Fußball

Assistent Sagnol übernimmt FC Bayern München entlässt Trainer Ancelotti

Der FC Bayern München entlässt seinen Trainer Carlo Ancelotti und reagiert damit auf den schlechten Saisonstart. Nach der Champions-League-Demütigung bei Paris St. Germain hatten die Verantwortlichen Konsequenzen angekündigt.

Der FC Bayern München hat sich von Trainer Carlo Ancelotti getrennt. Dies bestätigt der Klub, nachdem es zuvor übereinstimmende Medienberichte gegeben hatte. "Die Leistungen unserer Mannschaft seit Saisonbeginn entsprachen nicht den Erwartungen, die wir an sie stellen. Das Spiel in Paris hat deutlich gezeigt, dass wir Konsequenzen ziehen mussten. Das haben Hasan Salihamidžić und ich Carlo heute in einem offenen und seriösen Gespräch erklärt und ihm unsere Entscheidung mitgeteilt", so der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge.

Nach der Demütigung in der Champions League bei Paris St. Germain (0:3) am Mittwoch wird vorerst der bisherige Assistent Willy Sagnol die Mannschaft des deutschen Fußball-Rekordmeisters übernehmen. Er wird damit am Sonntag beim Spiel gegen Hertha BSC auf als Interimstrainer auf der Bank sitzen. Der ehemalige Profi der Münchner war im Sommer von den Klubverantwortlichen als Assistent eingesetzt worden - an Ancelotti vorbei. Sagnol war zuletzt Trainer des französischen Klubs Girondins Bordeaux.

Der Sportsender ESPN berichtet, dass Ancelotti dem deutschen Fußball-Rekordmeister seinen Rücktritt angeboten habe. Beim Bankett nach dem Spiel in Paris hatte der Vorstandsvorsitzende des Klubs, Karl-Heinz Rummenigge, gesagt: "Ich glaube, es war eine ganz bittere Niederlage, über die es zu sprechen gilt, die es zu analysieren gilt und aus der wir auch in Klartextform Konsequenzen ziehen müssen." Für den erfolgsverwöhnten Klub ist es aktuell der schlechteste Bundesligastart seit der Saison 2010/11 unter Louis van Gaal.

Gesamtes Betreuerteam muss gehen

Rummenigge dankt in der Mitteilung der Bayern dem bisherigen Chefcoach für seine Arbeit: "Ich darf mich bei Carlo für die Zusammenarbeit bedanken und bedauere die Entwicklung, die sie genommen hat. Carlo ist mein Freund und wird es bleiben, aber wir mussten hier eine professionelle Entscheidung im Sinne des FC Bayern treffen. Ich erwarte jetzt von der Mannschaft eine positive Entwicklung und absoluten Leistungswillen, damit wir unsere Ziele für diese Saison erreichen."

Gemeinsam mit Ancelotti muss auch sein italienisches Betreuerteam gehen. Davide Ancelotti, Giovanni Marui, Francesco Mauri und Mino Fulco sind vom FC Bayern freigestellt. Wer nach Interimstrainer Sagnol die Bayern als hauptamtlicher Chefcoach übernimmt, ist unklar. Als Kandidat für die Zukunft galt bislang Julian Nagelsmann - der Trainer von 1899 Hoffenheim baut dort gerade ein Haus. Nun wird für eine längerfristige Nachfolge auch Thomas Tuchel gehandelt - er wohnt bereits in München.

"Nur" ein Titel für Ancelotti

Ancelotti hatte in den vergangenen Wochen nach und nach die Rückendeckung verloren. Einige seiner Stars wie Thomas Müller, Franck Ribéry und Robert Lewandowski äußerten öffentlich ihren Unmut. "Ich weiß nicht genau, welche Qualitäten der Trainer sehen will, aber meine sind scheinbar nicht hundertprozentig gefragt", hatte Müller etwa Ende August geätzt, nachdem er beim Liga-Spiel in Bremen 73 Minuten auf der Bank schmoren musste.

Der Italiener hatte die Mannschaft des deutschen Rekordmeisters zur Saison 2016/17 übernommen. Der Klub gewann mit ihm die deutsche Meisterschaft, scheiterte allerdings im Halbfinale des DFB-Pokals sowie im Viertelfinale der Champions League.

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid