Fußball

Pepe Reina über seine Erkrankung Ex-FCB-Keeper von Corona "überfahren"

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Seit Januar 2020 steht Reina bei Aston Villa unter Vertrag.

(Foto: imago images/Colorsport)

Pepe Reina ist am Coronavirus erkrankt. Zwar wird der spanische Torwart nicht getestet - doch die Ärzte sagen ihm, dass er sich infiziert hat. Der ehemalige Bayern-Profi fühlt sich wie vom Lastwagen überfahren, weiß aber auch um seine privilegierte Situation.

Der frühere spanische Fußball-Weltmeister Pepe Reina hat seine Corona-Erkrankung als große Herausforderung erlebt. "Es fühlte sich an, als wäre ich von einem Lastwagen oder Zug überfahren worden", wird der ehemalige Bayern-Torwart in der englischen Boulevardzeitung "The Sun" zitiert. Er sei zwar nicht auf das "verdammte Virus" getestet worden, die Ärzte hätten ihm anhand seiner Symptome aber einen positiven Bescheid ausgestellt, berichtete Reina. "Ich hatte Fieber, Husten, konnte nicht gut atmen. Es waren zwei, drei echt schwierige Tage", sagte der 37-Jährige. Er und seine Familie seien deshalb für zwei Wochen in Quarantäne gegangen, ergänzte der Torwart des Premier-League-Klubs Aston Villa.

Er könne allerdings nicht behaupten, dass er sehr darunter gelitten habe, betonte Reina. Als gut verdienender Profi sei er privilegiert, bewohne in Birmingham ein großes Haus mit Garten. Leute, die mit zwei, drei Kindern auf 70 Quadratmetern lebten, seien "alle Helden", meinte er.

Niemand weiß, wann es weitergeht

Dass sich der englische Premierminister Boris Johnson nach langem Zögern inzwischen zu harten Maßnahmen im Kampf gegen das Virus durchgerungen hat, begrüßte Reina. Es sei an der Zeit gewesen, diese Entscheidung zu treffen: "Ich bin mir ziemlich sicher, dass es zu spät war. Aber immerhin hat er sie getroffen."

Reina ist seit Jahresbeginn vom AC Mailand an Aston Villa ausgeliehen und sorgt sich angesichts der Ungewissheit auch um seine Zukunft als Fußballer: "Ich weiß nicht, ob wir wieder spielen werden." Die Premier League ist bis auf Weiteres ausgesetzt, wann der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden könnte, weiß niemand so genau. "Keiner weiß das", so der Torhüter, der lange beim FC Liverpool zwischen den Pfosten stand und in der Saison 2014/15 beim FC Bayern unter Vertrag - als erster spanischer Keeper überhaupt in der Bundesliga. Nach einer Spielzeit in Deutschland wechselte er zum SSC Neapel, seit 2018 steht er bei Milan unter Vertrag.

Vor leeren Rängen aufzulaufen, um die Saison zu beenden, ist für ihn keine Option: "Geisterspiele machen auch keinen Sinn. Für uns Spieler ist das nur erfüllend, wenn wir für vor Fans spielen."

Quelle: ntv.de, tsi/sid