Trainer: Schmidt
AS Saint-Étienne: Ruffier - Teophile-Catherine, M'Bengue, Pogba, Perrin - Veretout, Savet - Selnaes, Saivet, Lemoine - Roux. - Trainer: Galtier
Schiedsrichter: Oddvar Moen (Norwegen)

Beim spektakulären 4:4 gegen die TSG Hoffenheim war das vor allem in der zweiten Halbzeit nicht der Fall gewesen. Nach einem faszinierenden ersten Durchgang verspielten die Rheinhessen binnen 13 Minuten eine komfortable Drei-Tore-Führung und damit auch das Selbstvertrauen für den wichtigen Auftakt gegen Frankreichs Rekordmeister. "Wir haben aber auch ausführlich bis zum 4:1 analysiert - bis dahin haben wir viele Dinge gut gemacht", äußerte Schmidt: "Wir haben lange für die Europa League gekämpft - es wird Zeit, dass es los geht." Ein Erfolg vor heimischer Kulisse, Schmidt hofft auf ein "volles Haus", wäre extrem wichtig für den angestrebten Einzug in die nächste Runde. "Ich möchte schon um das Weiterkommen, also die ersten beiden Plätze, mitspielen. In Europa zu überwintern, wäre eine coole Sache", sagte auch Innenverteidiger Stefan Bell der "Allgemeinen Zeitung".

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In Gruppe C wird mit den Mainzern und St. Etienne wohl noch der RSC Anderlecht um die begehrten ersten beiden Plätze kämpfen, FK Qäbälä aus Aserbaidschan hingegen dürfte nur Außenseiterchancen besitzen. Umso wichtiger sind die direkten Duelle mit den beiden ärgsten Rivalen in der Gruppenphase, die Mainz zum ersten Mal erreicht hat. "Ich rechne mit einer körperlichen und emotionalen Partie", sagte Bell. Auf den 25-Jährigen wird es unter Flutlicht nicht zuletzt noch mehr ankommen, weil Defensiv-Allrounder André Ramalho wegen einer Muskelverletzung in der rechten Wade ausfällt. Der Einsatz von Abwehrspieler Leon Balogun, der gegen Hoffenheim eine Jochbogen-Impressionsfraktur erlitten hatte, ist zumindest sehr fraglich.

Mainzer Mammutprogramm

Immerhin: Der Franzose Gaëtan Bussmann, der mit einer Notbremse und dem folgerichtigen Platzverweis erst das Unentschieden gegen Hoffenheim eingeleitet hatte, darf am Donnerstag mitwirken. "Es wird für uns darum gehen, unseren Spielplan durch- und optimal umzusetzen", mutmaßt der 25-Jährige, der drei Tage später beim FC Augsburg seine Sperre absitzen wird.

Ausfälle oder Sperren wiederum könnten sich auf weite Sicht negativ auswirken. Denn wie der FC Augsburg im vergangenen Jahr, der damals ebenfalls in der Europa League gespielt und lange um den Klassenerhalt gebangt hatte, muss Mainz ein Mammutprogramm absolvieren. Elf Spiele stehen bis Ende Oktober an, jeder einzelne Spieler wird daher benötigt. "Ich gehe jetzt aber trotzdem nicht in eine Partie und mache einen Sprint weniger, weil ich mich wegen des intensiven Spielplans schonen möchte", sagte Bell.

Quelle: n-tv.de, Nicolas Reimer, sid

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